Zeckensaison in der Schweiz: Tierärztetipps zu Halsbändern & sicheren Entfernungs-Sets
Viele Hundehalter kommen dieser Tage mit ihren Vierbeinern in die Praxis und berichten, dass sie gar nicht im hohen Gras waren, aber zu Hause plötzlich mehrere "komische Beulen" am Hund entdeckt haben. Bei genauerem Hinsehen bewegten sich diese sogar! Richtig, mit dem wärmeren Wetter beginnt für die Zecken wieder die Hochsaison. Diese kleinen Spinnentiere mit ihren acht Beinen sind nicht nur lästige Blutsauger. Sie können auch gefährliche Krankheiten übertragen, was aktuell viele Leute verunsichert.
Nicht nur Hunde, auch Menschen müssen sich vor Zeckenkrankheiten schützen
Früher sagte man oft, man bekomme Fieber, wenn man von einer Zecke gestochen wird. Und das stimmt tatsächlich. Neben der bekannten Borreliose (Lyme-Borreliose) gibt es in der Schweiz und im nahen Ausland immer wieder Fälle von durch Zecken übertragenen rickettsialen Erkrankungen (wie dem Mittelmeer-Fleckfieber). Diese Krankheiten werden durch Zecken übertragen. Einige Tage nach dem Stich kann es plötzlich zu hohem Fieber, Kopfschmerzen und einem Hautausschlag am ganzen Körper kommen. Es gab erst kürzlich einen Fall, bei dem die betroffene Person dachte, sie hätte nur eine Erkältung, bis der Ausschlag sie eines Besseren belehrte. Also: Wenn Sie mit Ihrem Hund im Wald oder in den Bergen unterwegs waren, sollten Sie ihn nicht nur gründlich nach Zecken absuchen. Auch Sie selbst sollten sich nach dem Duschen genau kontrollieren – besonders in den Achselhöhlen, in der Leiste und anderen Hautfalten, wo die Zecken es besonders gemütlich finden.
Zeckenabwehr für Haustiere: Welches Halsband ist das richtige?
Die einfachste Methode, Hunde vor Zecken zu schützen, ist ein Zecken- und Flohhalsband. Das Angebot an solchen Hundehalsbändern gegen Zecken und Flöhe ist riesig, und viele Besitzer fragen mich, welches denn das Beste sei. Das Wichtigste bei der Auswahl ist nicht eine besondere Optik, sondern die Langzeitwirkung und Sicherheit.
Wenn Sie einen grossen, aktiven Hund wie einen Golden Retriever oder Labrador haben, kann ich ein langanhaltendes Produkt wie das Seresto Zeckenhalsband für grosse Hunde (Schutz bis zu 8 Monate) empfehlen. Der Vorteil: Einmal anlegen, und man hat acht Monate Ruhe. Die Wirkstoffe werden nach und nach in die Fettschicht der Haut abgegeben und nicht direkt ins Blut aufgenommen. Für grosse Hunde ist das relativ sicher, und man kann das Halsband beim Baden sogar dranlassen – das ist wirklich praktisch. Bei kleinen Hunden sollte man unbedingt ein speziell für sie entwickeltes Halsband wählen und darauf achten, dass es richtig sitzt (man sollte noch zwei Finger bequem zwischen Halsband und Hals schieben können).
Beim Kauf eines Zeckenhalsbands sollte man auf drei Dinge achten:
- Auf Zulassungsnummer achten: Ob Online-Kauf oder im Fachgeschäft – prüfen Sie, ob die Verpackung eine offizielle Zulassungsnummer für Tierarzneimittel trägt. Halsbänder aus unseriösen Quellen können für Ihren Hund giftig sein.
- Die richtige Passform: Zu lange Halsbandenden sollten Sie abschneiden, damit der Hund nicht daran kaut oder sie versehentlich verschluckt. Wickeln Sie die abgeschnittenen Enden am besten in Klebeband, bevor Sie sie entsorgen, um zu verhindern, dass die Wirkstoffe mit anderen Gegenständen in Kontakt kommen.
- Reaktionen beobachten: In den ersten ein bis zwei Tagen nach dem Anlegen sollten Sie Ihren Hund beobachten. Falls er sich stark kratzt oder die Haut gerötet ist (Allergie), nehmen Sie das Halsband sofort ab und konsultieren Sie einen Tierarzt.
Was tun, wenn es doch passiert? Die sichere Methode mit dem richtigen Werkzeug
Auch mit bester Vorsorge kann es mal vorkommen, dass so ein "Achtbeiner" doch zusticht. Auf keinen Fall sollte man die Zecke dann einfach mit den Fingern herausziehen! Wenn der Kopf oder die Mundwerkzeuge in der Haut stecken bleiben, kann sich die Wunde leicht entzünden. Darum gehört ein professionelles Zeckenentfernungsinstrument in jeden Haushalt, am besten einen Zeckenhaken oder eine feine Pinzette.
Die richtige Entfernung ist nicht schwer, aber man muss genau vorgehen:
- Schritt 1: Besprühen Sie die Zecke mit Desinfektionsspray oder Alkohol. Das betäubt sie oder tötet sie ab, sodass sie ihren Saugrüssel entspannt.
- Schritt 2: Setzen Sie das Entfernungswerkzeug dicht an der Haut an, seitlich neben der Zecke an. Fassen Sie damit die Zecke direkt am Kopf (ganz nah an der Haut) – auf keinen Fall den dicken, runden Hinterleib zusammendrücken, sonst wird der Inhalt der Zecke (mit eventuellen Krankheitserregern) in die Stichwunde gepresst.
- Schritt 3: Ziehen Sie die Zecke langsam, gleichmässig und "senkrecht" nach oben heraus – wie man einen Nagel aus der Wand zieht. Nicht drehen oder ruckartig ziehen, das kann zum Abreissen des Kopfes führen.
- Schritt 4: Nach dem Entfernen die Wunde gründlich mit Seife waschen und mit Alkohol oder Jod desinfizieren. Die tote Zecke am besten in Klebeband einwickeln und dann in den Hausmüll werfen oder die Toilette hinunterspülen, damit sie niemandem mehr schaden kann.
In den nächsten Monaten werden die Temperaturen steigen und die Zeckenaktivität zunehmen. Für die Gesundheit unserer Haustiere und der ganzen Familie ist Zeckenschutz jetzt besonders wichtig. Wählen Sie das passende Halsband für Ihren Hund und machen Sie den Zeckencheck nach jedem Ausflug zur Routine. So können wir alle unbeschwert die sonnigen Tage geniessen.