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LINE wird kostenpflichtig! Der ultimative Guide zu den neuen 2026er Tarifen und wie Schnäppchenjäger clever reagieren

Technologie ✍️ 陳冠廷 🕒 2026-03-17 10:45 🔥 Aufrufe: 2
LINE wird kostenpflichtig - Titelbild

Seit gestern werden wohl die Handys vieler von euch mit der Nachricht "LINE wird kostenpflichtig" überflutet. Ehrlich gesagt, dieses Gerücht kursiert seit fast einem halben Jahr im Netz, und nun hat LINE am 17. März endlich die offiziellen Pläne vorgestellt. Es geht hier nicht nur um eine simple Preiserhöhung, sondern um einen kompletten Wandel des Geschäftsmodells von LINE. In diesem Artikel klären wir heute endgültig auf: Welche Funktionen kosten was, und vor allem – wie wir, die wir uns an die kostenlose Nutzung gewöhnt haben, darauf reagieren sollten.

Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Die neue Kostenpflicht bei LINE bedeutet keine vollständige Abschaffung der kostenlosen Nutzung, sondern ein Abonnement-Modell für bestimmte "Premium-Funktionen". Das offiziell "LINE Premium" genannte Modell sieht derzeit einen monatlichen Preis von 2.50 CHF und einen Jahrespreis von 25 CHF vor. Für Bestandskunden oder bei Bindung mit bestimmten Kreditkarten soll es zudem Vergünstigungen im ersten Jahr geben. Hier ist eine klare Übersicht der wichtigsten kostenpflichtigen Funktionen:

  • KI-Sticker & -Effekte: Die animierten, personalisierten KI-generierten Sticker, die es bisher gab, wird es künftig nur noch für Premium-Mitglieder geben.
  • Nachrichten-Backup & Cloud-Wiederherstellung: Kostenlose Nutzer können künftig nur noch die Nachrichten der letzten 30 Tage sichern. Für eine vollständige Wiederherstellung älterer Chats wird das Abo benötigt.
  • HD-Fototransfer: Der Versand von Fotos in Originalqualität wird zur kostenpflichtigen Exklusivfunktion. In der kostenlosen Version werden Fotos standardmässig komprimiert.
  • Rauschunterdrückung & Anrufaufzeichnung: Die integrierte Funktion zur Live-Aufzeichnung von Anrufen und die erweiterte Rauschunterdrückung bei Telefonaten werden ebenfalls hinter die Bezahlschranke verlegt.

Wenn man das liest, ist der erste Impuls vieler sicherlich, sich zu echauffieren. Aber mal ehrlich, LINE hat hier noch eine Hintertür offengelassen. Die grundlegenden Funktionen wie Nachrichten schreiben, Sprachanrufe und Videoanrufe bleiben alle unangetastet. Auch der bei uns so beliebte Sticker-Shop und die Benachrichtigungen von offiziellen Kanälen bleiben kostenlos. Wenn ihr also nur täglich "Was geht?", "Schon gessen?" hin- und herschickt, dann hat sich für euch an LINE nichts geändert.

Für Vielnutzer oder Freelancer, die beruflich auf LINE angewiesen sind, wird dieser Betrag jedoch kaum zu umgehen sein. Viele meiner Bekannten, die selbstständig sind, verschicken Vertragsentwürfe oder Designvorlagen über LINE. Wenn dann die Fotos komprimiert werden oder Chatverläufe verschwinden, wäre das eine Katastrophe. In dem Fall müsst ihr herausfinden, wie ihr das Beste aus dem neuen LINE-Abo rausholt. Mein Tipp: Nicht gleich die Karte zücken. LINE bietet einen kostenlosen "Funktions-Check" an. Ihr könnt in den Einstellungen unter "LINE Premium" einfach testen, welche der neuen kostenpflichtigen Funktionen für euch aufgrund eurer Nutzung der letzten 30 Tage relevant wären.

Wenn ihr, so wie ich, erstmal abwartet und schauen wollt, wie die Meinungen zum neuen LINE-Abo sind, muss ich sagen: Die Meinungen im Netz sind momentan gespalten. Einige finden 2.50 CHF günstiger als ein Take-away-Getränk und meinen, es sei es wert, für ein aufgeräumteres Erlebnis zu zahlen. Andere wiederum finden, LINE verdiene bereits gut mit Werbung und der Provision aus dem Sticker-Verkauf und jetzt langen sie bei den treuen Nutzern nochmal zu – das kommt nicht gut an. Ich persönlich werde erstmal für drei Monate die Rolle des "kostenlosen Beobachters" einnehmen. Da die Kernfunktionen nicht gesperrt sind, kann ich jederzeit ein Abo abschliessen, wenn ich doch mal ein altes Backup brauche.

Keine Lust zu zahlen? Es gibt noch ein paar "legal kostenlose" Kniffe

Wenn ihr wirklich nicht zahlen wollt, müsst ihr nicht ganz verzichten. Erstens könnt ihr weiterhin manuelle Backups eurer Chats machen – zwar etwas umständlicher, aber gratis. Zweitens könnt ihr beim Verschicken von Fotos auf Google Fotos oder iCloud-Links ausweichen. Was die KI-Sticker angeht... naja, es gibt derzeit noch andere Drittanbieter-Apps, mit denen man sie generieren kann, auch wenn es ein kleiner Umweg ist. Wenn ihr aber auf ein natives LINE-Erlebnis pocht, dann ist der letzte Tipp aus diesem LINE-Guide: Ladet eure Freunde und Familie ein und schliesst einen Familien-Tarif ab. Laut offiziellen Angaben können bis zu sechs Personen ein Premium-Abo teilen. Dann kostet es pro Person und Monat nur etwa 0.40 CHF – quasi ein Schnäppchen, das man kaum spürt.

Warum traut sich LINE jetzt, die Kosten-Schranke einzuziehen?

Eigentlich sieht es doch jeder: Die Muttergesellschaft LY Corporation steht gehörig unter Druck von den Finanzberichten. Zudem ist der Markt in der Schweiz und Taiwan weitgehend gesättigt, man muss also aus den bestehenden Nutzern mehr Wert herausholen. Bei dieser neuen Kostenregelung geht es weniger um bloße Abzocke, sondern eher um einen Testballon. Man möchte ausloten, wie hoch die Akzeptanz für Gebühren bei Messenger-Diensten in der Schweiz ist. Falls die Reaktionen positiv ausfallen, wer weiss, ob nicht irgendwann auch die grundlegenden Nachrichtenfunktionen kostenpflichtig werden. "LINE Premium" ist daher nicht nur ein neues Angebot, sondern auch ein Wegweiser für das LINE-Ökosystem der nächsten zehn Jahre.

Kurzum, seit dem 17. März hat LINE die Ära der "reinen Kostenlosigkeit" offiziell beendet. Ob ihr jetzt mit dem Dienst mitziehen und upgraden oder weiterhin ein cleverer Schnäppchenjäger bleiben wollt, liegt ganz bei euch. Zumindest für den Moment gilt: Hauptsache, die Nachrichten kommen an und man ist erreichbar – das reicht doch völlig.