LINE wird kostenpflichtig! Der ultimative Guide zu den neuen Tarifen 2026 und wie Sparfüchse weiterhin gratis bleiben
Seit gestern werden wohl die Handys vieler von euch mit der Nachricht "LINE wird kostenpflichtig" überflutet. Um ehrlich zu sein, dieses Gerücht kursierte schon seit einem halben Jahr im Netz, aber jetzt hat der Konzern am 17. März endlich das komplette Paket offiziell vorgestellt. Es geht hier nicht nur um eine einfache Preiserhöhung, sondern um eine echte Zeitenwende im gesamten LINE-Geschäftsmodell. Im heutigen Artikel klären wir endgültig auf: Welche Funktionen werden kostenpflichtig? Was kosten sie? Und am allerwichtigsten – wie sollen wir, die wir uns an die kostenlose Nutzung gewöhnt haben, damit umgehen?
Fangen wir mit dem Wichtigsten an: Die neue Kostenpflicht bei LINE bedeutet nicht, dass die komplette Gratisnutzung abgeschafft wird. Es wird ein Abonnement für bestimmte "Premium-Funktionen" eingeführt. Das offiziell "LINE Premium" genannte Modell sieht derzeit einen monatlichen Preis von 90 NT$ (ca. 2,60 €) und einen Jahrespreis von 900 NT$ (ca. 26 €) vor. Für Bestandskunden oder bei Kopplung mit bestimmten Kreditkarten soll es im ersten Jahr aber Vergünstigungen geben. Ich fasse hier direkt die Hauptbereiche der neuen Kostenpflicht für euch zusammen:
- KI-Sticker und -Effekte: Die animierten, personalisierten KI-generierten Sticker, die es in letzter Zeit gab, wird es künftig nur noch für Premium-Mitglieder geben.
- Nachrichten-Backup und Cloud-Wiederherstellung: Gratisnutzer können künftig nur noch die Chats der letzten 30 Tage sichern. Für eine vollständige Wiederherstellung älterer Verläufe wird's kostenpflichtig.
- Übertragung von Fotos in Originalqualität: Das Versenden von Fotos in der Originalauflösung wird zukünftig ein Premium-Feature sein. In der Gratisversion werden alle Bilder komprimiert.
- Rauschunterdrückung und Anrufaufzeichnung: Die integrierte Funktion zur Live-Aufzeichnung von Anrufen und die erweiterte Rauschunterdrückung landen ebenfalls hinter der Bezahlschranke.
Wenn man diese Liste sieht, sind viele wahrscheinlich schon kurz davor, zu fluchen. Aber mal ehrlich: LINE hat sich hier noch ein Hintertürchen offen gelassen. Die grundlegenden Funktionen wie Nachrichten schreiben, Sprachanrufe und Videoanrufe bleiben völlig unangetastet. Auch der bei uns so beliebte Sticker-Shop und Benachrichtigungen von offiziellen Kanälen bleiben kostenlos. Wenn ihr also nur täglich "Was machst du?" oder "Schon gegessen?" herumschickt, dann hat sich für euch an LINE im Vergleich zu gestern rein gar nichts geändert.
Für Power-User oder Freiberufler, die beruflich auf LINE angewiesen sind, wird die Gebühr aber wohl unvermeidbar sein. Viele meiner Bekannten, die freiberuflich tätig sind, verschicken Vertragsentwürfe oder Designvorlagen über LINE. Wenn dann Fotos komprimiert werden oder Chatverläufe verschwinden, wäre das wirklich eine Katastrophe. In dem Fall solltet ihr genau prüfen, wie sich die LINE-Gebühren für euch rechnen. Mein Tipp: Nicht gleich die Kreditkarte zücken. Es gibt eine kostenlose "Funktions-Check-up" von LINE. Ihr könnt in den Einstellungen unter "LINE Premium" klicken, und das System analysiert euer Nutzungsverhalten der letzten 30 Tage. Es zeigt euch dann genau, welche zusätzlichen Funktionen ihr durch eine Zahlung wirklich nutzen würdet.
Wenn ihr, so wie ich, noch abwartet und schauen wollt, wie die allgemeine Meinung zu den LINE-Gebühren ist, muss ich sagen: Die Meinungen im Netz sind momentan extrem gespalten. Manche finden 90 NT$ (ca. 2,60 €) günstiger als einen Bubble Tea und meinen, es sei die Investition für ein aufgeräumteres Erlebnis wert. Andere wiederum sind der Ansicht, dass LINE doch eh schon durch Werbung und die Sticker-Provisionen prächtig verdient und es einen schlechten Beigeschmack hat, jetzt noch die treuen Nutzer zur Kasse zu bitten. Ich persönlich tendiere dazu, erstmal drei Monate lang "kostenloser Beobachter" zu bleiben. Solange die Kernfunktionen nicht gesperrt sind, kann ich immer noch ein Abo abschließen, wenn ich wirklich mal alte Chatverläufe brauche.
Keine Lust zu zahlen? Es gibt noch ein paar legale Gratis-Tricks
Wenn ihr wirklich kein Geld ausgeben wollt, heißt das nicht, dass alle Wege versperrt sind. Erstens könnt ihr weiterhin manuelle Backups eurer Chatverläufe machen – zwar umständlich, aber kostenlos. Zweitens könnt ihr beim Verschicken von Fotos auf Links zu Google Fotos oder iCloud ausweichen. Und was die KI-Sticker angeht... nun ja, es gibt derzeit noch andere Drittanbieter-Apps, mit denen man sie generieren kann, auch wenn es ein kleiner Umweg ist. Wenn ihr aber partout bei der nativen LINE-Erfahrung bleiben wollt, dann ist der letzte Tipp dieses LINE-Gebühren-Guides: Trommelt Freunde und Familie für einen Familien-Tarif zusammen. Laut offizieller Ankündigung kann Premium von bis zu sechs Personen geteilt werden. Dann kostet es pro Person im Monat umgerechnet lächerliche 15 NT$ (ca. 0,43 €) – also quasi ein Nullgefühl beim Bezahlen.
Warum traut sich LINE jetzt, den Schritt in die Kostenpflicht zu gehen?
Eigentlich kann es jeder sehen: Die Muttergesellschaft LY Corporation steht gehörig unter Ergebnisdruck. Hinzu kommt, dass der Markt in Österreich (Anm.: ursprünglich Taiwan) weitgehend gesättigt ist und man bei den bestehenden Nutzern einfach mehr Wert abschöpfen muss. Diese Einführung der Gebühren ist weniger eine reine Abzocke, sondern eher eine Testballon, um die Akzeptanz für kostenpflichtige Messenger-Dienste bei den Nutzern hierzulande auszuloten. Falls die Resonanz positiv ist, kann man nicht ausschließen, dass grundlegende Nachrichtenfunktionen irgendwann ebenfalls schrittweise kostenpflichtig werden. "LINE Premium" ist daher nicht nur ein neues Angebot, sondern auch ein Gradmesser für das gesamte LINE-Ökosystem der nächsten zehn Jahre.
Kurz gesagt: Seit dem 17. März hat LINE offiziell die "reine Gratis-Ära" beendet. Ob ihr mitアップグレード wollt oder weiterhin ein cleverer Sparfuchs bleibt, liegt ganz bei euch. Zumindest im Moment reicht es ja noch, dass die Nachrichten ankommen und man seine Leute erreicht.