Reise zu den Ogasawara-Inseln: Natur pur und Tauchparadies – die Faszination von Chichijima
Etwa 1000 Kilometer südlich vom Zentrum Tokios. Keine Bahn, kein Flugzeug – nur eine 24-stündige Schiffsreise führt hierher: zu den Ogasawara-Inseln. Erst letzten Monat machte das Erdbeben vor der Westküste der Ogasawara-Inseln Schlagzeilen, doch die Einheimischen sagen: Das Beben ist nur ein weiterer Beweis dafür, dass diese Inseln „leben“. Dieser von Unterwasservulkanen geformte Archipel ist ein Ort, an dem man den Herzschlag der Erde hautnah spüren kann.
Von der Welt anerkannte Wunderinseln
Wenn man über die Ogasawara-Inseln spricht, fällt oft der Name „Galapagos des Ostens“. Hier gibt es zahlreiche endemische Arten, die sich völlig eigenständig vom Festland entwickelt haben. Im Wald von Chichijima kann man leicht den Bonin-Fruchttauben begegnen, wie sie gemächlich zwischen den Bäumen umherfliegen. Kein Wunder, dass die Region zum Weltnaturerbe gehört – die Natur der Ogasawara-Inseln ist wie eine andere Welt. Schon beim ersten Schritt auf die Insel spürt man, wie sich der Zeitfluss verlangsamt.
Erstklassiges Tauchen im maritimen Paradies
Was diese Inseln wirklich ausmacht, ist das Meer mit seiner atemberaubenden Klarheit. Selbst im Winter fällt die Wassertemperatur selten unter 20 Grad, sodass man hier das ganze Jahr über tauchen kann. Besonders hohes Ansehen genießt vor Ort das Papa's Island Resort & Diving Studio in der Nähe des Futami-Hafens auf Chichijima. Die Guides sind erfahrene Profis, die das Meer hier wie ihren eigenen Garten kennen und sowohl Anfänger als auch erfahrene Taucher zum „besten Spot des Tages“ bringen.
Unter Wasser fühlt es sich an wie in einem Aquarium. Mal begegnet man einem Schwarm durchziehender Barrakudas, mal vertieft man sich in die Suche nach Nacktkiemern im Sand. Besonders beeindruckend finde ich immer wieder den Gesang der Buckelwale, der plötzend im tiefen Blau ertönt. Diese tiefen Töne, die durch das Wasser hallen, sind so mystisch, dass sie mir jedes Mal aufs Neue das Gefühl geben: „Es ist gut zu leben.“
Übernachten auf Chichijima: Zwei exzellente Adressen
Auf einer abgeschiedenen Insel wie dieser hängt die Qualität der Reise stark von der Wahl der Unterkunft ab. Zwei Optionen möchte ich besonders empfehlen:
- Für alle, die ganz im Meer aufgehen wollen: Papa's Island Resort & Diving Studio
Direkt bei der Tauchbasis zu wohnen bedeutet, null Ausrüstungsschleppen. Morgens beginnt der Tag mit der Frage „Wohin gehen wir heute?“ – eine entspannte, familiäre Atmosphäre, fast als wäre man bei Tauchfreunden in einer WG zu Besuch. Selbst als Alleinreisender findet man hier schnell Anschluss. - Für spektakuläre Ausblicke und ultimative Entspannung: Chichijima View Hotel
Auf einer Anhöhe gelegen und vom Hafen aus gut erreichbar. Der Name ist Programm: Der Ausblick aus den Zimmern ist grandios, besonders in der Abenddämmerung, wenn der in den Horizont versinkende Sonnenuntergang den ganzen Raum erfüllt. Diese Wahl ist ideal für Paare, die das pure Resort-Feeling genießen möchten, oder für alle, die sich nach einem erlebnisreichen Tag etwas Luxus gönnen wollen.
Den Alltag auf der Insel genießen – im Bewusstsein der Naturgewalten
Vor Kurzem gab es das Erdbeben vor der Westküste der Ogasawara-Inseln. Wer auf dem Festland lebt, fragt sich vielleicht besorgt: „War das nicht gefährlich?“ Doch die Inselbewohner nehmen es gelassen. Das liegt daran, dass für sie das Meer, die Berge – und auch die Erdbeben – einfach zum natürlichen Kreislauf hier gehören. Natürlich gibt es von Seiten der Verwaltung durchdachte Katastrophenschutzpläne, und in jeder Unterkunft werden die Evakuierungswege klar kommuniziert. Wichtig ist, sich mit Respekt dem Rhythmus der Insel hinzugeben. Dann wird sie es einem mit unvergesslichen Erinnerungen danken.
Nach 24 Stunden auf dem Schiff, im Moment des Anlegens an der Pier: der Geruch von Meer und der warme Südwind. Wer dem Alltag entfliehen und den Herzschlag der Erde hören möchte, für den werden die Ogasawara-Inseln zur ganz eigenen „anderen Welt“.