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Michel Peiry: Der „Sadist von Romont“ bleibt hinter Gittern – Neues Urteil bestätigt die Gefährlichkeit

Gesellschaft ✍️ Claudia Berger 🕒 2026-03-11 14:05 🔥 Aufrufe: 1
Michel Peiry im Archivbild

Es sind Bilder, die sich ins Gedächtnis brennen: Michel Peiry, ein unscheinbar wirkender Mann mit Brille, der in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren die Schweiz in Angst und Schrecken versetzte. Jetzt, im März 2026, gibt es eine neue Entscheidung der Justiz, die zeigt: Die Angst vor ihm ist bis heute nicht verflogen. Der „Sadist von Romont“ wird vorerst keine begleiteten Ausgänge aus dem Gefängnis erhalten. Das Bundesgericht hat einen entsprechenden Entscheid der Vorinstanzen bestätigt – das Risiko eines Rückfalls sei nach wie vor „eindeutig und erheblich“.

Fünf Morde, unendliches Leid

Zwischen 1977 und 1981 tötete Peiry mindestens fünf junge Männer auf bestialische Weise. Seine Opfer lockte er per Anhalter in seinen Wagen, folterte sie und liess sie oft verstümmelt zurück. Die Gerichtsmedizin sprach von einem Ausmass an Grausamkeit, das ihresgleichen sucht. Wegen dieser Taten erhielt Peiry seinen schaurigen Beinamen: „Le Sadique de Romont“. In den Medien wurde er lange Zeit als „Schweiz‘ vergessener schwuler Serienmörder“ bezeichnet – ein Titel, der auf seine Homosexualität anspielt, aber auch auf die Tatsache, dass seine Verbrechen in der öffentlichen Wahrnehmung zeitweise von anderen spektakulären Fällen überlagert wurden.

Der Künstler hinter Gittern

Doch Michel Peiry ist nicht nur ein verurteilter Mörder. Hinter den Mauern der Justizvollzugsanstalt begann er zu malen – und seine Werke fanden einen ungewöhnlichen Weg in die Öffentlichkeit. Einige seiner Arbeiten, die oft düstere, surreal anmutende Szenen zeigen, sind heute Teil der Art Brut Sammlung in Lausanne. Die sogenannte „rohe Kunst“ sammelt Werke von Insassen psychiatrischer Kliniken oder Gefängnissen. Peirys Bilder sind begehrte Objekte für Sammler geworden, was bei den Angehörigen der Opfer immer wieder für Empörung sorgt. Sie sehen darin eine Verhöhnung des Andenkens an die Ermordeten.

Warum er nicht raus darf

Der heute 76-jährige Peiry hatte zuletzt gehofft, zumindest unter Begleitung die Anstalt verlassen zu dürfen – sei es für Spaziergänge oder Besorgungen. Die Justizbehörden erteilten dem jedoch eine klare Absage. Die Gutachter sind sich einig: Die Persönlichkeitsstruktur von Peiry habe sich nicht grundlegend gewandelt. Zwar sei er im Alter ruhiger geworden, doch die tief sitzende Neigung zu Gewalt und sexueller Devianz bestehe fort. „Man kann ihn nicht einfach so in die Welt entlassen“, sagte ein langjähriger Gefängnispsychologe, der den Fall seit Jahrzehnten begleitet. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er wieder rückfällig wird, ist einfach zu hoch.“

Was bleibt, ist das Entsetzen

Die Entscheidung des Bundesgerichts bedeutet für Peiry: Lebenslänglich bleibt lebenslänglich – zumindest was die reale Freiheit betrifft. In seiner Zelle wird er weiter malen können, weiter seine Gedanken zu Papier bringen. Für die Hinterbliebenen seiner Opfer ist das nur ein schwacher Trost. Sie müssen damit leben, dass der Mann, der ihnen das Liebste nahm, immer noch da ist – wenn auch weggeschlossen.

  • 1977–1981: Fünf nachgewiesene Morde an jungen Männern in der Westschweiz.
  • Spitzname: „Sadist von Romont“ wegen der besonderen Grausamkeit der Taten.
  • Kunst: Peirys Bilder sind in der renommierten Art Brut Sammlung in Lausanne vertreten.
  • Aktuell: Bundesgericht verweigert begleitete Ausgänge – Risiko zu hoch.

Michel Peiry wird also wohl für immer der „Sadist von Romont“ bleiben – ein Name, der in der Schweiz noch lange Gänsehaut auslösen wird.