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Jessie Buckley schreibt Geschichte: Erste irische Schauspielerin gewinnt Oscar als beste Hauptdarstellerin

Unterhaltung ✍️ Matti Mäkelä 🕒 2026-03-16 16:16 🔥 Aufrufe: 2
Jessie Buckley bei der Oscar-Verleihung 2026

Jetzt ist es also offiziell. Die Irin Jessie Buckley schrieb am Sonntagabend Geschichte, als sie zur ersten Gewinnerin eines Oscars als beste Hauptdarstellerin aus ihrem Heimatland gekürt wurde. Die 36-jährige gebürtige Killarney-Frau nahm die Trophäe für ihre Rolle als Agnes Shakespeare im Film Hamnet entgegen – und ja, im Saal gab es in diesem Moment wohl kaum ein trockenes Auge.

Buckley selbst schien in ihrem Element zu sein – ihre Rede begann mit einem ansteckenden Lachen und traf dann mitten ins Herz: "In Großbritannien ist Muttertag, also möchte ich diesen Preis dem schönen Chaos eines Mutterherzens widmen." Sie dankte ihrer acht Monate alten Tochter Isla, die wahrscheinlich "von Milch geträumt" habe, und ihrem Ehemann Freddie Sorensen, mit dem sie "noch 20.000 weitere Kinder" haben möchte. Die Rede war ganz der Kern von Buckley – bodenständig, emotional und perfekt getimt.

Der Weg von Killarney nach Hollywood

Viele erinnern sich vielleicht nicht mehr daran, dass Buckleys Karriere in einem ganz anderen Fahrwasser begann. Sie war gerade einmal 18, als sie bei der britischen Talentshow I'd Do Anything den zweiten Platz belegte, in der eine neue Nancy für das Musical Oliver! gesucht wurde. Den Sieg trug eine andere davon, aber Buckley traf eine Entscheidung, die ihr weiteres Leben prägen sollte: Sie gab sich nicht mit einer Ersatzrolle zufrieden, sondern bewarb sich an der Royal Academy of Dramatic Art in London und machte dort ihren Abschluss als waschechte Schauspielerin.

Vor ihrem Durchbruch verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt mit Gesangseinlagen im vornehmen Londoner Club Annabel's, wo, wie sie selbst sagte, "die Reichen nicht zuhörten". Doch dort verfeinerte sie jene Fähigkeiten, die später die Bank sprengen sollten.

Die Jahre der wilden Rose und des Biests

Buckleys Filmdebüt gab sie 2017 im Thriller Beast, in dem sie Moll spielte, eine junge Frau auf der gewalttätigen Insel Wight. Schon damals war klar, dass hier ein Star im Aufgehen war. Im darauffolgenden Jahr kam die Rolle, bei der die ganze Welt aufhorchte: Wild Rose. Buckleys Darstellung der schottischen Ex-Sträfling und Country-Träumerin Rose-Lynn Harlan war so elektrisierend, dass sie ihr eine Bafta-Nominierung einbrachte.

Und das Beste daran – Buckley kann wirklich singen. Sie hat Abschlüsse der achten Stufe in Klavier, Klarinette und Harfe von der Royal Irish Academy of Music. Der Soundtrack zu Wild Rose schaffte es auf Platz eins der Charts, und sie trat sogar beim Glastonbury-Festival auf. Diese Frau ist keineswegs nur eine "Schauspielerin, die ein bisschen singt" – sie ist eine Musikerin, die zufällig auch eine der besten Schauspielerinnen ihrer Generation ist.

Von Tschernobyl ins Rampenlicht Hollywoods

Falls es jemals jemand bezweifelt haben sollte, 2019 schlug sie endgültig zu. In der Miniserie Chernobyl spielte Buckley Ljudmilla Ignatenko, die Ehefrau des Feuerwehrmanns Wassili. Es war eine Rolle, die dem Zuschauer einiges abverlangte – die Szene, in der sie versucht, ins Krankenhaus zu ihrem sterbenden Mann zu gelangen, gehört zu den erschütterndsten des Jahrzehnts.

Gleichzeitig fand sie auch noch Zeit für den Film Judy an der Seite von Renée Zellweger und für die vierte Staffel von Fargo. 2021 brachte ihr The Lost Daughter die erste Oscar-Nominierung ein (Beste Nebendarstellerin), und es war Olivia Colman höchstpersönlich, die Buckley als junge Leda gefordert hatte.

Seitdem sahen wir sie in Women Talking, wo sie Mariche aus der mennonitischen Gemeinschaft spielte, und in Alex Garlands psychologischem Horrorfilm Men, in dem sie die gesamte Last des Films auf ihren Schultern trug.

Was bleibt?

Buckley ist der lebende Beweis dafür, dass aus einer Country-Sängerin aus einer Talentshow die angesehenste Schauspielerin der Welt werden kann, wenn man nur talentiert und beharrlich genug ist. Ihre Rollenwahl war stets mutig – sie suchte nie die sicheren Sympathiepunkte, sondern komplexe, zerbrochene und zutiefst menschliche Frauen, die direkt den Seiten eines Virginia Woolf-Romans entsprungen sein könnten.

Und jetzt ist es amtlich: Jessie Buckley ist Oscar-Preisträgerin. Und wir alle wissen, das ist erst der Anfang.

Buckleys wichtigste Rollen im Überblick:

  • Beast (2018) – Filmdebüt, bei dem sie sofort ihre Krallen zeigte.
  • Wild Rose (2018) – Durchbruchsrolle als Country-Sängerin.
  • Chernobyl (2019) – Ljudmilla, die Frau des Feuerwehrmanns, die Millionen berührte.
  • The Lost Daughter (2021) – Die junge Leda, die ihr eine Oscar-Nominierung einbrachte.
  • Women Talking (2022) – Mariche als Teil eines großartigen Ensembles.
  • Hamnet (2025) – Agnes Shakespeare, die Rolle, die den ersten irischen Oscar als beste Hauptdarstellerin der Geschichte einbrachte.