Startseite > Lokal > Artikel

Sørfold: Als die E6 gesperrt war und der Bräutigamsmarsch neue Bedeutung bekam

Lokal ✍️ Per Arne Olsen 🕒 2026-03-29 08:58 🔥 Aufrufe: 2
Cover image: The scenic landscape of Sørfold

Vielleicht kennen Sie Sørfold als die Gemeinde mit dem mächtigen Fjord Sørfolda, oder vielleicht ist sie Ihnen am besten durch die Klänge des Bräutigamsmarsch aus Sørfold ein Begriff. Aber für uns, die wir hier leben oder unsere Wurzeln haben, drehte sich in den letzten Tagen alles um etwas ganz anderes. Nämlich darum, voranzukommen. Darum, den Berg zu überqueren, wenn die sichere Straße plötzlich gesperrt ist.

Alles begann mit der Sperrung des E6-Tunnels. Plötzlich, ohne Vorwarnung, war unsere wichtigste Lebensader durchtrennt. Ich kenne Leute, die nach Hause wollten, um ihre Kinder aus der Kita zu holen, und andere, die einen Arzttermin in Fauske hatten. Die meisten drehten um, als sie erkannten, dass sich Stau und Chaos bildeten. Aber es gibt eben immer einige, die sich im Gelände besser auskennen als jedes GPS.

Als Jonny den Berg nahm

Während viele im Stau standen oder nach Umleitungen suchten, gab es einen Kerl, der sich einfach die Schuhe anzog. Jonny, ein Einheimischer, der Sørfolda im Blut hat, ging über den Berg. Nicht um einen Rekord aufzustellen oder ein Held zu sein, sondern einfach, weil er weiter musste. Für Menschen, die hier in Sørfold aufgewachsen sind, ist der Berg kein Hindernis – er ist ein Teil der Nachbarschaft. Es ist diese Art von Findigkeit, die die Menschen hier im Norden auszeichnet. Wenn die E6 versagt, dann nimmt man eben den Pfad über den Berg. Das war ein Bild von wahrer Sørfold-Pracht.

Inzwischen machen Gerüchte die Runde, und Optimismus bestimmt die Stimmung. Eine gut informierte Quelle deutet an, dass der Tunnel schon morgen geöffnet werden könnte. Die Baufirmen arbeiten unter Hochdruck, und die Verantwortlichen für die Straße halten sich mit voreiligen Aussagen zurück. Sie wissen genauso gut wie wir, dass jede Stunde, in der der Tunnel gesperrt ist, Geld kostet und die Geduld der vielen Pendler auf eine harte Probe stellt. Niemandem hier im Tal ist damit gedient, dass die E6, diese Lebensader, länger als unbedingt nötig gesperrt bleibt.

Der Bräutigamsmarsch, der alles verbindet

Während wir auf die endgültige Öffnung warten, habe ich viel über eben jenen Bräutigamsmarsch aus Sørfold nachgedacht. Er ist nicht nur eine Melodie; er ist der Soundtrack des Lebens hier. Ein Bräutigamsmarsch handelt ja davon, zwei Teile zu vereinen, einen Weg zu schaffen, wo vorher keiner war. Genau jetzt, in diesen Stunden bevor die E6 wieder befahrbar ist, sitzen wir hier in Sørfold und warten darauf, dass zwei Welten wieder zusammengeführt werden: wir auf der einen Seite des Tunnels und der Rest der Welt auf der anderen.

Für mich bedeutet Sørfold mehr als nur Kilometer Asphalt. Es geht um die Gemeinschaft. Die letzten Tage haben gezeigt: Wenn die Straße gesperrt wird, dann öffnen sich die Türen. Die Leute haben sich gegenseitig Fahrten angeboten, Essen geteilt und die wichtigen Updates in den Dorf-Apps verbreitet. Das ist die unschätzbare Geborgenheit, die es hier gibt.

Hier ist, was ich über die aktuelle Situation sicher weiß:

  • Die Bauarbeiten: Es wird rund um die Uhr gearbeitet, um den Tunnel zu sichern. Nach den neuesten Signalen sieht es besser aus als zunächst angenommen.
  • Die Umleitung: Für diejenigen, die unbedingt weiter müssen, gibt es Umleitungen, die aber anspruchsvoll sind. Einheimische empfehlen, vor der Fahrt die aktuellen Updates auf dem Handy zu prüfen.
  • Der Gemeinschaftssinn: Wie immer, wenn Krisen die ländlichen Gebiete treffen, halten wir zusammen. Es gibt keine Panik, sondern nur pragmatische Problemlösungen.

Also, ob Sie nun im Stau stehen oder zu Hause sitzen und darauf warten, dass Ihr Partner über den Berg nach Hause kommt: Denken Sie daran, dass der Sørfolda mit seinem stillen Wasser und den steilen Bergen da ist. Er war lange vor der E6 hier, und er wird lange nach ihr da sein, wenn die Straße wieder geöffnet ist. Bald können wir wieder durch den Tunnel fahren, ohne darüber nachzudenken. Aber vielleicht denken Sie, wenn Sie das nächste Mal die Klänge des Bräutigamsmarsch aus Sørfold hören, ein wenig mehr darüber nach, was es eigentlich bedeutet, sicher anzukommen – ob nun auf Asphalt oder über die Hochebene.

Jetzt bleibt nur noch, die Daumen zu drücken, dass die Öffnung morgen klappt, wie die letzten Meldungen versprechen. Dann ist wieder Vollbetrieb auf der E6, und wir können endlich aufatmen. Willkommen zurück, Sørfold.