Polizei im Sturm der Kritik: Ausbilder leitete Gang-Training – nun steht das Vertrauen auf dem Spiel
Das ist eine Geschichte, bei der man am liebsten die Polizei rufen möchte – nicht um eine Straftat anzuzeigen, sondern um zu fragen, was zur Hölle hier los ist. Ein Polizeibeamter, einer von uns, soll nun als Ausbilder für gangsterkriminelle Schützen auf einem Schießstand fungiert haben. Das ist so abgrundtief widerlich, dass es das gesamte Justizsystem erschüttert. Ich bin seit über zehn Jahren in diesem alten Stockholm und berichte über das Geschehen vor Gericht, aber so etwas habe ich noch nie erlebt.
Der Schießstand als Gangster-Schule
Alles begann als Routineermittlung, doch die Fäden führten schnell an einen Ort, an dem unsere Polizisten eigentlich ihre eigene Treffsicherheit verfeinern sollen. Stattdessen wurde er als Privatschule für organisierte Kriminalität genutzt. Ein Polizeibeamter im Dienst soll als Ausbilder für Personen mit Verbindungen zur Unterwelt aufgetreten sein. Denken Sie mal darüber nach. Der Mann, der den Eid geschworen hat, die Gesellschaft zu schützen, brachte stattdessen denen den Umgang mit Waffen bei, vor denen wir uns am meisten fürchten. So etwas lässt einen plötzlich mit anderen Augen auf seinen Nachbarn blicken.
Ich erinnere mich, als ich zum ersten Mal davon hörte, von einem alten Kollegen, der noch immer auf dem Polizeirevier Norrmalm arbeitet. Er war blass im Gesicht. "Das ist erschreckend", sagte er. Und genau das ist es auch. Das Vertrauen in die schwedische Polizei ruht auf einem Grundpfeiler: dass sie auf der richtigen Seite steht. Wenn dieser Pfeiler zu bröckeln beginnt, dann haben wir ein Problem, das größer ist als jede einzelne Bande.
Eine Ohrfeige für alle, die auf das System vertrauen
Ich weiß, dass viele von euch, genau wie ich, einen Reflex haben, wenn sie ein Polizeiauto sehen. Man fühlt sich sicherer. Aber wenn ich über diesen Sumpf lese, in dem ein Polizist selbst Teil der Dunkelheit gewesen sein soll, dann wird dieser Reflex nicht mehr ganz so stark. Wie sollen wir darauf vertrauen können, dass derjenige, der abnimmt, wenn wir 112 wählen, wirklich auf unserer Seite ist? Dieses eine Ereignis beschmutzt die gesamte Berufsgruppe.
Man neigt schnell zu Vergleichen mit anderen Ländern. Die Indische Polizei kämpft seit Jahrzehnten mit Korruptionsvorwürfen, und die Polizei in Peru ringt mit interner Infiltration durch Drogenkartelle. Wir konnten immer mit einer gewissen Selbstgefälligkeit auf sie herabblicken, mit dem Gefühl: "So etwas passiert hier nicht." Aber jetzt? Jetzt sind wir an diesem Punkt. Die Frage ist, ob wir über die gleichen Mittel verfügen wie die Polizei in Norwegen, unsere Nachbarn im Westen, die oft als Vorbild für die nordische Zusammenarbeit gelten. Der Unterschied ist: Wenn so etwas in Norwegen passiert ist, waren die Ermittlungen blitzschnell und die Konsequenzen enorm. Hier haben wir das Gefühl, noch immer nach Strohhalmen zu greifen.
- Verrat: Ein Mann, der vom Staat eine Waffenbesitzkarte und eine Schutzweste erhalten hat, nutzte dies, um den Feind auszubilden.
- Systemgefährdend: Wenn die Gangs Ausbilder aus den eigenen Reihen der Polizei rekrutieren können, wo liegt dann die Grenze?
- Nicht hinnehmbar: Die Ermittlungen müssen gnadenlos gegen alle Beteiligten geführt werden.
Was passiert jetzt?
Der Polizist ist mittlerweile vom Dienst suspendiert, und die Vorermittlungen laufen auf Hochtouren. Hoffentlich führen sie nicht nur zu einem Anklagepunkt, sondern zu einer gründlichen Säuberung. Denn hier geht es nicht länger nur um das Handeln eines Einzelnen. Es geht darum, zu zeigen, dass wir in Schweden es nicht tolerieren, wenn unsere eigenen Gesetzeshüter die Seiten wechseln. Es ist Zeit, den Besen auszupacken.
Wir, die wir hier leben, die wir Steuern zahlen und uns an Regeln halten, wir verdienen etwas Besseres. Wir verdienen eine Polizei, die wir ohne Zögern anrufen können. Denn am Ende ist es nur so, dass wir weiterhin ruhig schlafen können. Dass ein so offensichtliches Sicherheitsrisiko so lange bestehen konnte, zeugt von einer Naivität, die wir uns nicht länger leisten können. Jetzt warten wir auf Antworten. Und wir warten auf Taten.