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10. März: 150 Jahre seit dem ersten Telefonat und der Niedergang der Festnetzanschlüsse in Brasilien

Technologie ✍️ Carlos Almeida 🕒 2026-03-10 12:34 🔥 Aufrufe: 1
Altes Telefon auf einem Büroschreibtisch

Wenn Sie vor den 2000ern geboren wurden, erinnern Sie sich wahrscheinlich noch an das Geräusch der Wählscheibe, das verwirrte Kabel und diesen berühmten Satz: „Ich knall dir den Hörer aufs Ohr!“ Nun, der 10. März ist kein gewöhnlicher Tag. Heute ist es genau 150 Jahre her, dass Alexander Graham Bell das erste Telefongespräch der Geschichte führte und seinen Assistenten mit den berühmten Worten rief: „Mr. Watson, kommen Sie her, ich möchte Sie sehen.“ Was die wenigsten ahnen: Dieses Gerät, das die Welt revolutionierte, wird nach und nach zum Museumsstück.

In Brasilien ist der Rückgang der Festnetznutzung dramatisch. Seit 2010 hat sich die Zahl der aktiven Telefonanschlüsse mit Kabel halbiert. Wer über 40 ist, hat die Zeit erlebt, in der ein Telefon zu Hause Luxus war – und heute wundern sich Kinder, wenn sie auf der Straße eine „Telefonzelle“ sehen. Die Technologie hat sich geändert, und mit ihr unsere Gewohnheiten. Aber haben wir bei diesem Wandel vielleicht etwas verloren?

Der Sammler, der die Geschichte nicht sterben lässt

Aus diesem Grund begann der YouTuber João Víctor de Melo aus Belo Horizonte, Relikte der Telefonie zu sammeln. Auf seinem Kanal zeigt er alles, von alten Telebras-Modellen bis hin zu Raritäten wie dem Aqua-air Aqpm-10 De Março Ac-5c-md 115V March, einem Industriekonstrukt aus den 1980ern, an das sich kaum jemand erinnert. „Es ist eine Möglichkeit, die Erinnerung daran, wie wir kommuniziert haben, lebendig zu halten“, erzählt João in einem seiner neuesten Videos. Sein Kanal auf YouTube ist gerade deshalb erfolgreich, weil er diese Gegenstände wieder aufgreift, die Generationen geprägt haben.

Der letzte Atemzug des Festnetzes

Ein symbolischer Meilenstein dieses Abschieds ereignete sich am 10. März 2019, als die Stadt São Paulo die letzte öffentliche Telefonzelle an der Avenida Paulista entfernte. Das Ereignis blieb damals fast unbemerkt, aber für diejenigen, die Geschichte verstehen, war es das Ende einer Ära. Die Glaskabinen, die einst voll mit Telefonkarten und Münzen waren, wichen WLAN-Hotspots und Handy-Ladestationen. Die Kommunikation hat ihr Kleid gewechselt, aber die Essenz bleibt dieselbe: das menschliche Bedürfnis nach Verbindung.

Von Graham Bell zu WhatsApp: Die Zeitleiste der Vernetzung

Um das Ausmaß dieser Wende zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Meilensteine dieser 150 Jahre:

  • 1876: Graham Bell führt das erste Telefongespräch in Boston.
  • 1922: Ankunft des ersten Telefons in Brasilien, installiert im Palácio do Catete in Rio de Janeiro.
  • 1990: Beginn des Verkaufs von Mobiltelefonen im Land – es waren wahre Klötze, die über 1 kg wogen.
  • 2010: Smartphones werden populär, und die Festnetzanschlüsse gehen in den freien Fall über.
  • 2026: Wir feiern 150 Jahre seit dem ersten Telefonat, und Festnetztelefone werden immer seltener.

Trotz all der heutigen Technologie – mit Zoom, WhatsApp und Satellitentelefonie – birgt der Akt, jemanden anzurufen, immer noch eine gewisse Zuneigung. Vielleicht suchen die Menschen deshalb weiterhin auf YouTube nach Videos mit alten Werbespots der Telesp oder dem nostalgischen Geräusch der Wählscheibe. Der 10. März erinnert uns daran, dass sich die Form im Grunde ändern kann, aber der Wunsch, „Hallo“ zu sagen, ist ewig.