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Toivo Sukari im Klartext: «Allen geht es schlecht» – So tickt Finnlands Business-Ikone heute

Wirtschaft ✍️ Matti Mäkelä 🕒 2026-03-25 16:23 🔥 Aufrufe: 1
Toivo Sukari

Toivo Sukari war noch nie ein Mann, der um den heissen Brei herumredet. Und jetzt, wo die finnische Wirtschaft am Boden liegt und die Unternehmer die Zähne zusammenbeissen, meldet sich der Sohn aus der Region Turku wieder mit Worten zu Wort, die zum Nachdenken anregen. Dies ist keine gewöhnliche Pressemitteilung über die Geschäftszahlen von Maskun Kalustetalo. Es ist eine klare, ungeschminkte Analyse eines Mannes, der ein Imperium aufgebaut hat – und der auch erfahren musste, wie zerbrechlich es letztlich sein kann.

«Allen geht es schlecht» – Sukaris nüchterne Einschätzung

Ich traf Sukari letzte Woche. Die alte Leidenschaft brennt immer noch in ihm, aber in seinem Auftreten liegt jetzt eine andere Schwere. Er versucht nicht, ein rosiges Bild zu malen. Im Gegenteil. Als ich ihn nach der aktuellen Geschäftsstimmung fragte, wischte er jede Beschönigung vom Tisch. «Allen geht es schlecht», stellte er unverblümt fest. Es war keine Klage, sondern eine Feststellung. Es war diese typisch finnische Ehrlichkeit, für die er bekannt ist – und die es hierzulande öfter geben dürfte.

Seiner Meinung nach ist die gesamte Unternehmerschaft derzeit am Anschlag. Während grosse Ketten und Netzwerke scheinbar noch durchhalten, erinnert Sukari daran, dass die Arbeit dahinter von ganz normalen Menschen geleistet wird. Von Menschen, deren Tage länger und Nächte kürzer werden. Das ist die Realität, die sich auch im Ideapark Lempäälä und im Ideapark Oulu zeigt: Die Kunden kommen, aber die Kaufkraft ist nicht mehr das, was sie einmal war.

Glaube, Hoffnung, Liebe – und Jouni K. Kemppainen

Das alte Sprichwort «Glaube, Hoffnung und Liebe» erhält bei Sukari eine völlig neue Bedeutung. Auch wenn er sich offiziell aus dem operativen Tagesgeschäft zurückgezogen hat, ist er längst nicht verschwunden. Und genau hier kommt eine weitere Schwergewicht des finnischen Wirtschaftslebens ins Spiel: Jouni K. Kemppainen.

Kemppainen war über die Jahre derjenige, mit dem Sukari nicht nur Geschäftsideen, sondern auch die schwierigsten Momente geteilt hat. Als Maskun Kalustetalo damals in schwerem Fahrwasser steckte, fanden die beiden Männer zueinander. Es geht nicht nur ums Geschäft. Es ist ein gegenseitiges Verständnis, das ohne jenes Glauben, Hoffnung und Liebe zur eigenen Arbeit nicht entstehen kann. Sukari sagt selbst, dass ohne einen solchen Partner, der die gleiche Zukunftsvision teilt, aus diesem Unterfangen nichts werden würde.

  • Die DNA von Maskun Kalustetalo: Sukari betont, dass das Möbelgeschäft nach wie vor der Kern des Unternehmens ist. Es handle sich nicht um einen «digitalen Social-Media-Hype», sondern um greifbare Produkte, die man vor Ort erleben muss.
  • Die Kraft von Ideapark: Ideapark Lempäälä und Oulu sind für Sukari nicht einfach nur Einkaufszentren. Sie sind «Wohnzimmer», in denen finnische Familien ein- und ausgehen. Er weiss: Wenn sie dort nicht mehr verkehren, dann nirgendwo.
  • Klartext: Zur aktuellen Krise hat er eine klare Meinung: «Die Politiker sollten jetzt den Mund halten und die Unternehmen ihre Arbeit machen lassen.»

Wie sieht die Zukunft aus?

Wenn es um sein Vermächtnis geht, verliert Sukari keine überflüssigen Worte. Er möchte sehen, dass die Orte, die er aufgebaut hat – die Ideaparks, Maskun Kalustetalo – weiterleben. Und so kritisch er die aktuelle Lage auch sieht, den scharfen Blick für Chancen hat er nicht verloren. «In Finnland gibt es immer noch die guten Macher», sagt er und fügt hinzu, dass genau jetzt der Moment sei, um mutig zu sein.

Eines ist sicher: Solange Toivo Sukari atmet, sagt er, was er denkt. Und niemand muss raten, was er über die Lage des Unternehmertums denkt. Das ist diese Authentizität, nach der wir uns hier im Norden so sehr sehnen. Die findet man nicht in PowerPoint-Präsentationen, sondern sie zeigt sich darin, dass ein Mann, wenn er den Raum betritt, genau weiss, wovon er spricht.