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Medwedew bezwingt Draper in Indian Wells nach umstrittenem Entscheid

Sport ✍️ Pierre Dubois 🕒 2026-03-13 04:48 🔥 Aufrufe: 2
Daniil Medwedew und Jack Draper in Indian Wells

Es gibt Spiele, die gewinnt man, und solche, die einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Die Drittrundenpartie zwischen Daniil Medwedew und Jack Draper in Indian Wells gehört eindeutig in die zweite Kategorie. Auf dem kalifornischen Court, unter sengender Sonne, setzte sich der Russe schliesslich durch – aber in einer elektrisierenden Atmosphäre, nach einer Schiedsrichterentscheidung, die das Match buchstäblich auf den Kopf stellte. Daran werden sich Puristen erinnern, und das nicht nur wegen des gezeigten Niveaus.

Ein Bruch, der von aussen kam

Wir schrieben den dritten Satz, Draper hatte gerade Medwedew das Aufschlagspiel abgenommen und servierte zum Sieg. 30-40, Matchball für den Briten. Ein kraftvoller erster Aufschlag, Medwedew spielt den Ball zurück... und da ruft der Linienrichter "Foul" – ein Aufschlagfehler von Draper. In der Zeitlupe ist es eindeutig: Sein Fuss hat die Linie deutlich übertreten. Der Schiedsrichter zögert kurz, dann bestätigt er den Aufschlagfehler. Doppelfehler? Nein, denn bei einem Aufschlagfehler wird der Punkt wiederholt. Nur: Im folgenden Ballwechsel hatte Draper bereits die Oberhand gewonnen und wollte den Punkt zum Matchgewinn machen. Stattdessen wird der Matchball wiederholt. Medwedew, clever wie ein Fuchs, nutzt die Gelegenheit, kämpft sich zurück, breakt seinerseits und beendet das Spiel schliesslich. Eine krasse Ungerechtigkeit für Draper, der den Sieg so durch die Finger gleiten sah.

Medwedew, der Winner wider Willen

Natürlich brodeln in den sozialen Netzwerken die Gemüter. Viele schreien nach einem Skandal, andere erinnern daran, dass Medwedew nicht der Typ ist, der sich von solchen Vorfällen aus der Ruhe bringen lässt. Er, der wahre Kämpfer, ballte nur die Faust und zog sein Ding durch. Nach dem Match sagte er an der Pressekonferenz: "In dem Moment sah ich den Schiedsrichter den Arm heben, ich dachte mir nur 'okay, wird wiederholt'. Das ist die Regel. Ich kann Jacks Frustration natürlich verstehen." Ganz der alte Medwedew, zynisch aber effektiv.

Von Glanz auf Asphalt zu Glanz auf Eis: Die Medwedews sind überall

Während der eine auf dem Hartplatz in den USA für Wirbel sorgt, lässt eine andere Medwedewa in Europa von sich reden. Jewgenija Medwedewa, die Eiskunstläuferin, meistert abseits des Trubels der Schiedsgerichte einen Dreifach-Axel nach dem anderen auf dem Eis. Und was sagt der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew dazu? Er verfolgt diese sportlichen Höchstleistungen wohl schmunzelnd aus Moskau. Auch Alexander Iwanowitsch Medwedew, der Chef von Gazprom, wird es sich nicht haben nehmen lassen, seinem Namensvetter zu diesem umstrittenen Sieg zu gratulieren. Eines ist sicher: Die Medwedews sind überall, und dieser hier, Daniil, wird noch einiges von sich reden machen.

Die Schlüsselzahlen der Kontroverse

  • Der Moment: 3. Satz, 5:4 für Draper, 30:40.
  • Die Entscheidung: Aufschlagfehler gegen Draper bei seinem ersten Service.
  • Die Konsequenz: Annullierter Matchball, Punkt wird wiederholt.
  • Der Ausgang: Medwedew gelingt das Break und gewinnt den letzten Satz mit 7:5.
  • Die Buchmacher: Sie sahen Medwedew als Favoriten mit einer Quote von 1,50 gegenüber 2,60 für Draper – aber mit einem solchen Szenario hatte niemand gerechnet.

Und jetzt?

Mit diesem Sieg zieht Daniil Medwedew in die Achtelfinals ein, wo ihn ein harter Gegner erwartet. Doch mehr noch als das Resultat ist es seine mentale Stärke, die beeindruckt. Fähig, dem Druck standzuhalten und eine aussichtslose Situation zu drehen, zeigt er allen, warum er einmal die Nummer eins der Welt war. Es bleibt abzuwarten, ob ihn diese Kontroverse zusätzlich beflügeln oder an ihm haften bleiben wird. Eines ist gewiss: In Indian Wells wird man den Namen Medwedew so schnell nicht vergessen.