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“Ich habe völlig den Boden unter den Füßen verloren”: Hinter den Kulissen von «The Traitors» – die psychische Gesundheit der Kandidaten wird sehr ernst genommen

Unterhaltung ✍️ Thomas Lefèvre 🕒 2026-03-28 19:57 🔥 Aufrufe: 2

The Traitors muss man niemandem mehr vorstellen. Seit der Ausstrahlung auf M6 ist die Show zu einem gesellschaftlichen Phänomen geworden – diese Mischung aus Strategie, Bluff und Verrat, die uns wochenlang in Atem hält. Doch was für uns Zuschauer reine Unterhaltung ist, bedeutet für die Kandidaten eine ganz andere Hausnummer. In den letzten Tagen habe ich mit einigen von ihnen gesprochen und Hintergrundinformationen gesammelt. Eines ist klar: In dieser Staffel hat der Druck ein nie dagewesenes Ausmaß erreicht.

Die Kandidaten der Show The Traitors während einer Herausforderung

Ein Psychologe am Set: die Massnahme, die alles verändert

Man stellt sich Reality-TV-Drehs oft als gut geölte Maschinen vor, bei denen die Kandidaten mitspielen. Aber The Traitors ist ein Sonderfall. Das Format, das auf psychologischer Manipulation und ständigem Misstrauen basiert, kann selbst die stabilsten Persönlichkeiten aus der Bahn werfen. Zum ersten Mal hat die Produktion beschlossen, das Problem direkt anzugehen, indem sie einen fest angestellten Psychologen installiert hat. Und glauben Sie mir, das ist kein Marketing-Gag, sondern eine absolute Notwendigkeit.

Ein ehemaliger Kandidat der aktuellen Staffel, noch sichtlich bewegt von der Erfahrung, vertraute mir an: «Man kann sich das vor dem Bildschirm nicht vorstellen. Nach zwei Tagen bist du paranoid. Du weisst nicht mehr, wer lügt, wer die Wahrheit sagt, und du fängst an, an dir selbst zu zweifeln. Ich habe völlig den Boden unter den Füßen verloren. Die psychische Belastung ist enorm. Aber diesmal macht es einen riesigen Unterschied, einen Psychologen zur Verfügung zu haben, direkt neben dem Set. Man kann sich um 3 Uhr morgens nach einer hitzigen Ratsversammlung alles von der Seele reden, und das rettet einen.»

«Ich habe drei Tage lang geweint»: Die Realität hinter dem Spiel

Man neigt dazu zu vergessen, dass hinter den Verrätern und Loyalen echte Menschen stehen. Und das Spiel treibt sie bis an ihre Grenzen. Eine Anekdote, die im Technik-Team die Runde macht, stammt von einem Teilnehmer, der das Abenteuer gerade verlassen hat. Er war in einem Ausnahmezustand. Nicht wegen der Eliminierung, sondern wegen des ständigen Misstrauensklimas. Er gestand mir, mit noch feuchten Augen bei der Erinnerung: «Ich habe drei Tage lang geweint, nachdem ich rausgeflogen bin. Nicht aus Traurigkeit, sondern aus Erleichterung. Es ist, als ob man aus einem psychologischen Krieg aussteigt.»

Was mich an dieser Staffel beeindruckt hat, ist das kollektive Umdenken. Die Produktion filmt nicht nur die Tränenausbrüche, sie antizipiert sie. Die Spieler haben jetzt feste Zeitfenster, um zu reden, um neue Energie zu tanken. Das ist kein Luxus, sondern der Eckpfeiler des Konzepts. Denn um die Rolle des Verräters zu spielen, muss man erstmal einen klaren Kopf bewahren.

Geständnisse, die einem kalt den Rücken runterlaufen lassen

Ich liste euch hier mal kurz auf, ohne Namen zu nennen (denn ein Vertrag ist ein Vertrag), was aus den Gesprächen hinter den Kulissen hervorgeht. Die Kandidaten beschreiben einen Dreh, der mehr an ein angstbesetztes Kammerspiel als an einen einfachen Wettbewerb erinnert:

  • Verlust von zeitlichen Bezugspunkten: Die Drehtage sind so lang und intensiv, dass einige nicht mehr wissen, welcher Wochentag ist. Das Spiel wird zur alternativen Realität.
  • Das Verräter-Syndrom: Diejenigen, die die Maske tragen, leben in ständigem Stress. Sie müssen 24 Stunden am Tag lügen, und einige überzeugen sich schliesslich selbst davon, dass sie die «Bösen» der Geschichte sind, was ein enormes Schuldgefühl erzeugt.
  • Loyale in Not: Paradoxerweise sind es oft die «Guten», die am meisten zusammenbrechen. Die Unfähigkeit, die Verräter zu entlarven, führt bei ihnen zu einem Gefühl des persönlichen Versagens, das obsessiv werden kann.

Ein Erfolg, der auf einem unsichtbaren Drahtseil balanciert

Was den Reiz von The Traitors ausmacht, ist diese ständige Anspannung. Aber wenn ich sehe, wie sehr sich die Produktion dieses Jahr um das psychologische Wohl kümmert, wird mir klar, dass der Erfolg auf einer Gratwanderung beruht. Zu viel Druck und das Spiel zerbricht. Zu wenig Druck und wir verlieren an Authentizität.

Also ja, wir lieben es, Eric Antoine dabei zuzusehen, wie er mit seiner gewohnten Gelassenheit seine Ermittlungen führt, und wir jubeln, wenn ein Verräter entlarvt wird. Aber ich versichere euch: Wenn man die Hintergründe kennt, sieht man die Kandidaten mit anderen Augen. Man denkt sich, dass sie nicht nur «Spieler» sind, sondern Athleten des Geistes, die zu unserem grössten Vergnügen in sehr trüben Gewässern navigieren müssen.

Die gute Nachricht ist, dass in dieser Staffel niemand wirklich untergeht. Denn selbst im grossen Spiel der Manipulation hat die Produktion verstanden, dass es eine Grenze gibt, die nicht überschritten werden darf. Und das garantiert uns noch viele weitere Staffeln voller Verrat … in sicherem Rahmen.