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Internationaler Frauentag 2026: Von Emotionen zu Taten – Diese Veranstaltungen dürfen Sie nicht verpassen

Frauen ✍️ Sofie Krogh 🕒 2026-03-06 11:30 🔥 Aufrufe: 1

Frauen an der Demonstration zum Internationalen Frauentag

Der 8. März rollt auf die Schweiz zu, und es ist nicht einfach nur ein weiterer Sonntag. Der Internationale Frauentag ist in diesem Jahr aktueller denn je. Denn obwohl wir mehr Frauen in Führungsetagen und eine lebhafte Debatte haben, klafft immer noch eine Lücke zwischen Rhetorik und Realität. Wir haben einen Winter mit scharfen Diskussionen über die blinden Flecken der Gleichstellung hinter uns, und gerade in diesem Jahr spüre ich eine Ungeduld auf der Strasse. Es geht längst nicht mehr nur darum, sich gleichgestellt zu fühlen – es geht ums Handeln.

Eine neue Generation meldet sich zu Wort: UngKlang geht voran

In Zürich sind es vor allem die Jungen, die den Ton angeben. Die Organisation UngKlang feiert den Frauentag mit einem Programm, das einen Bogen von den Feministinnen der 70er Jahre bis heute spannt. Sie haben verstanden, dass der Kampf nicht vorbei ist, nur weil wir eine Bundesrätin hatten. Im Gegenteil. Ihre Veranstaltungen reichen von Workshops zum Thema Selbstwertgefühl bis hin zu offenen Mikrofonen, an denen junge Frauen ihre Geschichten teilen können. Hier formen sich die feministischen Frontlinien der Zukunft – und hier spürt man, dass die Wut noch immer brodelt, jetzt aber verpackt in Gemeinschaft und Tatendrang.

Die Debatte: Emotionen allein versetzen keine Berge

Kürzlich tobte die Debatte in den Medien, als ein bekannter Kommentator ins Wespennest stach: Es reicht nicht, zu meinen, man sei gleichgestellt. Wir müssen uns trauen, auf die Zahlen zu schauen. Auf Lohnunterschiede, die in einigen Branchen immer noch bei 15-20 Prozent liegen. Auf die ungleiche Verteilung der Elternzeit. Auf die Frauen, die in Besprechungen immer noch übersehen werden. Ich sprach diese Woche mit einer erfahrenen Direktorin, die sagte: «Wir haben die Gespräche geführt – jetzt brauchen wir Systeme.» Und sie hat recht. Denn wenn man genauer hinsieht, geht es um Strukturen. Um Vorurteile bei Einstellungen. Darum, wer Redezeit bekommt. Und genau deshalb ist der Internationale Frauentag so entscheidend: Er zwingt uns innezuhalten und die Realität an den Idealen zu messen.

Gute Nachrichten aus der Wirtschaft – aber wir müssen dranbleiben

Es gibt jedoch auch Lichtblicke. Mehrere Analysen deuten darauf hin, dass die Unternehmen endlich in Bewegung kommen. Nicht nur aus Prestigegründen, sondern weil Vielfalt tatsächlich das Geschäftsergebnis verbessert. Ich hörte von einem grösseren Schweizer Unternehmen, das kürzlich anonymisierte Bewerbungsgespräche einführte – und plötzlich stieg der Anteil der weiterkommenden Kandidatinnen deutlich. Kleine Schritte, aber sie weisen den Weg. Es sind solche konkreten Massnahmen, die wir brauchen. Und genau daran sollen uns die Aktionen heute erinnern: dass wir uns nicht zurücklehnen und darauf vertrauen dürfen, dass es sich von selbst regelt.

Erleben Sie den Tag in Ihrer Nähe: Hier sind die Veranstaltungen

Ob Sie Lust auf Debatte, Musik oder Strassenprotest haben – in fast allen Städten ist etwas los. Ich habe mir das Programm angesehen – und es ist erstaunlich, wie viel Engagement darauf verwendet wird, Räume für den Austausch zu schaffen. Hier eine Auswahl, was Sie erleben können:

  • Zürich: Kundgebung ab 12 Uhr auf dem Helvetiaplatz, gefolgt von Reden und einem Programm im Park. UngKlang lädt in ihre Räumlichkeiten im Kreis 4 zu Diskussion und gemeinsamen Singen ein.
  • Bern: Das Frauen*raum Zentrum lädt zu einem Diskussionsabend mit Fokus auf Gleichstellung im Kulturbereich ein.
  • Basel: Strassenfest im Stadtzentrum mit Musik und Kunstausstellungen lokaler Künstlerinnen.
  • Lausanne: Politische Debatte in der Hauptbibliothek mit Kandidierenden aller Parteien zur Gleichstellungspolitik der Zukunft.

Wo auch immer Sie sich befinden, die Chancen stehen gut, dass Sie eine Veranstaltung finden, die Lust aufs Mitmachen macht. Denn in der Gemeinschaft finden wir die Stärke. Der Frauenkampftag ist nicht nur ein Gedenktag – er ist eine Erinnerung daran, dass wir auf den Schultern derer stehen, die vor uns kamen, und dass wir es ihnen schulden, weiter laut zu sein. Auch wenn es unangenehm ist. Auch wenn es sich anfühlt, als hätten wir das Ziel erreicht. Denn das haben wir nicht. Noch nicht.