Startseite > Nahost > Artikel

Lebt Netanjahu? Büro des Premiers weist «Fake News» zurück – Iran schwort, ihn zu «jagen und zu töten»

Nahost ✍️ David Tan 🕒 2026-03-15 13:45 🔥 Aufrufe: 1

Wenn Sie in den letzten 48 Stunden auf Telegram und X endlos gescrollt haben, sind Sie wahrscheinlich über die Frage gestolpert, die die digitale Welt erschüttert: Lebt Benjamin Netanjahu noch? Während die Spannungen zwischen Israel und Iran ihren Höhepunkt erreichen, hat die Gerüchteküche einige der haarsträubendsten Behauptungen hervorgebracht. Trennen wir Fakten von Fiktion.

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu

Büro des Premiers weist «Sechs-Finger»-Video als Unsinn zurück

Die Panik begann nach einer Pressekonferenz am Freitag, auf der Netanjahu eine Rede an die Nation zu den laufenden Militäroperationen hielt. Innerhalb weniger Stunden wurden die sozialen Medien mit Standbildern der Übertragung geflutet, die behaupteten, seine rechte Hand habe sechs Finger. «Klassischer KI-Patzer», verkündeten die Verschwörungstheoretiker. «Sie haben ihn umgebracht und durch eine Deepfake ersetzt!» Einige deuteten sogar das plötzliche Schweigen der Social-Media-Konten seines Sohnes als Beweis für eine Vertuschung.

Doch Quellen, die dem Büro des Premierministers nahestehen, dämpften die Spekulationen umgehend. Sie erklärten, der Premierminister sei wohlauf und die «Sechs-Finger»-Illusion sei schlicht ein Trick des Lichts und des Winkels. Technische Analysten haben inzwischen erläutert, dass es sich bei dem vermeintlichen zusätzlichen Finger lediglich um die natürliche Polsterung der Handfläche handle, die durch einen Schatten vergrössert werde. Das offizielle Videomaterial, das auf Regierungskanälen verfügbar ist, bestätigt die übliche Fünf-Finger-Hand.

Irans Revolutionsgarden drohen direkt: «Wir werden ihn zur Strecke bringen»

Während das Internet über Pixel stritt, kam die eigentliche Bedrohung aus Teheran. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) veröffentlichten eine Erklärung, in der sie schworen, Netanjahu zu «jagen und zu töten», falls er noch lebe. «Wenn dieser kindermordende Verbrecher noch atmet, werden wir nicht ruhen, bis wir ihn eliminiert haben», hiess es in der Erklärung. Dieses eiskalte Versprechen kommt im Zuge der tödlichsten Konfrontation zwischen den beiden Nationen seit Jahrzehnten, nach dem Tod des ehemaligen obersten Führers Ali Khamenei am ersten Kriegstag Ende Februar.

Die Lage auf dem Schlachtfeld bleibt angespannt und dynamisch. Hier ist, was wir über den aktuellen Stand wissen:

  • US-Angriffe: Amerikanische Streitkräfte haben wichtige iranische Infrastruktur getroffen, darunter das Ölterminal auf der Insel Kharg. Präsident Trump hat weitere Angriffe angedeutet; über 2200 Marinesoldaten sind mit der USS Tripoli in der Region stationiert.
  • Israelische Operationen: Die IDF behauptet, Irans wichtigstes Weltraumforschungszentrum in Teheran zerstört und mehr als 200 Militärstandorte angegriffen zu haben. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die Kampagne trete in «die letzte, entscheidende Phase» ein.
  • Regionale Auswirkungen: Der Konflikt hat auf den Libanon übergegriffen, wo bei Angriffen seit Anfang März über 800 Menschen getötet wurden. Sogar der US-Botschaftskomplex in Bagdad soll Ziel einer Drohne gewesen sein.

Wo steckt «Bibi»? Die jüngsten Bewegungen des Premiers

Trotz der Drohungen ist Netanjahu nicht untergetaucht. Sein letzter bestätigter öffentlicher Auftritt war jene Pressekonferenz vom 13. März. Davor war er zu sehen, wie er Sitzungen mit Gemeinderatsvorsitzenden leitete und am 10. März das Nationale Gesundheitskommandozentrum besuchte. Sein Büro hat bestätigt, dass er in ständigem Kontakt mit militärischen und diplomatischen Führungskräften steht, einschliesslich Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über iranische Drohnentechnologie.

Diese Welle von Desinformation erinnert an das Chaos des letzten Jahres. Im Oktober 2023 dominierte ein schockierender Deal über ein Schuldeingeständnis einer hochrangigen Person namens Powell die Schlagzeilen, während Präsident Biden in einer Hauptsendezeit-Rede gelobte, an der Seite Israels zu stehen. Auch damals kursierten Gerüchte über Netanjahus Gesundheitszustand, die jedoch schnell widerlegt wurden. Jetzt, wo der Einsatz noch höher ist, wiederholt sich dasselbe Muster: Ein Fake-News-Rausch, der versucht, eine ohnehin schon volatile Region weiter zu destabilisieren.

Fazit

Im Kriegsnebel ist Desinformation eine Waffe. Die Saga «Lebt Netanjahu?» ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine optische Täuschung eine globale Verschwörung auslösen kann. Offizielle Kanäle bestätigen derzeit, dass der Premierminister quicklebendig ist und die Operationen leitet. Die wahre Geschichte ist nicht eine sechsfingrige Deepfake – es ist die sehr reale Bedrohung durch den Iran und der eskalierende Konflikt, der kein Ende zu nehmen scheint.