Ist Netanjahu noch am Leben? Büro des Ministerpräsidenten geißelt „Fake News“, während Iran ihn „jagen und töten“ will
Wenn Sie in den letzten 48 Stunden durch Telegram und X gescrollt haben, sind Sie wahrscheinlich über die Frage gestolpert, die die digitale Welt erschüttert: Ist Benjamin Netanjahu noch am Leben? Angesichts der eskalierenden Spannungen zwischen Israel und dem Iran hat die Gerüchteküche einige der haarsträubendsten Behauptungen hervorgebracht. Bringen wir Licht ins Dunkel.
Büro des Premiers weist „Sechs-Finger“-Video als Unsinn zurück
Die Panik begann nach einer Pressekonferenz am Freitag, auf der Netanjahu die Nation über die laufenden Militäroperationen informierte. Innerhalb weniger Stunden wurden die sozialen Medien mit Standbildern der Übertragung geflutet, die angeblich zeigten, dass seine rechte Hand sechs Finger habe. „Klassischer KI-Patzer“, erklärten die Verschwörungstheoretiker. „Sie haben ihn umgebracht und durch eine Deepfake-Attrappe ersetzt!“ Einige deuteten sogar das plötzliche Schweigen der Social-Media-Konten seines Sohnes als Beweis für eine Vertuschung.
Doch Quellen, die dem Büro des Ministerpräsidenten nahestehen, widersprachen den Spekulationen entschieden und erklärten, der Premierminister sei gesund und munter und bei der „Sechs-Finger“-Illusion handele es sich schlicht um ein Spiel des Lichts und des Winkels. Technische Analysten haben inzwischen erläutert, dass es sich bei dem angeblichen zusätzlichen Finger lediglich um das natürliche Polster der Handfläche handle, das durch einen Schatten vergrößert werde. Das offizielle Videomaterial auf den Regierungskanälen bestätigt die übliche, fünffingrige Hand.
Irans Revolutionsgarden drohen direkt: „Wir werden ihn zur Strecke bringen“
Während das Internet über Pixel stritt, kam die eigentliche Bedrohung aus Teheran. Die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) veröffentlichten eine Erklärung, in der sie schworen, Netanjahu zu „jagen und zu töten“, falls er noch lebe. „Wenn dieser kindermordende Verbrecher noch atmet, werden wir nicht ruhen, bis wir ihn beseitigt haben“, hieß es in der Erklärung. Dieses unheilvolle Versprechen kommt im Zuge der tödlichsten Konfrontation zwischen den beiden Nationen seit Jahrzehnten, nach dem Tod des ehemaligen geistlichen Führers Ali Chamene'i am ersten Kriegstag Ende Februar.
Die Lage auf dem Schlachtfeld bleibt angespannt und dynamisch. Hier ist, was wir über den aktuellen Stand wissen:
- US-Angriffe: Amerikanische Streitkräfte haben wichtige iranische Infrastrukturen getroffen, darunter das Ölterminal auf der Insel Charg. Präsident Trump hat weitere Angriffe angedeutet; über 2.200 Marinesoldaten sind mit der USS Tripoli in der Region stationiert.
- Israelische Operationen: Die IDF behauptet, das wichtigste Weltraumforschungszentrum des Iran in Teheran zerstört und über 200 Militärstandorte angegriffen zu haben. Verteidigungsminister Israel Katz erklärte, die Kampagne trete in „die letzte, entscheidende Phase“ ein.
- Regionale Auswirkungen: Der Konflikt hat auf den Libanon übergegriffen, wo seit Anfang März bei Angriffen über 800 Menschen getötet wurden. Selbst der US-Botschaftskomplex in Bagdad soll Ziel einer Drohne gewesen sein.
Wo steckt ‚Bibi‘? Die jüngsten Bewegungen des Premiers
Trotz der Drohungen ist Netanjahu nicht untergetaucht. Sein letzter bestätigter öffentlicher Auftritt war jene Pressekonferenz am 13. März. Zuvor war er bei der Leitung von Treffen mit Kommunalpolitikern und beim Besuch des nationalen Gesundheitskommandozentrums am 10. März gesehen worden. Sein Büro hat bestätigt, dass er in ständigem Kontakt mit militärischen und diplomatischen Führungskräften steht, einschließlich Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über iranische Drohnentechnologie.
Diese Welle von Desinformation erinnert an das Chaos des letzten Jahres. Im Oktober 2023 dominierte ein schockierender Deal über ein Schuldeingeständnis einer prominenten Persönlichkeit namens Powell die Schlagzeilen, während Präsident Biden in einer Hauptsendezeit-Rede gelobte, an der Seite Israels zu stehen. Schon damals kursierten Gerüchte über Netanjahus Gesundheit, die jedoch schnell widerlegt wurden. Jetzt, wo die Einsätze noch höher sind, wiederholt sich das gleiche Muster: Ein Irrsinn aus Falschmeldungen, der versucht, eine bereits volatile Region weiter zu destabilisieren.
Fazit
Im Nebel des Krieges ist Desinformation eine Waffe. Die Saga „Lebt Netanjahu noch?“ ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine optische Täuschung eine globale Verschwörungstheorie auslösen kann. Offiziellen Kanälen zufolge ist der Premierminister sehr wohl am Leben und leitet die Operationen. Die eigentliche Geschichte ist nicht eine sechsfingrige Deepfake-Attrappe – es ist die sehr reale Bedrohung durch den Iran und der eskalierende Konflikt, der kein Ende zu nehmen scheint.