Harry Hole ist zurück: Darum ist „Teufelsstern“ die am meisten erwartete Serie des Jahres
Die Stille war ohrenbetäubend. Für uns, die wir Jo Nesbøs Spürhund seit der ersten Seite verfolgt haben, die Filmadaptionen kommen und gehen sahen, war die Sehnsucht nach Harry Hole ein ständiges Ziehen im Magen. Aber jetzt, verdammt noch mal. Der abgekämpfte, brillante und immer so unberechenbare Detective ist zurück auf dem Bildschirm – und er bringt eine Geschichte mit, die alle Krimis des letzten Jahres verblassen lässt.
Ein Mann am Rande des Ruins
Niemand hat wirklich erwartet, dass Harry Hole mit geputzten Schuhen und einem frisch gebügelten Hemd auftauchen würde. Dieses Mal geht das Gerücht, dass er zerrissener ist denn je – ein Schatten seiner selbst, gezeichnet von Misserfolgen und alten Sünden. Und genau als ihn alle abgeschrieben haben, flüstern sich die Leute auf den Gängen zu, dass er der Einzige ist, der den unmöglichen Fall um „Teufelsstern“ lösen kann. Das ist der magische Kontrast, den ich am meisten vermisst habe: ein Held, der völlig kaputt ist, aber dennoch unverzichtbar.
Ellen Helinder übernimmt – und es wird Chaos
Monatelang wurde in der TV-Branche getuschelt, und jetzt ist es bestätigt: Ellen Helinder spielt die Rolle der Beate Lønn. Für uns, die wir die Bücher gelesen haben, ist Lønn keine bloße Nebendarstellerin. Sie ist ein Dorn im Auge, ein moralischer Kompass, der in alle Richtungen zeigt. Helinder, mit ihrer Fähigkeit, sowohl zärtlich als auch beängstigend intensiv zu sein, wird die Wände einreißen. Ich sah sie vor ein paar Jahren am Schauspielhaus Zürich – ihre Präsenz auf der Bühne ist pure Urgewalt. Zu sehen, wie sie auf Harry Hole trifft, wird sein, als würde man zwei Stürme im selben Raum loslassen.
Dämonen im Licht – Joel Kinnamans Realität
Es ist kein Geheimnis, dass Schauspieler auf diesem Niveau einen Preis zahlen. Joel Kinnaman, den viele von uns aus seinen früheren knallharten Rollen kennen, hat selbst offen über seinen Kampf gesprochen. Er erzählte, dass psychedelische Drogen ihm geholfen haben, mit seinen eigenen inneren Dämonen umzugehen und zu funktionieren, wenn der Druck am größten ist. Wenn ich das höre, fallen mir die Parallelen zu Harry Hole auf. Die Figur und der Schauspieler spiegeln sich gegenseitig – beide kämpfen gegen dieselbe Dunkelheit, nur auf verschiedenen Seiten der Kamera. Diese Aufrichtigkeit überträgt sich auf die Leinwand, das kann ich euch versprechen.
Was „Teufelsstern“ zu einem Muss macht
Viele haben versucht, Nesbøs rohe, norwegische Melancholie einzufangen, aber die meisten sind gescheitert. Diese Produktion – von der man sich auf den Gängen flüstert, sie habe sich von der neuen Welle düsterer Actionthriller inspirieren lassen – will nicht nur eine Geschichte erzählen, sondern eine ganze Welt erschaffen. Hier sind die vier Zutaten, die mich glauben lassen, dass dies die beste Version von Harry Hole überhaupt wird:
- Die Schlägereien fühlen sich echt an: Kein Ballett. Nur blaue Flecken und Atemnot.
- Die Beziehung zu Beate Lønn: Keine Nebenhandlung, sondern das eigentliche Herz des Dramas.
- Keine Zensur: Sie haben sich getraut, das Deprimierende, Komplizierte und geradezu Unangenehme beizubehalten.
- Das Tempo aus der Hölle: Keine Füllsel. Jede Szene ist ein Schlag ins Gesicht.
So sieht die Sache aus: Wenn du jemals Krimis mochtest, oder einfach nur einen Mann sehen willst, der mit seinen eigenen Gespenstern ringt, während er einen Serienmörder jagt – dann gibt es nur eine Adresse. Harry Hole ist zurück – wütender, hässlicher und faszinierender denn je. Mach dich bereit für „Teufelsstern“. Das hier wird wehtun – auf die bestmögliche Art.