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Nafta-Preise explodieren: Von Naftalen bis Erdöl – so betrifft es deinen Alltag

Wirtschaft ✍️ Erik Lundström 🕒 2026-03-29 00:05 🔥 Aufrufe: 1
Tankstelle Argentinien

Wenn du denkst, Tanken sei jetzt teuer, dann hör dir mal an, was auf der anderen Seite des Atlantiks abgeht. In Argentinien sind die Nafta-Preise zu einer regelrechten Achterbahnfahrt geworden. In der letzten Woche mussten Autofahrer in Städten wie La Plata und Mendoza mitansehen, wie die Preise an den Tankstellen fast täglich in die Höhe schossen. YPF, das staatlich dominierte Ölunternehmen, hat in weniger als einer Woche gleich vier Preiserhöhungen durchgesetzt. Für die Leute dort geht es längst nicht mehr darum, Preise zu vergleichen, um ein paar Pesos zu sparen – es geht ums blanke Überleben im Alltag.

Wir hierzulande neigen dazu, auf unsere eigenen Zapfsäulen zu schauen und zu seufzen, doch dies ist eine Erinnerung daran, wie globalisiert der Erdöl-Markt in Wirklichkeit ist. Was als Unruhen im Nahen Osten begann und sich nun in den Preisen von Buenos Aires bis nach Zürich niederschlägt, zeigt, dass niemand in einer Blase lebt. Es ist Naftalen – jene schweren chemischen Bestandteile, die den Antrieb liefern –, das den Ton angibt. Wenn es in den Häfen teuer wird, wird es auch beim lokalen Händler um die Ecke teurer.

Von Naftali bis Diesel – der gleiche Kampf

Wusstest du, dass das Wort "Nafta" einen Vetter namens Naftali hat? Nein, das ist kein neuer Premium-Kraftstoff, sondern eine Erinnerung daran, dass die Geschichte der Rohstoffe lang und komplex ist. Aber im Moment geht es nicht um Geschichte, sondern um die akute Lage. In Argentinien haben einige Tankstellen bereits im März die Preise um über 20 Prozent angehoben. Stell dir vor, du gehst hier in Zürich zur Tankstelle und siehst, dass der Literpreis innerhalb einer Woche um 20 Rappen gesprungen ist. Das wäre das absolute Chaos.

Vor solchen Preisschocks sind auch wir nicht gefeit. Das argentinische Beispiel ist ein Extremfall, aber es beruht auf denselben Grundlagen, die hierzulande immer die Preise für Diesel und Benzin beeinflussen: geopolitische Unsicherheiten, Engpässe in Raffinerien und eine Nachfrage, die einfach nicht abflauen will. Wenn wir sehen, dass sogar Naftalan (das medizinische Öl) in Wirtschaftskrisen zum Thema wird, dann wird klar, wie ernst die Lage ist. Alles, was aus einer Ölleitung kommt, bekommt einen neuen Preis.

So meisterst du den Alltag, wenn die Preise durch die Decke gehen

Als ehemaliger Vielfahrer kenne ich die Muster. Wenn der Preis für Erdöl auf dem Weltmarkt steigt, dauert es etwa eine Woche, bis wir es im Portemonnaie spüren. Hier sind ein paar Dinge, die ich gelernt habe, um nicht durchzudrehen, wenn es wieder so weit ist:

  • Nachts tanken: Viele Tankstellen, besonders in den Ballungszentren, aktualisieren ihre Preise am Vormittag. Tanken nach 19 Uhr kann tatsächlich günstiger sein.
  • Schau lieber auf Naftali als auf die Schlagzeilen: Scherz beiseite, verfolge die Rohölpreise in Echtzeit. Das ist ein besserer Indikator als die Morgenzeitungen, die oft ein paar Tage hinterherhinken.
  • Spritsparend fahren: Klingt abgedroschen, aber gleichmässig fahren und den Reifendruck prüfen ist das Einzige, was wirklich hilft, wenn Diesel oder Benzin ein Vermögen kosten.

Derzeit tobt ein stiller Krieg um jeden Milliliter Nafta. Von den Raffinerien in La Plata, wo sie im März täglich die Preise erhöhten, bis zu den Ölhäfen im Nahen Osten, die in Flammen stehen. YPFs vier Preiserhöhungen in einer Woche sind kein lokales Phänomen – sie sind ein Symptom einer Weltwirtschaft, die sich gerade neu formiert. Wir können nur hoffen, dass der grösste Schock in Südamerika bleibt, aber ich würde keinen Rappen darauf verwetten, dass die Preise bei uns in der Schweiz unverändert bleiben.

Halt die Augen offen, wenn du das nächste Mal an die Tankstelle fährst. Du füllst nicht nur deinen eigenen Tank – du bist Teil einer globalen Kette, die gerade in ihren Fugen knarzt.