Augusto Cury kündigt Präsidentschaftskandidatur an und veröffentlicht offenen Brief an das Land
Also Leute, die brasilianische Politbühne hat gerade eine interessante neue Zutat bekommen. Am Abend dieses Mittwochs, dem 4. März 2026, hat der Psychiater und Autor Augusto Cury beschlossen, die Couch zu verlassen und sich ins Getümmel zu stürzen. Der Mann hinter den Klassikern, die Millionen von Brasilianern geholfen haben, ihre eigene Angst zu verstehen – wie "Der Verkäufer von Träumen" und "Angst – Wie man der Krankheit des Jahrhunderts begegnet" – hat in den sozialen Medien einen offenen Brief veröffentlicht, in dem er seine Kandidatur für das Präsidentenamt ankündigt. Und, mal ehrlich, es ist nicht alltäglich, dass jemand, der uns lehrt, mit Emotionen umzugehen, nun das Land verwalten will.
Wer schon einmal ein Buch von Augusto Cury gelesen hat, weiss, dass er nicht um den heissen Brei redet. Der Psychiater, der über 30 Werke veröffentlicht hat und als einer der meistgelesenen Autoren des Jahrzehnts gilt, hat immer wieder auf die Bedeutung emotionaler Intelligenz und die Notwendigkeit, unsere Rollen in der Gesellschaft zu überdenken, gepocht. Jetzt will er dieses Gespräch in den Präsidentenpalast bringen. In dem Brief spart Cury nicht mit Kritik an dem, was er das "politische Theater" nennt, und geisselt die Polarisierung, die seiner Meinung nach "das Land lähmt und die Bevölkerung krank macht".
Der Ton des Dokuments ist ganz im Stil von Cury: philosophisch, direkt und mit einer Prise Provokation. Er argumentiert, dass die Politik auf der Grundlage von Emotionsmanagement und existenzieller Intelligenz erneuert werden muss. Übersetzt: Anstatt um Machtkämpfe zu gehen, will er die emotionale Bildung in den Mittelpunkt der Debatte stellen. Und das macht doch irgendwie Sinn? In einer Zeit, in der die psychische Gesundheit der Leute am Limit ist, könnte die Idee eines Präsidenten, der etwas von Angst und Stress versteht, viele Wähler anziehen, die des traditionellen Gezerres müde sind.
Ein interessantes Detail: Augusto Cury hat (noch) keine Parteimitgliedschaft. In dem Brief macht er klar, dass er nicht um ein Ticket bittet, sondern sich vielmehr anbietet, von Parteien kontaktiert zu werden, die zu einem Gespräch "ausserhalb der Box" bereit sind. Ein kühner Schachzug: Anstatt sich einer bereits angeschlagenen Partei anzuschliessen, wirft er den Parteien den Fehdehandschuh hin. Wer wird einen Kandidaten aufnehmen wollen, der von einer "Neuerfindung der Politik" spricht und eine Wählerschaft anspricht, die den konventionellen Debatten oft entflieht? Mal schauen.
Die Reaktion in den sozialen Medien war natürlich eine Mischung aus Überraschung, Memes und aufrichtiger Unterstützung. Manche erinnern daran, dass Brasilien schon einmal einen parteilosen Präsidenten gewählt hat (und gesehen hat, was dabei herauskam), aber es gibt auch viele, die von der Aussicht auf einen Führer begeistert sind, der zumindest vom Lebenslauf her etwas von menschlichem Verhalten versteht. Schliesslich, wenn Politik von Menschen für Menschen gemacht wird, warum nicht einen Psychiater an der Spitze haben?
Wenn ihr gerade auf dem Laufenden seid, habt ihr sicher schon gesehen, dass "Augusto Cury" nach der Ankündigung durch die Decke gegangen ist. Und das nicht ohne Grund. Sein Name, bereits bekannt in den Buchhandlungen, dringt jetzt in die politischen Gesprächsrunden vor. Der Autor setzt auf Themen wie:
- Emotionale Bildung in den Schulen – ein altes Anliegen von ihm, das in einem Land mit hohen Raten von Mobbing und Depressionen bei Jugendlichen an Bedeutung gewinnt.
- Psychische Gesundheit im öffentlichen Gesundheitswesen – Vorschläge zur Ausweitung der psychologischen Betreuung im SUS (dem brasilianischen Gesundheitssystem), ein Thema, das immer wieder in Debatten auftaucht, aber nie umgesetzt wird.
- Ende der toxischen Polarisierung – eine Rhetorik, die sowohl die Linke als auch die Rechte anspricht, die des Extremismus überdrüssig sind.
Jetzt heisst es abwarten, wie es weitergeht. Werden sich die Parteien bei dem Psychiater melden? Wird er die Begeisterung im Netz in echte Stimmen umwandeln können? Eines ist sicher: Mit Augusto Cury im Rennen verspricht die Wahl 2026 nachdenklicher (und vielleicht weniger laut) zu werden, als wir es gewohnt sind. Augen auf, denn diese Geschichte wird noch für reichlich Gesprächsstoff an der Bar sorgen und vielleicht sogar für echte Veränderungen.