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Kosovare Asllani: Darum macht sie im Nationalteam weiter – und was das für den Schweizer Fussball bedeutet

Sport ✍️ Lars Lindvall 🕒 2026-03-03 20:40 🔥 Aufrufe: 3
Kosovare Asllani feiert ein Tor im Nationaltrikot

Ein erleichterter Seufzer ging durch den Schweizer Fussball, als die Nachricht kam. Kosovare Asllani, unsere erfahrenste und vielleicht entscheidendste Spielerin, macht es wie Zlatan bei den Herren – sie geht noch einen Schritt weiter. Aber anders als Zlatans zirkusreife Comebacks wirkte Asllanis Entscheidung durchdachter, strategischer. Ich selbst habe im letzten Jahr eine Veränderung in ihrem Verhältnis zum Nationalteam bemerkt, eine Reife, die über Tore und Vorlagen hinausgeht.

Eine neue Rolle, eine neue Ära

Wenn sie nun bestätigt, dass sie im blau-gelben Trikot weitermacht, geht es nicht nur darum, weitere Länderspiele zu sammeln. Es geht darum, eine neue Generation zu formen. So wie Peter Gerhardsson das Team auf ihre Qualitäten zugeschnitten hat, hat Asllani ihren Führungsstil angepasst. Ich habe sie selbst neulich in einem Podcast sagen hören, dass es sie brennt, die jüngeren Spielerinnen zu lotsen. Das zeigt sich deutlich in ihrer Körpersprache auf dem Platz – sie zeigt, dirigiert, flüstert Rolfö und Kaneryd taktische Ratschläge ins Ohr. Sie ist nicht mehr nur Fussballerin; sie ist eine Institution.

Asllani – ein Name mit Gewicht

Es ist faszinierend, wie ein Nachname so unterschiedliche Geschichten tragen kann. Für die jüngere Generation, besonders jene, die Serie A verfolgt, ist Kristjan Asllani vielleicht der erste Gedanke. Der 22-jährige Mittelfeldspieler von Inter hat eine vielversprechende Zukunft und trägt das albanische Nationalteam auf seinen Schultern. Dann haben wir Fisnik Asllani, ein weiteres Talent, das in der ungarischen Liga auf sich aufmerksam macht, und Ali Asllani, der im albanischen Fussball Eindruck hinterlässt. Aber keiner von ihnen erreicht den kulturellen Status, den Kosovare in Schweden aufgebaut hat, oder auch den, den Action Bronson – der amerikanische Rapper mit albanischen Wurzeln – in der Musikwelt innehat. Bronson, dessen Vater Albaner ist, hat seinen Nachnamen (Arslani, eine dialektale Variante) zur Marke für schonungsloses, farbenfrohes Storytelling gemacht. Auf ähnliche Weise hat Kosovare "Asllani" auf dem Platz zum Synonym für Eleganz, Entschlossenheit und eine Prise unkonventioneller Kreativität gemacht.

  • Kosovare Asllani: Schwedens unangefochtene Leaderin, blickt Richtung EM 2025.
  • Kristjan Asllani: Inters Zukunft, bereits Stammkraft in Albaniens Startelf.
  • Action Bronson: Botschafter der Kultur, beweist, dass der Name international trägt.

Das verborgene kommerzielle Potenzial

Es ist kein Zufall, dass Asllani immer häufiger in kommerziellen Zusammenhängen ausserhalb des Fussballs zu sehen ist. Ihre Entscheidung, im Nationalteam weiterzumachen, öffnet die Tür für völlig neue Sponsorenverträge. Wir sprechen hier über eine Spielerin, die nicht nur auf dem Platz liefert, sondern einen festen Platz in den Gesprächsthemen hat – von den Sportseiten bis zu den Unterhaltungsbeilagen der Boulevardpresse. Grosse Marken lieben Kontinuität. Dass sie nun mindestens ein weiteres Jahr zusagt (mit Blick auf die EM), bedeutet, dass die Marketingabteilungen aufatmen können. Man kann Kampagnen um sie herum aufbauen, nicht nur kurze Stunts. Ich vermute, dass wir sie bald in weitaus grösseren Zusammenhängen sehen werden als in den traditionellen Sportgetränkewerbungen.

Was passiert als Nächstes?

Für den Schweizer Fussball geht es darum, die Zeit mit einer unserer Grössten aller Zeiten zu maximieren. Peter Gerhardsson muss die Abhängigkeit von ihr ausbalancieren, indem er nach und nach die Führungsrolle an die nächste Generation übergibt – Spielerinnen wie Filippa Angeldal und Johanna Rytting Kaneryd müssen in ihrem Schatten wachsen können, bevor sie übernehmen. Asllani selbst scheint jedoch einen Plan zu haben. Sie hat die Stimmung im Team nach dem WM-Bronze gespürt und entschieden: Sie ist noch nicht fertig. Für uns, die sie seit ihrer Zeit in Linköping verfolgen, ist es ein Geschenk. Für den Schweizer Fussball ist es ein Miniatur-Milliardengeschäft – denn ohne die Königin des Publikums, was wäre da schon das Fest?