Peter Jackson kehrt zurück nach Mittelerde: Der neue Herr-der-Ringe-Film, mit dem niemand gerechnet hat – und das Comeback von Tom Bombadil
Wenn du noch immer mit einem weinenden und einem lachenden Auge an das Jahr 2001 zurückdenkst, als Der Herr der Ringe: Die Gefährten uns im Kino sprachlos machte – dann halt dich fest. Peter Jackson hat auf die unerwartetste Art und Weise sein Schweigen gebrochen. Nach Jahren voller Spekulationen über mögliche Fortsetzungen, Serien und Spin-offs hat der neuseeländische Regisseur gerade eben bestätigt, dass er an einem neuen Herr-der-Ringe-Film arbeitet. Und nein, es ist weder eine weitere Vorgeschichte noch eine Doku über die Dreharbeiten. Es ist eine Geschichte mit richtig Gewicht, die so manchen Fan aus allen Wolken fallen lassen wird.
Die Nachricht schlug gestern wie eine Bombe ein. Jackson bestätigte, dass dieses neue Projekt nicht nur einen Drehbuchautor hat, der eine echte Überraschung ist, sondern endlich auch eine Figur zurückbringt, die nach der ursprünglichen Trilogie eigentlich als verloren galt. Die Rede ist von Tom Bombadil. Jenem geheimnisvollen Wesen, das zur Verzweiflung vieler Puristen damals im Schnitt von Der Herr der Ringe: Die zwei Türme und der Vorgeschichte gestrichen wurde. Wer die Bücher gelesen hat, weiß: In "Die Gefährten" treffen Frodo und die Hobbits im Alten Wald auf ihn – ein Moment, von dem viele dachten, dass er sich einfach nicht auf die große Leinwand übertragen ließe... bis jetzt.
Die Rückkehr in ein Universum, das wir für abgeschlossen hielten
Für alle, die gerade kurz durchatmen müssen: Als Jackson die ursprüngliche Trilogie abschloss, dachten viele, sein Kapitel Mittelerde sei beendet. Dann kam Der Hobbit: Eine unerwartete Reise samt seinen Fortsetzungen (Der Hobbit: Smaugs Einöde und Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere), die uns zwar noch mehr aus diesem Universum bescherten, aber durch den übermäßigen Technikeinsatz einen leicht bitteren Nachgeschmack hinterließen. Doch bei dem, was jetzt kommt, ist alles anders. Wie man hört, greift Jackson wieder den handwerklichen Geist der ersten Jahre auf.
Das Besondere ist, wie es überhaupt dazu kam. Der Filmemacher hat zugegeben, dass er gerade altes Material aus der ersten Filmproduktion durchgesehen habe, das nie verwendet wurde, als er auf den Entwurf einer Szene mit Tom Bombadil stieß, die nie gedreht worden war. "Das war mir ein Dorn im Auge", so Jackson, "nicht nur für die Fans, sondern auch für mich." Und daraus entstand die Idee, einen eigenständigen Film zu machen, der als emotionale Brücke zwischen der Gemeinschaft und den späteren Ereignissen dienen soll. Für viele ist das die perfekte Gelegenheit, Figuren wie Aragorn oder Gandalf in einem ruhigeren, von alter Magie durchzogenen Kontext zu erleben.
- Ein überraschender Drehbuchautor: Fernab von den üblichen Namen wie Fran Walsh oder Philippa Boyens hat Jackson einen Mitarbeiter verpflichtet, der die Branche überraschte und für seinen Ansatz im Bereich Mystery und klassischer Fantasy bekannt ist.
- Tom Bombadil endlich auf der Leinwand: Die Figur, die von Tolkien-Lesern am meisten geliebt und gefordert wird, bekommt eine entscheidende Rolle. Gerüchten zufolge könnte sie sogar einige der Rätsel aufgreifen, die die ursprüngliche Trilogie einst offenließ.
- Was ist mit der Amazon-Serie? Anders als "Die Ringe der Macht" konzentriert sich diese Produktion auf die direkte Kontinuität von Jacksons Filmen und bleibt dem visuellen und erzählerischen Stil treu, der eine ganze Generation begeistert hat.
Und jetzt wird es für diejenigen interessant, die Jacksons Schaffen auch jenseits von Mittelerde verfolgen. Manche erinnern sich an seinen Ausflug in düsterere Gefilde mit Der letzte Hexenjäger – ein Film, der zwar gemischte Kritiken erhielt, aber zeigte, dass der Regisseur auch im Übernatürlichen mit einem beneidenswerten erzählerischen Gespür zu Hause ist. Genau dieser Stil, dieses Gespür für das Fantastische, ist es, das dieses neue Projekt braucht, damit es sich nicht wie liebloser Aufguss anfühlt.
Warum ausgerechnet jetzt und was ist diesmal anders?
Ich weiß, es klingt, als würde jedes Jahr etwas Neues zu Tolkien angekündigt. Aber glaubt mir, wenn ich sage, dass diesmal mehr dahintersteckt. Während sich andere Produktionen darauf konzentrierten, das Universum in die eine oder andere Richtung zu erweitern, fühlt sich dieser neue Herr-der-Ringe-Film wie ein persönliches Geschenk an diejenigen an, die mit den Originalfilmen groß geworden sind. Es ist, als wolle Jackson einen Kreis schließen, den er vor über zwanzig Jahren offen ließ.
In den Fangemeinden in Wien und Graz wird schon darüber gesprochen. Nicht zu Unrecht. Zum ersten Mal seit Langem scheint jemand verstanden zu haben, dass Nostalgie nicht auf dem Silbertablett mit Spezialeffekten serviert wird, sondern mit Respekt vor der Vorlage. Bombadils Rückkehr ist kein simpler Cameo-Auftritt; er ist der Schlüssel, um eine Tür zu öffnen, die seit Die Gefährten für viele wie zugeschweißt wirkte.
Also, wenn du noch die Extended Edition auf DVD oder Blu-ray im Regal stehen hast, wird es Zeit, den Staub abzuwischen. Denn diese Reise nach Mittelerde ist kein weiteres Gerücht. Peter Jackson hat wieder zum Zauberstab gegriffen – und diesmal wird er wohl die Geschichte erzählen, die er schon immer erzählen wollte. Sagt mir nicht, dass ihr nicht gespannt seid, was passiert, wenn die Gemeinschaft des Ringes auf den ältesten und geheimnisvollsten Mann des ganzen Waldes trifft.