Lyon im Ausnahmezustand! Aulas’ politisches Duell mit Doucet – schafft der „Löwe“ das nächste Wunder?
Ihr Lieben in Lyon, wenn ihr in letzter Zeit über die Place Bellecour schlendert, habt ihr vielleicht das Gefühl, dass regelrechter Wahlkampf in der Luft liegt? Sogar der Stand vom Lyoner (ja, die berühmte Wurst!) muss sich beim Anschneiden mit seinen Kunden über die neuesten Gerüchte aus dem Rathaus austauschen. Ganz Lyon spricht nur noch von einem Thema: dem erbitterten Zweikampf zwischen unserem „Löwen“ – Jean-Michel Aulas – und dem amtierenden Bürgermeister Grégory Doucet. Und der geht jetzt richtig in die Vollen!
Das ist nicht einfach nur dahergeredet. Aus den höchsten politischen Kreisen dringt durch: Aulas und Doucet liegen in der Wählergunst plötzlich gleichauf! Stellt euch das mal vor. Auf der einen Seite ein Wirtschaftskapitän, der mit Olympique Lyonnais (OL) die Ligue 1 dominierte und das Löwen-Emblem tief in die Herzen der Lyoner eingebrannt hat. Auf der anderen Seite ein bodenständiger Amtsinhaber, der die Stadt seit Jahren kennt und verwaltet. Dieses Duell ist spannender als jedes Champions-League-Finale.
Ehrlich, der Schachzug von Aulas ist von einer ganz anderen Liga. Schon beim Aufbau der Olympique Lyonnais Féminin (den OL-Frauen) hat er bewiesen, wie sehr er von Dynastien besessen ist. Jetzt bringt er diesen unbändigen Willen, eine Siegermannschaft zu formen, auf die politische Bühne. Zuletzt rief er die Lyoner dazu auf, „den Willen zu zeigen und alles zu geben“. Diese Worte – kommen sie euch nicht auch bekannt vor? Genau so hat er früher die Fans im Stade Gerland angefeuert. Für uns Alteingesessene, die wir seit Jahrzehnten die Spiele verfolgen, ist das eine Ansprache, die unter die Haut geht.
Aber Doucet ist natürlich auch kein unbeschriebenes Blatt. Sein größter Trumpf ist, dass er hier verwurzelt ist. Er kennt jede kleine Gasse, die Sorgen der Menschen in jedem einzelnen Viertel. Allerdings ranken sich Gerüchte, dass er sich zu sehr mit Teilen der radikalen Linken einlässt. In einer Stadt wie Lyon, die von Wirtschaft und Handel lebt, macht das vielen Wählern in der Mitte doch ziemlich Angst. Viele Geschäftsleute fragen sich jetzt: Auf der einen Seite der „Löwe der Wirtschaft“, ein Macher mit Geschäftssinn, auf der anderen Seite ein Amtsinhaber, der vielleicht von extremen Kräften abhängig sein könnte – wie soll man da nur wählen?
Ich fasse mal die beiden entscheidenden Punkte zusammen:
- Der „Löwen“-Effekt beim Seitenwechsel: Kann Aulas seine riesige Popularität von der Tribüne des Olympique Lyonnais in Wählerstimmen ummünzen? Sein Motto „Wirtschaftlicher Aufschwung“ ist für die vielen Selbstständigen und Unternehmer in Lyon wie ein Weckruf.
- Doucet unter Druck: Angesichts des starken Angriffs von Aulas muss Doucet eine wahre Gratwanderung zwischen dem Zusammenhalt des linken Lagers und dem Ringen um die Mitte hinlegen. Hält er dem Druck stand und beweist, dass er nicht nur ein Übergangsbürgermeister ist, sondern ein echter Anführer, der Lyon in die Zukunft führen kann?
Jetzt, wo die heiße Phase beginnt, bin ich mir sicher: In den nächsten Wochen wird es in Lyon auf der Straße hitzigere Debatten geben als bei jedem Fußballspiel. Wie wir im Stammlokal immer sagen: Ob der Löwe wirklich vom Fußballplatz ins Rathaus einziehen kann, entscheidet sich jetzt!