Andrés Iniesta, die Nachfolge von Regragui und die unerwartete marokkanische Verbindung, die den Fußball revolutioniert
Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass der Name Andrés Iniesta schwer wiegt. Und das nicht nur wegen seiner unglaublichen Leistungen auf dem Platz, sondern wegen dessen, wofür er steht. Wenn also aus Marokko Rauchsignale aufsteigen, halten die Leute inne und horchen auf. Wie sich herausstellt, hatte der Mann aus La Mancha monatelang über seinen Einstieg beim marokkanischen Verband verhandelt, um eine hohe sportliche Position zu übernehmen – so ein Posten als Sportdirektor mit Sternchen. Die Sache war, wie mir in den Fußballkreisen von Rabat zugetragen wurde, so gut wie perfekt. Eine echte Hausnummer. Aber im Fußballgeschäft ist ja bekanntlich alles nur heiße Luft, bis der Vertrag unterschrieben ist. Und diese heiße Luft hat sich diese Woche schlagartig verzogen. Die Operation ist in letzter Sekunde geplatzt. Anscheinend wurde eine interne Mitteilung zu früh nach außen getragen, jemand fühlte sich auf den Schlips getreten, und die Einigung war hinfällig, als sie schon offiziell zu riechen war. Eine richtig gute Seifenoper, das Ganze.
Und während der Name Iniesta in den Chefetagen nicht mehr so stark kursierte, brach auf dem Platz das perfekte Chaos aus. Walid Regragui, der Trainer, der Marokko ins WM-Halbfinale führte, wurde entlassen. Zack, bam, keine Gnade, weniger als hundert Tage vor der WM 2026. Eingeweihte Kreise versichern, die Stimmung sei vergiftet gewesen, das Verhältnis zum Verband zerrüttet, und das Geraune über die mögliche Ankunft eines Schwergewichts wie Andrés für sportliche Belange sei der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. An seiner Stelle haben sie Mohamed Ouahbi installiert. Ein Name, der, Hand aufs Herz, Regragui nicht vergessen macht. Die Leute sind geschockt, und das zu Recht. Vom Helden von Katar zu einem Last-Minute-Ersatz zu wechseln, ist ein ganz schön hohes Risiko.
Iniesta: Viel Mehr als nur ein Name in der Diskussion
Wenn man sich das ganze verrückte Geflecht ansieht, wird einem klar, dass der Name Iniesta Bände füllen könnte. Denn wenn wir über Roberto Iniesta sprechen, den 'Robe', betreten wir heiligen Boden für alle, die mit Extremoduro groß geworden sind. Auch er ist ein Teil der Soundtrack dieses Landes. Und wenn man in die Geschichtsbücher eintaucht, stößt man auf Ferran Iniesta, einen waschechten Afrikanisten, der einem erklärt, warum der Maghreb so ein Pulverfass an Leidenschaften ist. Und dann ist da noch die reine Geografie: Graja de Iniesta, dieses kleine Dorf in der Nähe von Cuenca, das beweist, dass der Name Iniesta uralt ist, aus der Zeit, als die Mauren hierzulande ihre Spuren hinterließen. Also, Fußball, Musik, Geschichte und Dörfer haben sich verbündet, um den Knoten noch weiter zu verheddern.
- Andrés Iniesta: Die Legende. Seine mögliche Rolle als Funktionär hat sich vorerst zerschlagen, aber seine Liebe zu Marokko (er hat dort Geschäfte und viele Freunde) ist ein offenes Geheimnis. Das ist erst der Anfang.
- Roberto Iniesta: Der von Extremoduro. 'A fuego' läuft mir jetzt im Kopf, während ich das schreibe. Reine Katharsis.
- Ferran Iniesta: Unverzichtbar, um das Schlamassel zu verstehen, in das Ouahbi da hineingerät.
- Graja de Iniesta: Ein Punkt auf der Landkarte, der zwei Welten verbindet. Wie diese Seifenoper.
Also haben wir folgende Situation: Ein Andrés Iniesta, der aufgrund eines Häufchens von Missgeschicken auf der Zielgeraden zum marokkanischen Verband stehen geblieben ist, ein Regragui, der nach einer historischen Leistung durch die Hintertür abtritt, und ein Ouahbi, der die unlösbare Aufgabe hat, wenige Monate vor der WM 2026 das Ruder rumzureißen. Die marokkanische Nationalmannschaft ist derzeit ein einziges brodelndes Fass voller Egos und Nerven, und obwohl der Mann aus Fuentealbilla weder an der Seitenlinie noch in der Führungsetage stehen wird, schwebt sein Schatten weiterhin über allem. Denn im Fußball, wie im Leben, verschwinden die Dinge nie ganz. Und dieser Name, Iniesta, wird uns sicher noch weiter beschäftigen.