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Catherine Deneuve: Ein Abend mit zwei Titaninnen – Guide, Kritik und warum wir sie lieben

Kultur ✍️ Léonie Meier 🕒 2026-04-02 00:58 🔥 Aufrufe: 3

Es gibt diese Fernsehabende, da weißt du schon beim Durchblättern der Programmzeitschrift: Hier läuft etwas, das du dir auf keinen Fall entgehen lassen darfst. Heute Abend ist so ein Abend. Arte zeigt „Sage Femme – Die Frau des Arztes“, und wenn du mich fragst, ist das nicht einfach nur ein Film. Es ist eine Meisterklasse der Schauspielkunst, geliefert von zwei Gigantinnen: Catherine Deneuve und Catherine Frot.

Catherine Frot und Catherine Deneuve im Film Sage Femme

Ein Guide für den perfekten Kinoabend zuhause

Bevor du dich aufs Sofa fallen lässt, hier eine kleine Gebrauchsanweisung – mein persönlicher Catherine Deneuve Guide, wenn man so will. Deneuve spielt hier Béatrice, eine ehemalige Schauspielerin mit einer gewissen… nennen wir es „Lebensfreude“, die auf Umwegen wieder im Leben von Claire (Catherine Frot) auftaucht. Claire ist Hebamme – auf Französisch sage femme – und führt ein ruhiges, geordnetes Leben. Genau das wird völlig auf den Kopf gestellt. Das Schöne an diesem Film ist, dass er wie ein guter Bordeaux funktioniert: Er braucht ein bisschen Zeit, um sich zu entfalten, aber dann entfaltet er ein Aroma, das dich nicht mehr loslässt.

Kritik: Wenn zwei Kaiserinnen den Raum betreten

Sehen wir es einmal so: Eine Catherine Deneuve Kritik muss an dieser Stelle eigentlich nicht mehr ihre Karriere Revue passieren lassen. Wer sie ist, wissen wir. Aber hier, in der Rolle der Béatrice, zeigt sie noch einmal eine Seite, die man so selten sieht. Sie ist zerbrechlich, manipulativ, unwiderstehlich und absolut verletzlich – manchmal in ein und derselben Szene. Und dann ist da Catherine Frot. Wenn Deneuve das Feuerwerk ist, dann ist Frot der stabile Boden, auf dem es explodiert. Die Chemie zwischen den beiden ist kein Schauspiel, das ist purer Instinkt.

  • Die Inszenierung: Martin Provost inszeniert diese Geschichte von Frauen, für Frauen, ohne jemals kitschig zu werden. Es gibt Szenen, die sitzen wie ein perfekter Schlagabtausch auf dem Tennisplatz.
  • Die Authentizität: Wusste man hinter den Kulissen, dass die Geburtsszenen nicht in Frankreich gedreht werden konnten? Es hieß damals, die französischen Krankenhäuser hätten für so realistische Aufnahmen nicht zur Verfügung gestanden. Das Team musste nach Belgien ausweichen. Diese kleinen Widrigkeiten merkt man dem Endprodukt aber kein bisschen an – im Gegenteil, es verleiht dem Film eine gewisse kämpferische Note, die perfekt zum Thema passt.
  • Die Lektion: Es geht ums Loslassen, ums Ankommen und um die Frage, ob man wirklich immer die Verantwortung für andere übernehmen muss, oder ob man nicht auch mal egoistisch sein darf.

How to use Catherine Deneuve – eine Gebrauchsanweisung

Die Frage how to use catherine deneuve stellt sich für die Generation Netflix vielleicht so: Womit fange ich an? Wenn du Deneuve noch nicht kennst, ist „Sage Femme“ tatsächlich ein perfekter Einstieg. Sie ist hier nicht die unnahbare Eisblume aus den 60ern, sondern eine Frau, die man umarmen möchte, auch wenn man sie gleichzeitig schütteln will. Sieh es als eine Einladung: Lass dich auf diese zwei Stunden ein. Gönn dir den französischen Charme, das leise Drama und die beiden Frauen, die sich den Ball zuspielen, als gäbe es kein Morgen. Und wenn du nach dem Abend das Bedürfnis hast, mehr zu sehen – perfekt. Dann ist der Abend gelungen. In diesem Sinne: Programm zurechtlegen, vielleicht ein Glas Crémant bereitstellen und einfach genießen. Das ist französisches Kino, wie es sein soll.