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Ach du liebe Zeit! Zwischen Armband- oder Taschenuhr, der Stunde der Einsamkeit und dem Grab: der Kampf von Ary Fontoura

Kultur ✍️ João Mineiro 🕒 2026-04-08 11:47 🔥 Aufrufe: 3
Ary Fontoura em foto recente

Mensch! Kennst du das, wenn du innehältst und denkst: Wo ist die Zeit geblieben? Dieser Ausdruck aus Minas Gerais, der in so viele Momente der Überraschung oder des Nachdenkens passt, hat noch nie so viel Sinn ergeben wie jetzt. Das Thema der Stunde ist der Veteran Ary Fontoura, der mit 93 Jahren vor Gericht landete. Aber denk nicht, dass es wieder einmal ein Promi-Zoff um Ruhm ist. Die Sache ist ernst, es geht um eine Mietschuld von über 160.000 Reais und eine Mieterin, die sich weigert, aus seiner Immobilie auszuziehen. Und genau hier kommt das Gespräch über die Armband- oder Taschenuhr, die vergehende Stunde und die berühmte Einsamkeit ins Spiel.

Hör zu, ich habe schon viel erlebt in meinem Leben, aber ein 93-jähriger Herr, der vor Gericht ziehen muss, um seine eigene Wohnung in weniger als einem Monat zurückzubekommen – das ist heftig, echt. Die Geschichte ist folgende: Der Schauspieler hat eine Immobilie vermietet, die Frau hörte auf zu zahlen, die Schulden türmten sich auf, und nach viel Geduld reichte er eine Räumungsklage ein. Aber was mich nicht nur das Geld trifft, ist das, was damit einhergeht. Mit 93 wiegt jede Stunde anders. Jeder Tag ist ein Sieg. Und dann Energie für einen Rechtsstreit aufwenden müssen, um das eigene Recht einzufordern... Mensch, das ist nichts für jedermann.

Das Ticken, das nicht zurückkommt: Armband- oder Taschenuhr?

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, was die Zeit misst? Manche bevorzugen die Armband- oder Taschenuhr. Die Armbanduhr liegt direkt an der Ader und erinnert einen jede Sekunde daran, dass das Leben vergeht. Die Taschenuhr hat einen alten Charme, eine gewisse Würde. Du musst sie herausholen, öffnen, in Ruhe betrachten. Es ist fast ein Ritual. Ich glaube, Ary Fontoura ist in seinem Alter eher im Team der Taschenuhr. Denn er hat schon zu viel Zeit gelebt, um den Zeigern hinterherzurennen.

Und diese Gerichtsgeschichte erinnert mich an einen alten Uhrmacher, den ich in Ouro Preto kennengelernt habe. Der Mann verbrachte seine Tage damit, stehengebliebene Maschinen zu reparieren. Er sagte: „Mein Sohn, die Zeit geht nur kaputt, wenn wir es zulassen. Aber man kann sie wieder aufziehen.“ Mensch, versucht Ary gerade, sein eigenes Leben wieder aufzuziehen? Denn mit 93 vor Gericht zu ziehen und das einzufordern, was einem zusteht, ist keine Sturheit. Es geht darum, nicht zu akzeptieren, dass die Stunde, mit Respekt behandelt zu werden, bereits vorbei ist.

Die Einsamkeit, die vor dem Grab kommt

Mal ehrlich: Wie viele von uns denken wirklich an die Älteren? Nicht nur am Tag der Großeltern. Sondern im Alltag. Ary hat Familie, hat einen Namen, eine glänzende Karriere. Aber dort, in diesem Prozess, sieht man einen alten Menschen, der allein um ein Dach über dem Kopf kämpfen muss, das ihm bereits gehört. Das macht etwas Hässliches deutlich: die Einsamkeit, die zuschlägt, noch bevor wir ans Grab denken.

  • Das Grab ist der Schlusspunkt. Die Einsamkeit ist die Stille, die viel früher kommt.
  • Der Uhrmacher kann den Zeiger zwar reparieren, aber die verlorene Zeit gibt er nicht zurück.
  • Und die Armband- oder Taschenuhr, so schön sie auch sein mag, wird niemals die Stunde der nicht gegebenen Zuneigung anzeigen.

Mensch, aber es ist nicht nur Drama. Da steckt eine Lehre drin. Ary sitzt nicht untätig herum. Er ist aktiv geworden, hat die Klage eingereicht, und das Gericht hat bereits eine einstweilige Verfügung erlassen, damit er die Immobilie in weniger als einem Monat zurückbekommt. Das ist ein Vorbild. Denn wir lernen: Solange der Zeiger nicht stillsteht, ist immer Zeit, seine Stimme geltend zu machen. Der Uhrmacher des Lebens sind wir selbst.

Die Stunde, um das eigene Schicksal aufzuziehen

Also, das nächste Mal, wenn du auf dein Handgelenk schaust oder in die Tasche greifst, um die Uhr zu suchen, denk daran: Die Zeit gehört dir. Die Stunde zu handeln ist jetzt. Wenn Ary Fontoura mit 93 Jahren die Energie hat, um eine Immobilie zu kämpfen, wer bist du dann, dass du auf morgen verschiebst, was heute erledigt werden muss? Mensch, das Leben ist zu kurz, um Zeit mit Mietnomaden zu verschwenden. Und zu lang, um sich mit Krümeln zufriedenzugeben.

Möge dieser Fall als Wecker dienen. Das Grab mag am Ende der Linie liegen, aber der Weg dorthin gehört dir. Und nur du kannst entscheiden, ob du mit festen Schritten gehst oder die Kette hinter dir herziehst. Ich für meinen Teil habe meine Taschenuhr schon in die Westentasche gesteckt. Zeit zu leben, Mensch. Zeit zu leben.