Kerosinmangel 2026: So trifft der Iran-Krieg Ihre Flugreisen aus der Schweiz – ein Ratgeber
Wenn Sie in den letzten Tagen versucht haben, einen Flug von Zürich nach Bangkok oder Singapur zu buchen, haben Sie es wahrscheinlich schon mit eigenen Augen gesehen: Die Preise sind jenseits von Gut und Böse. Das ist kein vorübergehender Effekt, sondern die neue Realität mitten im Kerosinmangel, der durch den Krieg im Iran ausgelöst wurde. Ich rede hier nicht von einer kleinen Preisanpassung – wir sprechen von Aufschlägen, die sich in der Anzeige sehen lassen können. Lassen Sie mich als alter Hase der Branche erklären, was da gerade abgeht und wie Sie trotzdem heil ans Ziel kommen.
Warum uns der Iran-Krieg jetzt auf dem Ticket trifft
Viele glauben, ein Krieg am Persischen Golf wäre weit weg. Weit gefehlt. Seit Ende Februar ist die Straße von Hormus, die wichtigste Öl- und Treibstoffschleuse der Welt, praktisch dicht. Das hat einen Dominoeffekt ausgelöst, der direkt in unser Portemonnaie knallt. Insider aus der Branche rechnen damit, dass die Schweizer Haushalte dadurch mit jährlichen Mehrkosten von rund 1700 Franken rechnen müssen. Ein dicker Brocken davon entfällt aufs Fliegen.
Der Preis für Kerosin hat sich seit Jahresbeginn fast verdoppelt und liegt bei etwa 1.650 Dollar pro Tonne. Und weil Kerosin nun mal das Lebensblut jeder Airline ist (es macht bis zu 30 Prozent der Betriebskosten aus), müssen die Fluggesellschaften reagieren. Sie können nicht einfach zaubern.
Der große Kerosinmangel Review: Wie sieht die Lage am Boden aus?
Bevor Sie jetzt in Panik verfallen: Ein Kerosinmangel bedeutet nicht, dass den Flugzeugen morgen der Sprit ausgeht. Aber die Versorgungsketten sind extrem angespannt. Eine Technikvorständin eines deutschen Kranich-Konzerns warnte erst letzte Woche, dass die Verfügbarkeit an einigen asiatischen Flughäfen bereits jetzt "schwierig" sei. Stellen Sie sich vor, Sie fliegen nach Phuket, aber der Treibstoff für den Rückflug ist knapp. Das ist kein Hirngespinst, sondern die akute Sorge der Branche.
Für uns in der Schweiz sieht es zum Glück noch stabil aus. Swiss und Edelweiss versichern, dass am Drehkreuz Zürich aktuell alles läuft. Aber die Luft wird dünner – sowohl im Flugzeug als auch bei den Preisen.
Die ultimative Anleitung: How to use Kerosinmangel zu Ihrem Vorteil
Ja, Sie haben richtig gelesen. Auch in dieser Krise gibt es Strategien, um nicht über den Tisch gezogen zu werden. Hier ist mein Kerosinmangel Guide mit den wichtigsten Dos and Don'ts:
- Buchen Sie frühzeitig, aber flexibel: Ein irischer Billigflieger-Chef rät dazu, Flüge so früh wie möglich zu buchen. Er erwartet, dass die Preise weiter steigen, falls der Krieg länger dauert. Aber: Achten Sie auf flexible Tarife. Bei Pauschalreisen ist eine Preiserhöhung von bis zu 8 Prozent des Gesamtpreises nach der Buchung erlaubt, falls der Kerosinpreis explodiert. Das ist ein fieser Passus, den viele nicht kennen.
- Meiden Sie wacklige Drehkreuze: Flüge mit Umstieg in Dubai, Doha oder Abu Dhabi sind derzeit risikoreich. Die Golf-Airlines kämpfen massiv mit den Einschränkungen. Besser ist der Direktflug oder die Verbindung über ein sicheres europäisches Drehkreuz.
- Die Schweiz im Blick behalten: Swiss und Edelweiss haben zwar die "International Surcharge" (Treibstoffzuschlag) erhöht. Aber durch geschickte Absicherung (Hedging) sind sie noch nicht ganz am Limit. Langstreckenflüge nach Nordamerika könnten kurzfristig ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als die überlaufenen Asien-Routen.
Was bedeutet der Kerosinmangel für den Sommerurlaub 2026?
Ich will es Ihnen nicht schönreden: Es wird ein teurer Sommer. Verlässliche Kreise aus der Flugbranche berichten, dass Verbindungen nach Bangkok oder Mumbai zeitweise das Zwei- bis Fünffache gekostet haben. Das legt sich zwar etwas, aber das Niveau bleibt hoch. Interessant ist, dass viele Schweizer umdenken. Anstatt nach Australien oder Thailand zu fliegen, geht der Trend wieder stark in Richtung Naherholung oder klassische Mittelmeerziele. Die Nachfrage nach Spanien, Italien oder der Türkei boomt, weil dort die Preise nicht ganz so extrem durch die Decke gehen.
Mein Rat: Wenn Sie diesen Sommer unbedingt in die Ferne müssen, nehmen Sie die Mehrkosten als gegeben hin und buchen Sie sofort. Wer zögert, wird entweder gar keinen Platz mehr bekommen oder Wucherpreise zahlen. Und vergessen Sie die Hoffnung auf fallende Preise – solange die Kampfjets über dem Nahen Osten kreisen, bleibt der Kerosinmangel unser ständiger Begleiter.