Bruce Springsteen: 3.500-Euro-Tickets lassen Fans kochen – der Boss sollte es besser wissen
Also, Bruce Springsteen geht mit der E Street Band wieder auf Tour, und man sollte meinen, dass der Boss nach all den Jahren wüsste, wie man mit seinen Leuten umgeht. Aber wer mit dem Gedanken spielt, Tickets für die Reunion-Tour zu kaufen, der sollte sich besser hinsetzen – denn die Preise sind so absurd, da wird einem das Bier im Glas sauer.
Diese Woche sickerte durch, dass einige Tickets für die anstehende Bruce Springsteen and the E Street Band Reunion Tour astronomische Summen erreichen. Die Rede ist von 3.000 US-Dollar pro Stück – das sind umgerechnet etwa 3.500 Euro für uns hier in Irland. Für einen einzigen Abend. Ehrlich, für so viel Geld könnte man erwarten, dass Bruce hinterher noch auf einen Sprung vorbeikommt, für 'nen Tee und ein Liedchen.
Von "Dancing in the Dark" zu "Weinen im Dunkeln"
Die Fans lassen ihrem Frust in den sozialen Medien freien Lauf, und man kann sagen: Es ist kein schöner Anblick. Die allgemeine Stimmung ist, dass der Mann, der einst darüber sang, wie er "Dancing in the Dark" ist, seine treuen Anhänger jetzt buchstäblich im Dunkeln tappen lässt – und nach ihren Geldbeuteln grapschen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Kommentare, die die Runde machen:
- "3.500 Euro für Bruce Springsteen-Tickets? Da soll er doch für 'nen Monat bei mir zuhause den Abwasch machen."
- "Aus dem Boss ist der Bankdirektor geworden. Eine Schande."
- "Ich kann mich noch erinnern, als man Bruce und die E Street Band für einen Zehner sehen konnte. Das kommt mir heute vor wie ein Märchen."
Das ist meilenweit entfernt von den Zeiten, die der brillante Film When Bruce Springsteen Came to Britain dokumentierte – ein Film, der den rohen, hungrigen Künstler zeigte, wie er das Publikum nur mit Herzblut und seiner Gitarre eroberte. Damals ging es um die Musik. Heute hat man das Gefühl, es geht nur noch ums Geld. Und das ist nicht nur eine britische Erinnerung; irische Fans, die stundenlang im Regen vor der RDS Arena Schlange standen oder nach Slane Castle pilgerten, kennen dieses Gefühl nur zu gut.
Der Inflation geopfert? Selbst die Karikaturisten haben ihren Spaß
Der Aufschrei ist sogar politischen Karikaturisten aufgefallen. Im fernen New Jersey hat der großartige Drew Sheneman es mit einer Karikatur mit dem Titel "Bruce verbeugt sich vor der Inflation" perfekt auf den Punkt gebracht. Sie zeigt den Boss an einer Theaterkasse mit Preisen jenseits von Gut und Böse. Es ist ein brutaler, aber treffender Punkt: In einer Zeit, in der alles teurer geworden ist, vom morgendlichen Kaffee bis zur Monatsmiete, haben Springsteen-Tickets beschlossen, sich ins Unermessliche zu katapultieren.
Und wie es der Teufel will, wurde in dieses ganze Fiasko sogar der Name eines ehemaligen US-Präsidenten hineingezogen. Da der Boss in den letzten Jahren nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, was seine politischen Ansichten angeht – und sich bekanntlich mit Donald Trump über die Nutzung seiner Musik angelegt hat –, liegt eine gewisse Ironie darin, dass Fans jetzt das Gefühl haben, besteuert zu werden, nur um ihn zu sehen. Mann, das erfindet sich keiner.
Was ist mit den irischen Fans?
Für Springsteens riesige irische Fangemeinde ist die Nachricht eine bittere Pille. Wir haben ihn doch immer als einen der Unseren beansprucht, oder? Von seiner Liebe zu irischen Schriftstellern bis hin zu der Art, wie er den Geist des Underdogs einfängt. Aber zu diesen Preisen bleibt der Underdog draußen vor der Tür. Zu den Dublin-Terminen gibt es zwar noch keine offiziellen Angaben, aber falls und wenn sie kommen, ist schwer vorstellbar, dass sie sich dem Preismodell entziehen können, das drüben in Großbritannien gerade für Chaos sorgt. Die Erinnerung an seine From My Home To Yours-Lockdown-Übertragungen, bei denen er Trost aus dem eigenen Wohnzimmer spendete, wirkt wie aus einer anderen Zeit – und definitiv aus einer erschwinglicheren.
Vielleicht ist die Lösung, die alte Platte rauszukramen, Bruce Springsteen: Dancing in the Dark auf dem Plattenspieler aufzudrehen und sich daran zu erinnern, als die größte Investition noch der Preis des Albums war. Oder, wie ein Scherzkeks anmerkte: "Für den Preis einer Karte könnte ich nach New Jersey fliegen, vor seinem Haus campieren und ihn kostenlos beschimpfen." Und ist das nicht irgendwie die irische Art?