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Zheng Qinwen: Der Miami-Aufstieg – von der ersten Qualifikationsrunde bis zum Duell mit Sabalenka

Sport ✍️ Marco Rossi 🕒 2026-03-23 23:36 🔥 Aufrufe: 1

Miami ist eine Bühne, die Geschichten des Aufschwungs liebt, und in diesem Jahr hat die unerwartete Hauptdarstellerin das entschlossene Gesicht von Zheng Qinwen. Die junge Chinesin, die in der Qualifikation startete, hat sich ihren Sieg buchstäblich in den heissen Boden Floridas gemeisselt und sich einen Platz im Achtelfinal erkämpft, der nach Revanche riecht. Es geht hier nicht nur um ein Tableau, das sich öffnet, sondern um eine Mentalität, die mit jedem Match schärfer wird.

Zheng Qinwen in Aktion in Miami

Das erste echte Hindernis auf ihrem Weg hiess Coco Vandeweghe. Eine erste Runde, die für viele eine Wand gewesen wäre, für Zheng aber nur der erste Baustein eines soliden Fundaments. Erinnern Sie sich an die Amerikanerin? Diese Power, dieser Aufschlag wie eine Rakete? Nun, Zheng hat sie Stück für Stück demontiert, nicht mit roher Gewalt, sondern mit chirurgischer Geduld. Ich habe sie so viele Spiele spielen sehen, aber in diesem Moment hatte sie ein anderes Feuer in den Augen: das Bewusstsein einer Spielerin, die weiss, dass sie wehtun kann, selbst wenn der Punktestand eng wird.

Und dann kam der zweite Akt, der die Aufmerksamkeit wirklich steigerte. Gegenüber stand ihr Jasmine Paolini, unsere Jasmine. Ein Duell mit angespannter Note, ein Generationenvergleich, der alle Fans in den Bann zog. Ich weiss, viele erwarteten einen Marathon, doch Zheng gab einen fast hypnotischen Rhythmus vor. Es war nicht nur eine Frage der Schläge, sondern des Umgangs mit dem Moment. Während Paolini den Fehler der Gegnerin suchte, baute Zheng ihre Punkte mit einer Reife auf, die man von einem Mädchen ihres Alters nicht erwartet. Sie beendete das Match in zwei Sätzen und liess das Publikum geteilt zwischen Applaus für die Landsfrau und der Erkenntnis, dass die Chinesin wirklich eine Bank ist.

Apropos eine Bank: Wenn es einen Moment gab, in dem ich wusste, dass diese Ausgabe der Miami Open etwas Besonderes für uns bereithalten könnte, dann als ich ihren Namen im Achtelfinal-Tableau las. Zheng Qinwen vs. Aryna Sabalenka. Allein das Aufschreiben lässt einen eine Gänsehaut bekommen. Die Weissrussin ist ein Wirbelwind, jemand, der dich in drei Minuten auffrisst, wenn sie zögern sieht. Aber diese Zheng? Sie ist anders. Sie ist nicht mehr diejenige, die sich vielleicht noch vor einem Jahr von der grossen Bühne hätte überwältigen lassen. Jetzt ist sie eine Spielerin, die die Herausforderung sucht, die sie unbedingt will.

Ich stelle mir gerne vor, wie sie sich auf diesen Moment vorbereitet hat. Es heisst, dass ihr Leben abseits des Platzes als «sehr langweilig» ohne Tennis beschrieben wird. Und wissen Sie, was das bedeutet? Dass Tennis für sie alles ist, wenn sie auf dem Platz steht. Keine Ablenkungen, keine halben Sachen. Das ist der Unterschied zwischen denen, die ankommen, und denen, die bleiben. Und um zu bleiben, gehört auch der richtige Look dazu, machen wir uns nichts vor. Ich habe sie auf dem Platz mit diesem Nike-Trikot gesehen, der Nike Just Do IT Zheng Qinwen China Season Special Edition. Ein schwarzes T-Shirt, lockere Passform, mit den aufgedruckten Buchstaben. Es klingt nach einer Kleinigkeit, aber bei einem Turnier wie Miami, wo die Hitze erdrückt, ist die Ausrüstung Teil des Durchhaltevermögens. Dieses Trikot ist zum Symbol ihrer neuen Phase geworden: bequem, entschlossen, ohne Schnörkel. Genau wie ihr Tennis.

Was also können wir von diesem Achtelfinal erwarten? Fassen wir es so zusammen:

  • Power vs. Präzision: Sabalenkas Aufschlag ist ein Wirbelsturm, aber Zhengs Rückhand wird immer mehr zum Skalpell. Wem gelingt es zuerst, das eigene Tempo durchzusetzen?
  • Der Umgang mit dem Publikum: Miami ist nicht ihr Wohnzimmer, aber Zheng hat gezeigt, dass sie die Energie der Arena in Treibstoff verwandeln kann. Sie erleidet die Umstände nicht, sie formt sie.
  • Die körperliche Verfassung: Aus der Qualifikation zu kommen kann ein zweischneidiges Schwert sein. Mehr Spiele in den Beinen, aber auch eine Spielflüssigkeit, die jemand, der direkt im Hauptfeld startet, nicht hat. Und ich glaube, dass diese Flüssigkeit im Moment ein enormer Vorteil für Zheng ist.

Ich habe in meiner Karriere Hunderte von Spielen verfolgt, aber dieses Mädchen erinnert mich an die Grossen. Nicht das klassische Versprechen, das bei der ersten grossen Hitze dahinschmilzt. Nein, sie ist eine, die aufbaut. Spiel für Spiel, Punkt für Punkt. Und wenn es einen Ort gibt, um die Favoritenrolle auf den Kopf zu stellen, dann ist es Miami. Der Boden ist heiss, die Nacht ist lang und Zheng hat bereits gezeigt, dass sie keine Angst vor der Dunkelheit hat. Sabalenka sei gewarnt: Die da kommt, ist keine einfache Herausforderin, sie ist eine, die bereits das härteste Turnier gewonnen hat, das der eigenen Reife. Jetzt fehlt nur noch der letzte Akt, um es der Welt zu beweisen.