Pascal Zuberbühler rechnet mit FCB-Führung ab: «Der Trainerwechsel war ein Eigentor»

Wenn Pascal Zuberbühler den Mund aufmacht, lohnt es sich hinzuhören. Der ehemalige Nati-Goalie hat sich selten im Blatt geschunden, doch diesmal legt er richtig los: Seine Abrechnung mit der Führung des FC Basel hat es in sich. Der 53-Jährige nennt den jüngsten Trainerwechsel beim Tabellenführer der Super League nicht weniger als ein «Eigentor» – und meint damit vor allem Sportchef Stucki.
«Was der da baut, ist ein Eigentor», wettert Pascal Zuberbühler mit Blick auf die Entscheidung, den bisher erfolgreichen Coach vor die Tür zu setzen. Für den langjährigen Schlussmann, der die Schweiz an vier Endrunden vertreten hat, ist der Vorgang ein Sinnbild für das aktuelle Chaos beim FCB. «Man hat das Gefühl, die Verantwortlichen wissen selber nicht, wohin die Reise gehen soll. Solche Kurzschlussreaktionen schaden dem Verein nachhaltig.»
Die drei Hauptkritikpunkte von Zuberbühler
Pascal Zuberbühler hat sich intensiv mit der Situation am Rheinknie auseinandergesetzt. Seine Einwände lassen sich in drei klaren Punkten zusammenfassen:
- Trainerwechsel ohne Not: Der bisherige Coach habe die Mannschaft stabilisiert und punktuell Erfolge gefeiert. Ihn jetzt zu feuern, sei völlig unverhältnismässig und untergrabe jede sportliche Kontinuität.
- Kommunikationsdesaster: Die Art und Weise, wie die Trennung nach aussen getragen wurde, sei peinlich für einen Klub mit der Tradition des FC Basel. «Das wirkt dilettantisch», so Zuberbühler.
- Fehlende Wertschätzung: Dem Trainer sei nicht der nötige Respekt entgegengebracht worden. «Solche Personalentscheide sagen immer auch viel über die Kultur eines Vereins aus», erklärt der Ex-Nationalkeeper.
Warum sein Wort Gewicht hat
Wenn ein Pascal Zuberbühler spricht, hört die Fussball-Schweiz genau hin. 43 Länderspiele, vier Endrunden, unzählige Einsätze in der Super League – der heute 53-Jährige kennt den Betrieb aus dem Effeff. Er weiss, wie schnell in einer Krise die Köpfe rollen, und er weiss, was für eine gesunde Entwicklung nötig ist: Zeit, Vertrauen und ein klares Konzept. All das vermisst er beim FCB. «Stattdessen erlebt man hier eine Führung, die von einem Tag auf den anderen die Strategie wechselt. Das ist kein professioneller Ansatz, das ist Aktionismus.»
Besonders die Rolle von Sportchef Stucki nimmt Pascal Zuberbühler ins Visier. Er attestiert ihm eine Mitschuld an der verfahrenen Situation. «Wenn der Sportchef so etwas zu verantworten hat, muss er sich die Frage gefallen lassen, ob er der Richtige für diese Aufgabe ist.» Die Wortwahl «Eigentor» ist bewusst doppeldeutig: Ein Eigentor schiesst man immer ins eigene Netz – und genau das habe Stucki mit dieser Personalie getan.
Blick nach vorn
Ob die Verantwortlichen des FC Basel auf die Worte von Pascal Zuberbühler hören werden? Eher nicht. Dafür sitzt der Frust bei den Fans und Beobachtern tief. Doch Zuberbühlers Warnung sollte man ernst nehmen. «Solche Eigentore können teuer werden», sagt er. «Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich und im Ansehen.» Der FCB stehe vor einer Richtungsentscheidung. «Entweder sie besinnen sich auf Werte wie Beständigkeit und Respekt, oder sie verspielen endgültig, was dieser Klub einmal ausgemacht hat.»
Eines ist sicher: Pascal Zuberbühler bleibt ein unbequemer Mahner – einer, der sagt, was er denkt. Und in Zeiten, in denen viele um den heissen Brei reden, tut so eine klare Kante richtig gut. Die Fans am Rheinknie werden jedenfalls genau hinschauen, wie es nun weitergeht. Und sie werden sich fragen, ob ihr Klub nicht bald selber einen goalieerfahrenen Ratgeber wie Zuberbühler brauchen könnte.