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Pascal Zuberbühler rechnet mit FCB-Führung ab: "Der Trainerwechsel war ein Eigentor"

Sport ✍️ Urs Meier 🕒 2026-03-09 20:31 🔥 Aufrufe: 1

Pascal Zuberbühler bei einem Interview

Wenn Pascal Zuberbühler den Mund aufmacht, lohnt es sich, genau hinzuhören. Der ehemalige Nati-Goalie hat sich in der Vergangenheit selten zurückgehalten, doch diesmal teilt er richtig aus: Seine Abrechnung mit der FCB-Führung hat es in sich. Der 53-Jährige bezeichnet den jüngsten Trainerwechsel beim Tabellenführer der Super League als nichts Geringeres als ein «Eigentor» – und meint damit in erster Linie Sportchef Stucki.

«Was der da veranstaltet, ist ein Eigentor», poltert Pascal Zuberbühler mit Blick auf die Entscheidung, den bis dato erfolgreichen Coach vor die Tür zu setzen. Für den langjährigen Schlussmann, der die Schweiz an vier Endrunden vertreten hat, ist der Vorgang ein Sinnbild für das aktuelle Chaos beim FCB. «Man hat das Gefühl, die Verantwortlichen wissen selbst nicht, wo die Reise hingehen soll. Solche Kurzschlussreaktionen schaden dem Verein nachhaltig.»

Die drei Hauptkritikpunkte von Zuberbühler

Pascal Zuberbühler hat sich intensiv mit der Situation am Rheinknie auseinandergesetzt. Seine Einwände lassen sich in drei klaren Punkten zusammenfassen:

  • Trainerwechsel ohne Not: Der bisherige Coach habe die Mannschaft stabilisiert und durchaus Erfolge gefeiert. Ihn jetzt zu feuern, sei völlig unverhältnismäßig und untergrabe jede sportliche Kontinuität.
  • Kommunikationsdesaster: Die Art und Weise, wie die Trennung nach außen kommuniziert wurde, sei peinlich für einen Klub mit der Tradition des FC Basel. «Das wirkt dilettantisch», so Zuberbühler.
  • Fehlende Wertschätzung: Dem Trainer sei nicht der nötige Respekt entgegengebracht worden. «Solche Personalentscheidungen sagen immer auch viel über die Kultur eines Vereins aus», erklärt der Ex-Nationalkeeper.

Warum sein Wort Gewicht hat

Wenn ein Pascal Zuberbühler spricht, hört die Fußball-Schweiz genau hin. 43 Länderspiele, vier Endrunden, unzählige Einsätze in der Super League – der heute 53-Jährige kennt den Betrieb wie seine Westentasche. Er weiß, wie schnell in einer Krise die Köpfe rollen, und er weiß, was es für eine gesunde Entwicklung braucht: Zeit, Vertrauen und ein klares Konzept. All das vermisst er beim FCB. «Stattdessen erlebt man hier eine Führung, die von einem Tag auf den anderen die Strategie wechselt. Das ist kein professioneller Ansatz, das ist reiner Aktionismus.»

Besonders die Rolle von Sportchef Stucki nimmt Pascal Zuberbühler ins Visier. Er attestiert ihm eine Mitschuld an der verfahrenen Situation. «Wenn der Sportchef so etwas zu verantworten hat, muss er sich die Frage gefallen lassen, ob er der Richtige für diese Aufgabe ist.» Die Wortwahl «Eigentor» ist bewusst doppeldeutig: Ein Eigentor schießt man immer ins eigene Netz – und genau das habe Stucki mit dieser Personalie getan.

Blick nach vorn

Ob die Verantwortlichen des FC Basel auf die Worte von Pascal Zuberbühler hören werden? Eher nicht. Dafür sitzt der Frust bei den Fans und Beobachtern zu tief. Doch Zuberbühlers Warnung sollte man ernst nehmen. «Solche Eigentore können teuer kommen», sagt er. «Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich und vom Ansehen her.» Der FCB stehe vor einer Richtungsentscheidung. «Entweder sie besinnen sich auf Werte wie Beständigkeit und Respekt, oder sie verspielen endgültig, was diesen Klub einmal ausgemacht hat.»

Eines ist sicher: Pascal Zuberbühler bleibt ein unbequemer Mahner – einer, der sagt, was er denkt. Und in Zeiten, in denen viele um den heißen Brei herumreden, tut so eine klare Kante richtig gut. Die Fans am Rheinknie werden jedenfalls genau hinschauen, wie es nun weitergeht. Und sie werden sich fragen, ob ihr Klub nicht bald selbst einen goalieerfahrenen Ratgeber wie Zuberbühler brauchen könnte.