Oh Se-hoons Entscheidung – und was «Sehoon» über ihn verrät: Die Atmosphäre vor Ort an der Pressekonferenz vom 12. März
Im Briefing-Raum des Rathauses von Seoul. Es ist 14 Uhr, der Raum ist bis auf den letzten Platz mit Journalisten gefüllt, als Bürgermeister Oh Se-hoon den Raum betritt. Er trägt seinen gewohnt akkuraten Anzug, doch seine Lippen sind fest aufeinandergepresst. Heute, am 12. März, ist es der Moment, in dem alle den Atem anhalten, um zu hören, was er zu sagen hat.
24 Stunden der Anspannung: Die Entscheidung von «Oh Se-hoon»
Schon gestern lag eine gewisse Spannung in der Luft. Es hiess, diverse komplexe politische Baustellen würden sich nur schwer lösen lassen, und in politischen Kreisen wurden bereits erste besorgte Stimmen zur Führungsstärke «Oh Se-hoons» laut. Da diese Pressekonferenz recht kurzfristig anberaumt wurde, kursierten sofort Gerüchte, er könnte eine weitreichende Entscheidung verkünden. Wie ein Insider berichtet, sei die Diskussion selbst in seiner engsten Runde äusserst kontrovers gewesen.
Doch als es dann ernst wurde, wirkte seine Stimme überraschend ruhig. Während der gesamten Pressekonferenz verwendete er am häufigsten die Worte «Prinzipientreue» und «Vertrauen». Fast schien er die Krisengerüchte beschwichtigen zu wollen, indem er detailliert die Fahrpläne der wichtigsten laufenden Projekte erläuterte und seinen unbeirrten Willen zur stabilen Regierungsführung bekräftigte. Es war eine Art «Stabilitätserklärung», ein Versprechen, dass die Angelegenheiten, die den Alltag der Bürger direkt betreffen, reibungslos weiterverfolgt werden.
Von «Bürgermeister Oh» zu «Sehoon»: Die verschiedenen Ebenen der Nähe
Interessant war die Reaktion vor Ort. Im offiziellen Teil der Veranstaltung sprachen die Journalisten ihn selbstverständlich mit «Herr Bürgermeister Oh» an, doch nach dem Briefing gab es auf den Gängen so manchen Kommentar. Ein älterer Korrespondent murmelte wie zu sich selbst: «Bei der angespannten Stimmung in der Politik dieser Tage hat es der Sehoon sicher nicht leicht.» Wenn man einen Politiker nicht mit seinem offiziellen Titel, sondern vertraut mit seinem Vornamen «Sehoon» bezeichnet, schwingt meist Mitleid, Anteilnahme oder eine gewisse Erwartungshaltung mit.
Der unter Jüngeren gebräuchliche Kosename «Sehoon» hat eine etwas andere Nuance. In Online-Communities diskutiert man über seine einzelnen Politiken mit Kommentaren wie «Macht der Sehoon das diesmal gut?» oder «Also das, Sehoon, geht gar nicht». Das zeigt einen Wandel im Blick auf den Politiker Oh Se-hoon – nicht mehr als Gegenstand ehrfürchtiger Autorität, sondern als jemand, mit dem man im Dialog steht und den man bewertet. Die Reaktionen der Netzbürger auf die heutige Pressekonferenz unterschieden sich nicht wesentlich davon.
Drei Beobachtungen vom Ort des Geschehens
Fasst man die heutige Pressekonferenz zusammen und extrahiert das Wesentliche aus den Berichten vor Ort, ergibt sich Folgendes:
- Strategie des «Lösens», nicht des «Aussitzens»: Er machte deutlich, dass er die schwierigen Aufgaben nicht ignorieren, sondern eine nach der anderen angehen wird. Besonders betonte er, sich kompromisslos um die Belange zu kümmern, die direkte Auswirkungen auf den Alltag der Menschen haben.
- Wandel in der Kommunikation: Er kündigte an, nicht nur einseitig zu verkünden, sondern öfter auf die Stimmen vor Ort zu hören. Es wird allgemein erwartet, dass die Ära eines «Bürgermeisteramts vor Ort» damit häufiger wird.
- Die Bedeutung des Namens «Sehoon»: Der während der gesamten Konferenz ernst wirkende Mann lächelte kurz, als ein Journalist ihn abschliessend fragte: «Spüren Sie den Druck?». Er antwortete knapp: «Man kann nicht sagen, man spüre ihn nicht. Ich fühle eine grosse Verantwortung.» In dieser kurzen Antwort schwang eine Andeutung von Aufrichtigkeit mit – ein kurzer Einblick in die Person «Oh Se-hoon» zwischen dem Menschen und dem Politiker «Sehoon».
Die Reaktionen aus der Politik waren gespalten. Während die einen von einem «Termin, der Krisenmanagement-Fähigkeiten gezeigt hat» sprachen, übten andere scharfe Kritik und meinten, es «fehle an grundlegenden Lösungen». Sicher ist jedoch, dass der Blick der Bürger mehr auf dem Namen «Sehoon» ruht als auf dem Titel «Bürgermeister Oh». Sein Rücken, als er den Konferenzraum verliess, wirkte schwer beladen, aber vielleicht war es auch sein klarster Ausdruck seit langem – der typische Gesichtsausdruck eines Menschen, der eine Entscheidung getroffen hat. Man darf gespannt sein auf das Spiel, das er nun eröffnen wird, und auf das Bild, das der von den Bürgern gerufene Name «Sehoon» zeichnen wird.