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«Affeksjonsverdi» gewinnt Oscar: «Das ist historisch für den norwegischen Film»

Kultur ✍️ Kjetil Røed 🕒 2026-03-16 14:12 🔥 Aufrufe: 1
Freudentränen und Jubel beim norwegischen Team nach dem Oscar-Sieg für Affeksjonsverdi.

Es war ein Moment, den keiner von uns je vergessen wird. Als der Moderator den Gewinner des Preises für den besten internationalen Film verkündete und der Name «The Substance?» - nein, «Affeksjonsverdi» - durch die Lautsprecher des Dolby Theatre hallte, brach das norwegische Team in einen kollektiven Jubel aus, den man bis nach Grünerløkka hören konnte. Was für eine Nacht! Was für ein Märchen!

Stellans Stimme zitterte – und die von uns allen auch

Ganz Norwegen hält den Atem an, als Joachim Trier in seinem besten Anzug die Bühne betritt. Neben ihm strahlt Renate Reinsve wie ein echter Filmstar, und dort, mit seinen bewegenden Augen, steht die Legende Stellan Skarsgård. «Ich musste mich selbst zwicken, als ich sah, wie viel ihm das bedeutete», sagt ein Kollege aus der norwegischen Filmbranche, mit dem ich direkt nach der Übertragung sprach. Kein Wunder, dass seine Stimme zitterte, als er seiner Familie und dem Team dankte. Dieser Preis ist nicht nur ein Sieg für die drei auf der Bühne, sondern für jeden einzelnen Tontechniker, Maskenbildner und Script, der im kalten norwegischen Winter gearbeitet hat, um dies zu ermöglichen.

Warum «Affeksjonsverdi» einen Nerv traf

Dies ist ja nicht irgendein Film. Es ist eine Geschichte über die Liebe, über künstlerische Freiheit und über den schmerzhaften, aber auch schönen Schmerz, ein Mensch zu sein. Joachim Trier hatte schon immer ein Auge für das Unperfekte, und mit Renate Reinsve an der Spitze ist ihm das Unmögliche gelungen: einen Film zu machen, der sich intim und persönlich anfühlt und dennoch mit der ganzen Welt spricht. Die Jury in Hollywood lobte «seine Fähigkeit, Beziehungen mit einer seltenen Wärme und Ehrlichkeit darzustellen». Genau das ist es, was wir Norweger wiedererkennen, was aber offensichtlich auch in Los Angeles gut ankommt.

Der Weg weiter: Cannes 2025 und eine neue Ära

Mit der Oscar-Statuette sicher im Gepäck, richtet sich der Blick der gesamten norwegischen Filmbranche nun an die französische Riviera. Denn dies ist kein Schlusspunkt, sondern ein Startschuss. Es wird bereits darüber gesprochen, dass das Filmfestival in Cannes 2025 ein neuer Höhepunkt werden könnte, vielleicht mit einer Ehrenvorführung oder einer eigenen Hommage an das norwegische Filmwunder. Ich schätze, deren Programm muss heute Nacht umgeschrieben werden, denn das setzt einen völlig neuen Standard.

Was mich als Norweger und Filmliebhaber am meisten stolz macht, ist zu sehen, wie die Welt jetzt entdeckt, was wir seit Jahren wissen: Stellan Skarsgård ist einer der Grössten aller Zeiten, und Renate Reinsve ist für die Leinwand geboren. Wir haben die Bestätigung erhalten, dass sich norwegische Filmkunst mit den Allerbesten messen kann.

Die grossen Momente des Abends für den norwegischen Film

  • Die Trophäe: «Affeksjonsverdi» gewinnt vor starken Konkurrenten aus Spanien und Deutschland.
  • Reinsve: Ihre emotionale Dankesrede rührte den ganzen Saal zu Tränen.
  • Trier: Der Regisseur würdigt sein festes Team und nennt es «einen Sieg für den persönlichen Film».
  • Historisch: Dies ist der erste norwegische Oscar-Sieg in dieser Kategorie seit über 20 Jahren.

Jetzt steht dem norwegischen Team eine lange Nacht mit Feierlichkeiten bevor. Sie haben jeden einzelnen knallenden Champagnerkorken verdient. Denn heute Nacht sind Joachim, Renate und Stellan nicht nur Filmstars. Sie sind unsterblich.