Philippe Risoli: Über Geld, einen schweren Unfall und Spott – der Moderator im schonungslosen Interview
Er prägte die goldenen Zeiten des Club Dorothée, moderierte Kult-Shows wie Une Famille en or oder Le Juste Prix, und dennoch hat Philippe Risoli die Herzen der Franzosen nie wirklich verlassen. In den letzten Tagen ist der 73-jährige Moderator wieder ins Rampenlicht getreten: In einem ausführlichen Interview spricht er ohne Umschweife über seine Karriere, seine Lebensentscheidungen und so manches hartnäckige Gerücht. Fernab von Glitzer und Scheinwerferlicht entpuppt sich der Mann als kluger Stratege und Überlebenskünstler.
Ein Vermögen wie gemauert
Eine der großen Überraschungen dieses Gesprächs ist, wie Philippe Risoli sein Geld verwaltet hat. In einer Zeit, in der viele seiner Kollegen nach Jahren mit üppigen Gagen auf der Straße landeten, strahlt er eine verblüffende finanzielle Gelassenheit aus. „Ich hatte nie Geldmangel, selbst ohne Gehalt“, lässt er verlauten. Sein Geheimnis? Eine frühe und massive Investition in Immobilien. In seinen fetten Jahren verprasste Philippe Risoli seine Einnahmen nicht für Luxusautos oder Partys, sondern kaufte Häuser und Wohnungen. Eine Strategie des gesunden Menschenverstandes, die ihm heute ein komfortables Einkommen und eine im Geschäft seltene Unabhängigkeit sichert. Während sich manche über seine Zurückhaltung auf dem Bildschirm wunderten, spielte er eine ganz andere Partitur – die der Sicherheit.
Der Tag, an dem sein Auto ihn fast das Leben kostete
Doch Geld ist nicht alles, und das Leben von Philippe Risoli wäre beinahe in einer Tragödie geendet. Der Moderator erinnerte an einen schrecklichen Autounfall, dessen Narben er noch immer trägt. „Ich habe Glasstücke im Kopf“, vertraut er an und spricht von jenem Tag, an dem er am Steuer dem Schrecklichsten nahe kam. Ein Aufprall von ungeheurer Gewalt, die Windschutzscheibe zersplittert, und diese winzigen Fragmente, die sich für immer unter seiner Haut festsetzen. Ein physischer Schmerz, gewiss, aber auch ein psychischer Schock. Diese Nahtoderfahrung beschreibt er ohne Pathos, mit jener Distanz, die jenen eigen ist, die den Abgrund gesehen und sich dennoch fürs Weitergehen entschieden haben. Eine Erinnerung daran, dass hinter dem Lächeln des Spaßvogels der französischen Fernsehlandschaft ein Mann steht, der Feuerproben (und Glas) durchgestanden hat.
„Cuitas las Bananas“: Wenn der Spott eine Wunde offenbart
Bleibt das heikelste Kapitel: der Spott. Philippe Risoli hatte stets einen schrägen Humor, den manche manchmal sogar als spießig empfanden. Aber eine Episode traf ihn besonders: die um „Cuitas las Bananas“. Für alle, die es vergessen haben sollten: Es handelte sich um einen Sketch oder ein Lied (die Erinnerung ist, bewusst, vage), das der Moderator kreiert hatte. Eine etwas verrückte, etwas absurde Sache, die er sich aus dem Bauch heraus ausgedacht hatte. „Das ist etwas, das ich aus meinem Innersten heraus geschrieben habe“, erklärt er heute. Das Problem? Das Publikum und die Kritik zogen nicht mit, und die Witze hagelten es. Jahre später scheint die Wunde noch immer nicht ganz verheilt. Nicht so sehr wegen des Misserfolgs an sich, sondern wegen des Unverständnisses: Wie konnte das, was ihm so aufrichtig erschien, derart verspottet werden? Er wischt diese Zeit mit einer Handbewegung beiseite, doch die Emotionen schimmern durch.
Was bleibt von diesem Comeback
Mit diesen Geständnissen zeichnet Philippe Risoli das Bild eines Mannes, der nie wirklich das Rampenlicht suchte, aber stets seine Karriere und sein Leben mit seltener Klugheit zu managen wusste. Hier die wichtigsten Punkte seines Werdegangs:
- Ein weiser Geschäftsmann: Er investierte in Immobilien, lange bevor es unter Promis Mode war.
- Ein Überlebender: Sein Autounfall hinterließ Spuren, aber keine Reue.
- Ein Sensibler: Hinter dem Clown steckt ein Künstler, der unter dem Spott über seine Kreationen litt.
- Ein freier Mann: Er ist nie den Fernsehstudios hinterhergerannt und konnte Nein sagen, wenn es nötig war.
Während das Fernsehen verzweifelt nach bekannten und verlässlichen Gesichtern sucht, ist die Rückkehr von Philippe Risoli in die Medienlandschaft vielleicht kein Zufall. Zwischen finanzieller Weisheit, unsichtbaren Narben und angeschlagenem Stolz verkörpert er eine gewisse Idee des französischen Showgeschäfts: das, was Bestand hat, was Moden überdauert, und das, selbst nach harten Schlägen, dieses kleine schelmische Lächeln bewahrt, das man so gut an ihm kennt.