Abschied von Phil Campbell: Motörhead-Gitarrenlegende mit 64 Jahren verstorben
Na, ihr Rockfans, es ist Zeit, ein kühles Blondes aufzumachen und das Glas auf eine echte Legende zu heben. Phil Campbell, der walisische Wirbelwind, der über drei Jahrzehnte die Gitarre für Motörhead spielte, hat im Alter von 64 Jahren die Bühne für immer verlassen. Die Nachricht hat eingeschlagen wie ein umkippender Marshall-Turm – plötzlich, laut und verdammt niederschmetternd. Egal, ob man ihn als den Typen kannte, der mit Lemmy die Riffs austauschte, als Mastermind hinter Phil Campbell and the Bastard Sons oder einfach als den Mann mit den schnellsten Fingern des Westens – das hier sitzt tief.
Die Motörhead-Jahre: Donner und Blitz
Campbell stieß 1984 zum Motörhead-Zirkus, als die Band gerade einen Gang hochschaltete. Er besetzte nicht nur eine Lücke – er wurde Teil des Motors. Alben wie Orgasmatron und Rock ’n’ Roll stellten sein Können an der Gitarre unter Beweis und verbanden rohe Punk-Energie mit einem Groove, der einen am liebsten Möbel zertrümmern ließ. Für Fans hierzulande war sein Werk der Soundtrack zu unzähligen Nachfahrten und gelungenen Grillabenden. Er war der perfekte Gegenpart zu Lemmys Knurren, und zusammen erschufen sie eine Klangwand, die eine ganze Generation von Headbangern prägte.
Über den Hawk hinaus: Bastard Sons und Kurioses
Als Motörhead nach Lemmys Tod 2015 die Äxte niederlegte, hängte Phil seine Lederjacke nicht an den Nagel. Er kam mit Phil Campbell and the Bastard Sons zurückgestürmt, einer Band, die die Flamme am Lodern hielt und ihr gleichzeitig seinen eigenen frischen Stempel aufdrückte. Ihre Platten, inklusive des brillanten Evenings and Weekends, bewiesen, dass er sich nicht auf vergangenen Lorbeeren ausruhte. Dieses Album – voller Selbstbewusstsein und Biss – zeigte einen Kerl, der immer noch hungrig war zu kreieren, der immer noch juckte, den Stecker reinzustecken und auf Anschlag zu drehen.
Aber Phils Neugier hörte nicht bei Rockmusik auf. Er hatte eine Faszination für die dunkle Seite, die ihn zu einer Zusammenarbeit an einem Spoken-Word-Projekt über Amerikas berüchtigtsten Grabräuber führte. Das Ergebnis? Did You Hear What Eddie Gein Done? – ein gruseliger, fesselnder Tauchgang in den Geist des Mannes, der Psycho und The Texas Chain Saw Massacre inspirierte. Das war nicht das typische Hobby eines Gitarrenhelden, aber das war Phil: immer für eine Überraschung gut.
Die Tornado-Wendung: Ein abgefahrener Zufall
Und jetzt eine seltsame Geschichte. 2011 fegte ein gewaltiger Tornado der Stufe EF5 durch Alabama und machte eine kleine Stadt dem Erdboden gleich, die einen sehr vertrauten Namen trug: Phil Campbell. Der Hackleburg-Phil Campbell Tornado von 2011 war einer der tödlichsten in der US-Geschichte, und für einen Moment war der Name aus den falschen Gründen in aller Munde. Manche scherzten, dass Phil Campbell (der Mann) seinen eigenen Sturm mitbrachte – eben die Sorte, die Dächer von Locations statt von Häusern wegpustet. Das ist ein makaberes Stück Trivia, aber eines, das in die Rock’n’Roll-Mythologie passt: Selbst die Natur konnte die Wucht dieses Namens nicht ignorieren.
Was er hinterlässt
Phil Campbells Vermächtnis liegt nicht nur in den Rillen von Vinylplatten oder auf YouTube-Clips. Es lebt in jedem Kind, das zur Gitarre griff, nachdem es ihn durch "Ace of Spades" fetzen hörte. Es lebt in den verschwitzten Pubs und Arenen-Shows, in denen er alles gab. Für österreichische Fans war er ein regelmäßiger Gast, der mit den Bastard Sons durch Städte wie Wien und Graz tourte und das Publikum immer kaputt und grinsend zurückließ.
Also, Prost auf dich, Phil. Danke für den Lärm, die Riffs und die verdammt gute Zeit. Du warst einer von der Sorte, die es nur einmal gibt, alter Junge.
- Motörhead-Alben mit Phil Campbell: Orgasmatron, Rock ’n’ Roll, 1916, March ör Die und viele mehr.
- Diskografie von Phil Campbell and the Bastard Sons: The Age of Absurdity, We’re the Bastards und das aktuelle Evenings and Weekends.
- Kuriose Projekte: Did You Hear What Eddie Gein Done? (Spoken-Word/Musik-Hybrid).
- Zufallsfakt: Der Hackleburg-Phil Campbell Tornado von 2011 ist einer von nur vier EF5-Tornados in der Geschichte Alabamas.
Wenn ihr jetzt Bock habt, Respekt zu zollen, dreht "Killed by Death" laut auf und lasst es die Nachbarn wissen – ganz in Phils Sinn.