Fotonordic in der Insolvenz: Kamerafachgeschäft aus Oulu schließt – alle Hintergründe im Überblick
Ein Name, der allen Fotografiebegeisterten in Oulu bestens bekannt ist, hat eine schwere Entscheidung getroffen: Fotonordic hat Insolvenz angemeldet. Eine Nachricht, die sicherlich viele Fotografinnen und Fotografen bewegt – ob Hobby- oder Profifotografen. Wenn ein langjähriger Player wie dieser beschließt, den Laden zuzusperren, ist das ein Zeichen für eine tiefere Krise, unter der der Kamerahandel in den letzten Jahren gelitten hat.
Geschäftsführer Janne Kuoppala informierte die Kunden per E-Mail und schrieb, dass die Entscheidung ihm alles andere als leichtgefallen sei. Die Marktsituation ist seit Langem schwierig, und die Herausforderungen häuften sich von allen Seiten. „Wir haben das mit großer Leidenschaft gemacht und an das geglaubt, was wir aufgebaut haben“, so Kuoppala. Das sind die schwersten Worte, wenn ein Unternehmen, das bereits im Jahr 2005 gegründet wurde, einsehen muss, dass die Reise diesmal hier endet.
Wie wirkt sich die Insolvenz von Fotonordic auf Kunden aus?
Falls Sie jemals überlegt haben, sich eine Kamera oder Drohne genau dort zu holen: Das Ladengeschäft in Oulu ist geschlossen und der Online-Shop stellt seinen Betrieb ein. Das Unternehmen selbst hat bereits Insolvenz angemeldet, Sie sollten also nicht mehr mit neuen Bestellungen rechnen. Jetzt ist der Moment, um zu prüfen, ob Sie noch offene Aufträge oder Garantieangelegenheiten haben – die Insolvenzmasse wird sich darum zu gegebener Zeit kümmern.
Übrigens: Fotonordic hatte früher auch ein Geschäft in der Mikonkatu in Helsinki. Es wurde bereits im Dezember 2023 geschlossen, und in den Räumlichkeiten ist heute die Rajala Pro Shop zu finden. Das war das erste Anzeichen dafür, dass der Wind sich gedreht hatte.
Was führte zur Insolvenz von Fotonordic?
Wenn Sie sich fragen, wie ein so etabliertes Unternehmen scheitern konnte, dann werfen wir einen Blick auf die Zahlen. Im Rekordjahr 2021, dem Spitzenjahr während der Corona-Pandemie, erzielte das Unternehmen einen Umsatz von satten 13 Millionen Euro. Die Menschen blieben zu Hause, und Hobbys wie die Fotografie erlebten einen regelrechten Boom. Im letzten Jahr lag der Umsatz bei nur noch 3,8 Millionen Euro. Ein dramatischer Rückgang.
Fotonordic hatte bereits Ende 2023 ein Sanierungsverfahren beantragt. Daraus fand sich kein Weg zurück. Wie aus Branchenkreisen zu hören ist, hat die nachlassende Kaufkraft der Verbraucher stark zugesetzt. Inflation, steigende Zinsen – das ist die altbekannte Geschichte, die viele dazu gebracht hat, sich mehrfach zu überlegen, ob es jetzt wirklich das neue Objektiv sein muss.
- Höchstumsatz im Jahr 2021: 13 Millionen Euro.
- Schließung der Filiale in Helsinki: Dezember 2023.
- Start des Sanierungsverfahrens: Ende 2023.
- Umsatz zuletzt 3,8 Millionen Euro: im Jahr 2024.
- Insolvenz: Frühjahr 2026.
Eine weitere Herausforderung war die Verfügbarkeit der Produkte selbst. In den letzten Jahren gab es in den Lieferketten für Kameras und Zubehör immer wieder Unterbrechungen, was ein profitables Geschäft zusätzlich erschwerte.
Und jetzt? Ein Ratgeber zur Insolvenz von Fotonordic
Ich verstehe, dass viele jetzt überlegen, wie es weitergeht. Hier ist eine praktische Übersicht, quasi der Fotonordic-Insolvenz-Ratgeber:
Wenn Sie Produkte besitzen, die Sie bei Fotonordic gekauft haben, keine Sorge: Die Geräte funktionieren weiterhin. Die Herstellergarantien bleiben bestehen. Wenn also etwas mit Ihrer Kamera nicht stimmt, wenden Sie sich direkt an den Importeur oder den Hersteller. Die Insolvenzmasse wird das Inventar und die Lagerbestände verwerten, daher könnten in der Branche möglicherweise noch Restposten auftauchen.
Der finnische Kamerahandel befindet sich ohnehin im Umbruch. Dass Ketten wie Fotonordic aus der Innenstadt verschwinden, ist ein harter Verlust für alle, die gerne vor dem Kauf Geräte in die Hand nehmen und sich beraten lassen. Das ist ein Stück gelebte Kultur, das verloren geht.
Im Kern ist dies ein trauriges Ende für eine Geschichte, die mit großer Leidenschaft für die Fotografie begann. In den Worten von Janne Kuoppala: „Leider ist die Welt gerade ein schwieriger Ort, um sich selbstständig zu machen.“ Das fasst die Situation wohl ganz gut zusammen. Hoffen wir, dass die Expertise aus Oulu in irgendeiner Form wieder ihren Weg in die Branche findet.