Bayern München demontiert Borussia Mönchengladbach mit 4:1: Díaz und Musiala glänzen - Bayern baut Vorsprung auf 14 Punkte aus
Wieder einmal ein Freitagabend, wieder einmal ein klares Zeichen aus der Allianz Arena. Wer gedacht hatte, der FC Bayern würde nach dem überragenden Sieg im Klassiker einen Gang zurückschalten, sah sich getäuscht. Die Mannschaft von Vincent Kompany lieferte eine starke, effiziente Vorstellung ab und machte mit Borussia Mönchengladbach kurzen Prozess. Am Ende stand ein klares 4:1 – der Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga wuchs auf stolze 14 Punkte an.
Das große Thema vor dem Spiel war klar: das Fehlen von Harry Kane. Der Top-Torjäger der Liga musste wegen einer Wadenverletzung pausieren, er saß auf der Tribüne, um Kräfte für das wichtige Champions-League-Spiel gegen Atalanta zu sammeln. Normalerweise wäre der Ausfall eines Spielers mit 30 Saisontoren ein herber Verlust. Aber das hat offenbar vergessen, Luis Díaz Bescheid zu geben.
Der Kolumbianer ist seit seinem Wechsel im Sommer eine echte Entdeckung – und dieser Abend gehörte ihm. Er war der absolute Chef auf dem Platz. Kurz nach der halben Stunde schwebte Leon Goretzka, der im Mittelfeld eine starke Partie bot, einen perfekt getimten Chip in den Strafraum. Díaz nahm den Ball volley – ein sauberer, harter Schuss, der Moritz Nicolas keine Chance ließ. So ein Tor, da staunt man dann schon auf der Couch.
Und Díaz war noch nicht fertig. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte erwischt Bayern Gladbach auf dem falschen Fuß. Nicolas Jackson, der für Kane im Sturmzentrum begann, bediente Díaz, der sich seinerseits als Vorbereiter auszeichnete: eine mustergültige Flachpass-Vorlage für den mitgelaufenen Konrad Laimer. Der österreichische Außenverteidiger donnerte das Leder unter die Latte – 2:0 mit dem Pausenpfiff. Das war die Vorentscheidung.
Nach der Pause versuchte Gladbach Schadensbegrenzung, aber schon nach zehn Minuten wurde es noch bitterer. Jackson zog allein aufs Tor zu, Rocco Reitz ließ ihm keine andere Wahl und legte ihn. Der Unparteiische zögerte keine Sekunde: Elfmeter und die glatte Rote Karte für Reitz. Jamal Musiala, der schon die ganze Zeit unermüdlich wirbelte, trat an. Er schickte den Keeper in die falsche Ecke und verwandelte souverän – sein erstes Bundesliga-Tor in dieser Saison, das 3:0.
Danach war es nur noch eine Frage der Höhe. Die jungen Wilden kamen zu ihren Einsatzminuten, und elf Minuten vor dem Ende war es wieder ein Youngster, Lennart Karl, der Jackson den Treffer zum verdienten 4:0 auflegte. Karls flache Hereingabe war perfekt, Jackson musste am zweiten Pfosten nur noch den Fuß hinhalten und traf ins Tor.
Für einen historischen Moment war aber noch Zeit. In der 89. Minute staubte der 17-jährige Gladbach-Eingewechselte Wael Mohya ab und erzielte den Ehrentreffer. Damit wurde er zum jüngsten Torschützen der Vereinsgeschichte. Ein kleiner Lichtblick an einem sonst trüben Abend für die "Fohlen".
Was lernen wir also?
- Die Breite eines Meisters: Kane fehlte, Bayern spielte trotzdem wie aus einem Guss. Díaz (Tor und Vorlage) und Jackson (Tor) übernahmen vorne die Verantwortung, Goretzka und Kimmich kontrollierten das Mittelfeld.
- Musiala ist zurück: Sein Elfmeter war sein erstes Ligator nach seiner schweren Verletzung. Er wirkte spielfreudig, zog Fouls und war ständig gefährlich. Völlig zu Recht wurde er zum "Man of the Match" gewählt.
- Sorgen bei Gladbach: Sie hängen auf Platz 12 fest. Zwar ist das erstmal das gesicherte Mittelfeld, aber der Abstand zu den Abstiegsrängen beträgt nur drei Punkte. Es braucht dringend mehr Konstanz.
- Fragezeichen bei Neuer: Der einzige Wermutstropfen für Bayern war der erneute Pausenwechsel von Manuel Neuer. Kompany sprach von einer Vorsichtsmaßnahme, aber vor dem Spiel gegen Atalanta will man den Kapitän fit wissen.
Dieses Ergebnis bestätigt nur, was in Fußball-Deutschland sowieso schon jeder ahnt. Die Meisterschafts-Entscheidung in der Bundesliga ist gefallen. Bei einem 14-Punkte-Polster und nur noch neun ausstehenden Spielen ist die einzig verbleibende Frage, wie früh die Bayern offiziell die Korken knallen lassen können für ihre 35. Meisterschale. Nächste Station für Kompanys Elf? Ein Auswärtsspiel in Bergamo in der Champions League. Aber für diesen einen Abend genossen sie es, auch auf nationalem Terrain einmal so richtig ihre Muskeln spielen zu lassen.