Zac Lomax: Was kommt nach dem Vergleich für den meistgesuchten Mann der NRL?
Monatelang war die Vertragssaga um Zac Lomax das fesselndste Off-Feld-Drama der NRL. Es hatte alles: einen jungen Superstar, zwei Schwergewichte der Liga in den Parramatta Eels und den Melbourne Storm, und einen drohenden Prozess vor dem Bundesgericht, der die Regeln für Spielertransfers sprengen drohte. Nachdem ein letzter außergerichtlicher Vergleich den Rechtsstreit nun endlich beigelegt hat, bleibt dem Rugby nur noch eine wirklich wichtige Frage: Wo wird einer der talentiertesten Centers des Sports 2026 spielen?
Die Details des Vergleichs bleiben, wie in solchen Fällen üblich, vertraulich. Aber das Ergebnis ist klar: Zac Lomax geht nicht nach Melbourne, und die Eels haben widerwillig akzeptiert, dass sie ihn nicht halten können. Das Aufeinandertreffen vor dem Bundesgericht, das versprach, die Interna von Spielerverträgen und 'Right-to-Match'-Klauseln offenzulegen, wurde abgewendet. Die Verantwortlichen der Liga können aufatmen, aber für Lomax beginnt die Ungewissheit erst.
Das Warteschleifen-Dilemma eines etablierten Leistungsträgers
Lassen wir uns nichts vormachen: Zac Lomax ist ein Spieler, der Spiele entscheiden kann. Seine Kombination aus Größe, Beinarbeit und einem gewaltigen rechten Fuß macht ihn zum Albtraum für Verteidiger und zum Traum für jede Angriffsformation. Mit nur 24 Jahren hat er bereits State of Origin gespielt und besitzt die Nervenstärke, die in großen Spielen den Unterschied ausmacht. Und dennoch steht er Anfang März, kurz vor Saisonbeginn, da – mit einer völlig ungewissen Zukunft. Das ist kein Spieler nach einem schwachen Jahr; das ist ein Akteur, der in seine absolute Prime kommt. Dass er in der Warteschleife hängt, liegt nicht an mangelndem Talent, sondern einzig an administrativen Hürden.
Für die interessierten Clubs ist dies eine seltene Gelegenheit. Es kommt nicht oft vor, dass man einen Spieler von Lomax' Kaliber verpflichten kann, ohne eine Ablöse zu zahlen oder einen komplizierten Tauschdeal einfädeln zu müssen. Er ist de facto ein Free Agent, auch wenn der Zeitpunkt ungünstig ist. Die meisten Clubs haben ihre Kader und Gehaltsobergrenzen für 2026 bereits geplant. Zac Lomax jetzt zu verpflichten, bedeutet, diese Pläne über den Haufen zu werfen und Platz zu schaffen. Dafür braucht es starke Nerven und ein geschicktes Cap-Management.
Die Bewerber: Wer macht das Rennen?
Die Gerüchteküche brodelt bereits gewaltig. Nach meinen Informationen erhält Lomax' Management Anrufe von mindestens einem halben Dutzend Clubs. Es ist ein Verkäufermarkt, und der Spieler hält alle Trümpfe in der Hand. Hier sind die naheliegendsten (und interessantesten) Optionen:
- Die New Zealand Warriors: Das ist die romantische Option und für Kiwi-Fans der Traum. Die Warriors haben nach einigen cleveren Abgängen Spielraum im Salary Cap und suchen händeringend nach einem echten Weltklasse-Center. Lomax würde eine tödliche linke Angriffsseite mit dem jeweiligen Nummer-6-Trikotträger bilden. Mehr noch: Er würde Siegermentalität und Big-Game-Erfahrung in ein junges Team bringen. Das Argument aus Mt. Smart ist einfach: Werde das Gesicht eines echten Meisterschaftsanwärters in einer rugbyverrückten Nation. Man sollte die Anziehungskraft eines solchen Vermächtnisses nicht unterschätzen.
- Die Dolphins: Wayne Bennett liebt eine gute Geschichte und Spieler mit etwas zu beweisen. Die Dolphins haben Geld auszugeben und einen Kader, der ein oder zwei Stars von den Top Vier entfernt ist. Lomax passt perfekt in Bennetts Schema: talentiert, selbstbewusst und mit einem Punkt, den er nach dem unschönen Abschied von den Eels beweisen will. Redcliffe mag nicht den Glanz von Sydney haben, aber es bietet Stabilität und eine Trainerlegende. Das wiegt schwer.
- Ein Sydney-Schwergewicht (Roosters/Souths): Die Glamour-Clubs sollte man niemals abschreiben. Die Roosters finden, wie immer, scheinbar Salary Cap-Spielraum, wo keiner ist. Sie haben eine Geschichte darin, Stars zu rehabilitieren und Meisterschaften zu gewinnen. Auch South Sydney könnte einen Center von Lomax' Qualität neben Campbell Graham gebrauchen. Wenn Lomax in der Hafenstadt bleiben und jedes Jahr Finalfootball spielen will, wird einer der beiden Wege finden, ihn zu bekommen.
- Der Außenseiter: Ein später Schachzug der Storm? Melbourne sollte man nicht komplett abschreiben. Der Vergleich hindert Lomax nicht daran, sie erneut in Betracht zu ziehen, aber es würde einen neuen Vertrag und eine deutliche Verschiebung im Salary Cap der Storm erfordern. Craig Bellamy hat bewiesen, dass er einen Kader optimieren kann, und wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Aber nach dem Rechtsdrama könnten beide Seiten das Gefühl haben, dass die Brücken teilweise abgebrannt sind.
Das Geschäft mit Zac Lomax
Aus kommerzieller Sicht ist Zac Lomax reines Gold. Er ist vermarktbar, artikuliert und hat ein Profil, das über den typischen Liga-Fan hinausreicht. Der Club, der ihn bekommt, holt sich nicht nur einen Center, sondern einen Sponsoren-Magneten. Man kann darauf wetten, dass potenzielle Trikotpartner und Unternehmensunterstützer bereits bei ihren Wunschclubs nachfragen, wie wahrscheinlich eine Verpflichtung ist. Seine bloße Anwesenheit kann die Verkaufszahlen von Saisonkarten und Merchandise steigern.
Diese Saga unterstreicht auch eine wachsende Spannung im System der NRL-Spielertransfers. Die 'Right-to-Match'-Bestimmungen sollen Clubs schützen, aber wie wir bei Zac Lomax gesehen haben, können sie zu langwierigen, unschönen Auseinandersetzungen führen. Die Tatsache, dass es einen möglichen Prozess vor dem Bundesgericht brauchte, um diese Angelegenheit zu lösen, deutet darauf hin, dass das System überdacht werden muss. Die neue NRL-Administration wird genau hinschauen; sie können es sich nicht leisten, dass die Transferperiode zum Nährboden für Klagen wird.
Das Fazit
Wo landet Zac Lomax also? Wenn ich wetten müsste, würde ich mein Geld auf die Warriors setzen. Es ergibt für beide Seiten zu viel Sinn. Er bekommt einen Neuanfang in einem neuen Markt, wird zum unangefochtenen Star und lebt in einer Stadt, in der er ohne das Sydneyer Mikroskop durchatmen kann. Für die Warriors ist es die Statement-Verpflichtung, die sagt: "Wir sind nicht nur hier, um die Zahlen aufzufüllen; wir bauen eine Dynastie auf."
Doch in der NRL hat Vernunft nicht immer Vorrang. Geld, Standort und Beziehungen werden alle eine Rolle spielen. Eines ist sicher: Die nächsten Wochen werden turbulent. Und wenn Zac Lomax endlich ein neues Trikot überstreift, wird das Team, das das Rennen gewinnt, den größten Fisch in einer sehr seltsamen Transfersaison an Land gezogen haben.