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Ryan Flamingo singt antisemitisches Lied bei PSV-Meisterfeier – Wut unter Fans

Sport ✍️ Thijs van der Heijden 🕒 2026-04-08 10:08 🔥 Aufrufe: 1

Eindhoven stand Kopf – aber nicht wegen des Jahrmarkts. Die Meisterfeier von PSV auf dem Stadhuisplein kippte in einen Skandal, als sich Ryan Flamingo zu einem geradezu widerwärtigen Lied hinreißen ließ. Der Verteidiger, der sich in dieser Saison zum Publikumsliebling entwickelt hatte, skandierte auf der Bühne einen Text voller antisemitischer Parolen.

Ryan Flamingo während der PSV-Meisterfeier

Laut mehreren in sozialen Medien kursierenden Videos stimmte Ryan Flamingo in ein Lied ein, das den Holocaust und Gewalt gegen Juden verherrlicht. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Eredivisie-Spieler in diese Falle tappt – aber die Dreistigkeit dieses Vorfalls, mitten in einer ausgelassenen Parade, schlägt dem Fass wirklich den Boden aus.

Was genau hat Flamingo gesungen?

Auch wenn die Tonqualität nicht überall glasklar ist, sind die Texte für viele eindeutig: Es handelt sich um eine Variante des berüchtigten „Hamas, Hamas, Juden an‘s Gas“. Ehemalige Profis und Fangruppen gingen sofort auf die Barrikaden. Ryan Flamingo hat sich bislang nicht geäußert, aber sein Verein PSV ließ über einen Sprecher mitteilen, man „werde das Material prüfen“. Jeder, der schon einmal ein Stadion von innen gesehen hat, weiß jedoch, dass solche Äußerungen völlig über die Grenze gehen.

  • Der PSV-Fanverband fordert eine öffentliche Entschuldigung und eine Sperre für Flamingo.
  • Eine bekannte Anti-Rassismus-Organisation erstattet Anzeige und verweist auf den strafrechtlich relevanten Charakter des Liedes.
  • Ein Experte des größten Fußballsenders nannte es „unverzeihlich und dumm“.
  • Die Anhänger eines traditionellen Rivalen reagieren gemischt: Empörung, aber auch Schadenfreude über den Patzer.

Hill und der Schatten über der Meisterfeier

Der Name Hill fällt in der Diskussion als möglicher Anstifter – laut Eingeweihten rief jemand aus dieser Ecke den Text, woraufhin Flamingo einstimmte. Ob das stimmt, tut eigentlich nichts zur Sache. Als Profifußballer mit Vorbildfunktion trägt man die Verantwortung, ein solches Feuer sofort auszutreten, nicht noch Benzin nachzukippen. Die Feier, die eigentlich dem Meistertitel und der Euphorie um den Trainer gewidmet war, ist nun für immer vergiftet.

Meiner Meinung nach ist das Maß voll. Wir haben in den Niederlanden seit Jahren Probleme mit Antisemitismus in und um die Stadien. Von der „Jagd auf Juden“ bei Auswärtsspielen bis hin zu Hassparolen bei anderen Klubs – aber dass ein Spieler vom Kaliber eines Ryan Flamingo sich so etwas erlaubt, ist ein neuer Tiefpunkt. Der Verband muss hier hart durchgreifen: eine Sperre von mindestens zehn Spielen und ein verpflichtender Bildungslehrgang. Noch besser: fristlose Entlassung auf der Stelle.

PSV wird heute im Laufe des Tages eine offizielle Stellungnahme abgeben. Bis dahin bleibt die Frage: Wie klug ist es, sein gesamtes Meisterfest von einem einzigen idiotischen Lied kapern zu lassen? Ryan Flamingo, Sie haben ausreichend Zeit, sich beim Jüdischen Informationszentrum zu melden und Reue zu zeigen. Tun Sie das nicht, sind Sie danach im Philips Stadion nicht mehr willkommen. Punkt.