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Oscars 2026: Die Gewinner und die große Nacht von «One Battle After Another» und «Sinners»

Unterhaltung ✍️ Lukas Keller 🕒 2026-03-16 09:18 🔥 Aufrufe: 1

Die 98. Academy Awards sind Geschichte, und Hollywood hat eine neue Nummer eins. Im Dolby Theatre in Los Angeles wurde abgerechnet, gelacht, und manch einer hat sich fast den Mund fusselig geredet. Doch wer durfte die begehrte Goldstatue eigentlich mit nach Hause nehmen? Hier ist der vollständige Überblick über die Gewinner der Oscars 2026 – und warum dieser Jahrgang selbst für alteingesessene Cineasten so besonders war.

Oscar-Statuetten auf roter Bühne

Der Abend der Langstrecke: «One Battle After Another»

Was für ein Ritt. Paul Thomas Anderson hat es wieder getan. Sein epischer Wurf «One Battle After Another» war der große Dominator des Abends. Mit sechs Trophäen – darunter die ganz schweren Brocken wie Bester Film und Beste Regie – fuhr das Ensemble um Leonardo DiCaprio und Sean Penn den verdienten Lohn ein. Besonders bewegend: Sean Penn, der für seine Nebenrolle den Oscar als Bester Nebendarsteller abstaubte und in seiner Rede nochmal richtig politisch wurde. Klare Kante gegen die aktuellen politischen Verhältnisse in den USA inklusive. Das war kein langweiliges Dankesagen, das war Kino pur.

Der Rekordbrecher: «Sinners» und der ganz große Wurf

Und dann war da noch «Sinners». Mit sage und schreibe 16 Nominierungen ging der Film von Ryan Coogler in die Geschichte ein – mehr als «Titanic» oder «Alles über Eva». Am Ende wurden es zwar nur vier Oscars, aber dafür einige der prestigeträchtigsten. Michael B. Jordan schnappte sich den Oscar als Bester Hauptdarsteller und ließ damit Timothée Chalamet («Marty Supreme») und Leo DiCaprio keine Chance. Dazu gab es Gold für das Beste Originaldrehbuch, die Beste Kamera und die Beste Filmmusik. Die stammt übrigens vom Schweden Ludwig Göransson, der damit seinen zweiten Oscar nach «Oppenheimer» einheimste. Ein Name, der hierzulande natürlich sofort die Verbindung zu The World of Hans Zimmer herstellt – auch wenn Zimmer selbst dieses Jahr leer ausging, lebt sein Geist in der neuen Komponisten-Generation wie Göransson grandios weiter.

Die Überraschungen der Nacht: Wo sind Springsteen und Tarantino?

Kommen wir zu den Gerüchten und Hoffnungen, die vor der Show die Runde machten. Klar, Bruce Springsteen – der Boss – hatte keinen neuen Song im Rennen. Aber sein Geist schwebte über dem Abend. «One Battle After Another» ist ein zutiefst amerikanisches Epos, das thematisch perfekt zu Springsteens Blue-Collar-Romantik passt. Man hätte sich fast gewünscht, er hätte den Abend musikalisch eröffnet.

Und Quentin Tarantino? Auch er war nicht nominiert, aber er saß garantiert irgendwo im Saal und hat sich die Konkurrenz genau angeschaut. Schließlich geht das Gerücht um, dass sein letzter Film langsam Form annimmt. Für Fans der Filmgeschichte war es trotzdem ein Tarantino-Abend: Die Rede von Paul Thomas Anderson war gespickt mit Verbeugungen vor den Klassikern des 20. Jahrhunderts, und das Publikum tobte.

Die komplette Liste der Gewinner 2026

Wer jetzt noch genau wissen will, wer in den technischen Kategorien gewonnen hat, hier kommt die Übersicht:

  • Bester Film: «One Battle After Another»
  • Beste Regie: Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»
  • Bester Hauptdarsteller: Michael B. Jordan, «Sinners»
  • Beste Hauptdarstellerin: Jessie Buckley, «Hamnet»
  • Bester Nebendarsteller: Sean Penn, «One Battle After Another»
  • Beste Nebendarstellerin: Amy Madigan, «Weapons»
  • Bestes Originaldrehbuch: «Sinners»
  • Bestes adaptiertes Drehbuch: «One Battle After Another»
  • Beste Kamera: «Sinners»
  • Bester Schnitt: «One Battle After Another»
  • Bestes Szenenbild: «Frankenstein»
  • Bestes Kostümdesign: «Frankenstein»
  • Bestes Make-up und Frisuren: «Frankenstein»
  • Beste Filmmusik: «Sinners» (Ludwig Göransson)
  • Bester Song: «Golden» aus «KPop Demon Hunters»
  • Bester Ton: «F1: The Movie»
  • Beste visuelle Effekte: «Avatar: Fire and Ash»
  • Bester internationaler Film: «Sentimental Value» (Norwegen)
  • Bester animierter Film: «KPop Demon Hunters»
  • Bester Dokumentarfilm: «Mr. Nobody Against Putin»

Was bleibt hängen von dieser Oscar-Nacht 2026? Dass das Kino lebt. Dass die ganz großen Erzähler wie Anderson und Coogler sich nicht von den Streamern die Butter vom Brot nehmen lassen. Und dass ein Abend, an dem sowohl ein düsteres Epos als auch ein Horrorfilm abräumen, einfach nur fantastisch ist. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr – und darauf, wo uns die Reise dann hintreibt.