Episches Meta-Urteil gefällt! Von Metacritic bis MetaMask: In der Tech-Welt dreht sich diese Woche alles nur um „Meta“
In dieser Woche liegt ein gewisses Momentum in der Luft im Silicon Valley. Aber eher als ein Sturm ist es eine lang erwartete „Abrechnung“. Erst dieser Tage hat ein Richter an einem US-Bundesgericht im aufsehenerregenden Verfahren um Social-Media-Sucht eine erste Entscheidung gefällt, die die gesamte Tech-Branche aufhorchen lässt – eine einstweilige Verfügung: Meta, der Gigant hinter Facebook und Instagram, muss sich wohl vor Gericht verantworten und sich milliardenschweren Forderungen von Dutzenden Schulbezirken und Zehntausenden Familien aus dem ganzen Land stellen.
Der Richter war sich diesmal klar: Sind die algorithmisch gestalteten "Endlosschleifen" und das sorgfältig kalkulierte Echtzeit-Feedback, mit denen diese Plattformen arbeiten, lediglich Optimierungen der Nutzererfahrung, oder legen sie Kindern eine psychologische "Suchtfalle"? Das ist keine moralische Debatte über Geschäftsmodelle, das ist eine handfeste rechtliche Grenze. Für Mark Zuckerberg muss seine große "Meta"-Vision jetzt wohl erst einmal die Bewährungsprobe vor Gericht bestehen.
Wie es der Zufall will, scheinen die großen Tech-Storys dieser Woche alle mit dem Wort "Meta" zu tun zu haben. Ich meine damit nicht nur Zuckerbergs Metaverse. Schaut man in die Gaming-Communitys, steht dort Metacritic ganz oben auf der Diskussionsliste. Warum? Weil die ersten Medienwertungen für das hochgehandelte "Assassin's Creed Shadows" aus der ersten Jahreshälfte gerade veröffentlicht wurden und die Spieler nun damit beschäftigt sind, auf Metacritic in Punkte-Schlachten zu verfallen. Findet ihr nicht auch, dass das spannend ist? Während auf der einen Seite, in der realen Welt, ein Gericht Metas Algorithmen für ihre Manipulation der Psyche zur Rechenschaft zieht, versuchen auf der anderen Seite, in der virtuellen Spielwelt, die Spieler mit Wertungen und Kommentaren auf Metacritic den Wert eines Spiels zu "richten". Das Verlangen nach einem fairen, unmanipulierten Bewertungssystem ist in der Gaming-Welt genauso groß wie in der Gesellschaft.
Richtet man den Blick auf die Krypto-Szene: Auch die Diskussionen um die MetaMask, die "kleine Fuchs"-Wallet, sind in letzter Zeit wieder stark angestiegen. Nicht etwa, weil sie eine neue Chain unterstützt, sondern weil die Methoden der Phishing-Websites immer ausgefeilter werden. Mehrere erfahrene Nutzer in meinem Umfeld warnen in den Gruppen: Erteilt auf keinen Fall fragwürdigen Links die Berechtigung für eure MetaMask. Seht ihr, die Vorsilbe Meta ist in der Tech-Branche das Paradebeispiel für ein "zweischneidiges Schwert". Auf der einen Seite die riesige, virtuelle Welt, die die Tech-Giganten aufbauen wollen, auf der anderen Seite die Sicherheitsgrenze für das eigene Vermögen, das jeder Einzelne in der Hand hält. Während die Großen mit ihren Algorithmen versuchen, euch zu "binden", müsst ihr mit Tools wie MetaMask in der dezentralen Welt eure eigenen Interessen "wahren".
Zu guter Letzt gibt es da noch ein weiteres, etwas weicheres, aber ebenso aufmerksamkeitsstarkes "Meta"-Thema: die Met Gala im Mai. Zwar ist es noch etwas mehr als ein Monat hin, aber in der Modewelt kocht es bereits, denn das Motto in diesem Jahr lautet "Tiere". Ihr habt richtig gehört: Tiere. Die Veranstalter haben bereits angedeutet, dass der rote Teppich in diesem Jahr "der wildeste aller Zeiten" wird. Die Stars und Sternchen dürften jetzt schon fieberhaft darüber grübeln, wie sie Leopardenmuster, Vogelfedern oder sogar Schuppen so in Szene setzen, dass es wie Haute Couture wirkt und nicht wie Karneval. Das ist eigentlich sehr interessant: Während die Tech-Branche über Meta (Metaversum/Über-Ich) diskutiert, dekonstruiert die Modewelt mit dem animalischen, ursprünglichsten und instinktivsten Thema die Definition des "Über-Ich".
Seht ihr, in dieser einen Woche hat sich das Wort "Meta" wie ein Schlüssel erwiesen, der vier völlig unterschiedliche Türen geöffnet hat:
- Das juristische Meta: Das Gerichtsurteil schlägt Alarm – die Algorithmen der sozialen Netzwerke sind kein rechtsfreier Raum mehr.
- Das bewertende Meta: Jeder Punkt auf Metacritic steht für den Wunsch der Spieler nach "Fairness" und ist für die Hersteller entweder Gift oder Heilmittel.
- Das vermögenswerte Meta: Jeder einzelne Token in der MetaMask-Wallet stellt die Grenzen eures Vertrauens in die dezentrale Welt auf die Probe.
- Das modische Meta: Das "Animal"-Thema der Met Gala hinterfragt mit einer instinktgesteuerten Feier die Abgehobenheit, die Technologie und Zivilisation mit sich bringen.
Vom Gerichtssaal in Kalifornien über die Metacritic-Seiten in den Händen der Spieler, über die Genehmigungs-Pop-ups von MetaMask auf dem Smartphone bis hin zum roten Teppich des Metropolitan Museum of Art in New York. Diese vier Geschichten scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, aber sie alle laufen auf denselben Kern hinaus: Was für ein "Meta" wollen wir eigentlich? Eine von Tech-Giganten definierte, von Algorithmen kontrollierte Welt? Oder einen Moment der "Transzendenz", der von Spielern, Nutzern und all jenen, die auf ihr Äußeres achten, durch Abstimmungen, Bewertungen und Outfits gemeinsam definiert wird? Das Urteil ist nur der Anfang. Die Antwort liegt wohl noch in aller Hände.