Marit Lieng wird neue Chefin von Helse Bergen: – Eine klare und integrative Führungskraft
Es war Sommer, aber in den Büros von Helse Bergen herrschte kaum Ruhe. Nun ist die wichtigste Einstellung des Herbstes perfekt. Marit Lieng übernimmt als neue Geschäftsführerin, und sie kommt nicht von irgendwoher. Sie ist eine der führenden Persönlichkeiten ihres klinischen Fachgebiets in Norwegen, und das Gerücht über die neue Chefin macht seit langem die Runde auf den Gängen von Haukeland.
Lassen Sie uns gleich eines klarstellen: Marit Christine Lieng ist keine Bürokratin, die von einer Beratungsfirma geholt wurde. Sie ist Chirurgin. Sie ist Forscherin. Und vielleicht am wichtigsten – sie kennt Herz und Seele des Krankenhauses. Ich habe mit Menschen gesprochen, die eng mit ihr zusammenarbeiten, und die Beschreibungen ähneln sich: „Klar, ohne zu schreien. Integrativ, aber mit einer Entschlossenheit, die Eindruck hinterlässt.“
Vom Operationssaal ins Direktorenbüro
Es ist ein weiter Weg vom Skalpell in der Hand bis zur Leitung eines der größten Gesundheitsunternehmen des Landes. Aber genau darin liegt der Kern, warum der Vorstand sich für Marit Lieng entschieden hat. Sie promovierte über die Erforschung von Frauenkrankheiten, und ihr Lebenslauf strotzt vor begutachteten Artikeln in renommierten medizinischen Fachzeitschriften.
Sie hat sich intensiv mit Themen wie Beckenbodenverletzungen, Komplikationen bei Kaiserschnitten und der Entwicklung minimalinvasiver Operationsmethoden befasst. Mit anderen Worten: Sie weiß, was nötig ist, damit die Mitarbeiter erfolgreich sein können, weil sie selbst dort stand.
Nun tauscht sie also den Operationssaal gegen den Verhandlungsraum. Es wird ein spannender Übergang zu beobachten sein. Besonders weil Helse Bergen in Zukunft vor einigen verdammt harten Herausforderungen steht.
Das sind die größten Herausforderungen, die bevorstehen
Das Ruder bei Helse Bergen zu übernehmen ist kein Spaziergang. Der Budgetdruck ist real, die Rekrutierungsschwierigkeiten sind global, und die Anforderungen an schnellere Behandlungen warten nicht. Ich schätze, Marit Lieng hat diese drei Punkte ganz oben auf ihrer „To-do“-Liste:
- Haushaltsgleichgewicht im Sturm: Wie alle anderen Krankenhäuser kämpft auch Bergen darum, die Bilanz auszugleichen, ohne die Patientensicherheit zu gefährden.
- Rekrutierung von Spezialisten: Der Kampf um die Köpfe und Hände der besten Ärzte und Pflegekräfte ist härter denn je.
- Wartelisten: Die Corona-Warteschlangen müssen schließlich abgebaut werden, und die Erwartungen aus der Politik sind himmelhoch.
Aber genau hier kommt meiner Meinung nach ihr Hintergrund zum Tragen. Marit Lieng hat komplexe Forschungsprojekte im Gazastreifen und in Palästina geleitet – eine Zusammenarbeit mit einer der großen Universitäten und lokalen Gesundheitsbehörden. Wenn man in humanitären Krisen und Kriegsgebieten navigieren kann, um die Geburtshilfe zu verbessern, dann ist eine herausfordernde Budgetrunde in Bergen wohl machbar.
Eine neue Ära für Haukeland?
Mitarbeiter, mit denen ich gesprochen habe, beschreiben sie als fachlich unglaublich kompetent, aber auch als eine Person mit flachen Hierarchien. Das klingt vielleicht wie ein Klischee, aber in einer Branche, in der Burnout eine Volkskrankheit ist, ist das entscheidend. Sie ist dafür bekannt, dass sie den Mitarbeitern zuhört – wirklich zuhört – bevor sie Entscheidungen trifft.
Es wird unglaublich spannend zu sehen, wie Marit Christine Lieng Helse Bergen in Zukunft prägen wird. Wird sie stark auf Forschung und Bildung setzen, wie sie es früher getan hat? Wird sie die Perspektive der Chirurgen nutzen, um unnötige Bürokratie abzubauen? Eines ist sicher: Marit Lieng ist die Chefin, die Bergen gerade jetzt braucht – keine Theoretikerin, sondern eine, die die Patienten aus nächster Nähe gesehen hat und weiß, was in der Praxis tatsächlich funktioniert.