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Sicario: Vom Mythos des Auftragskillers zur brutalen Realität

Unterhaltung ✍️ Mikkel Hansen 🕒 2026-03-08 04:41 🔥 Aufrufe: 1
Sicario - Filmstill

Das Wort Sicario hat etwas, das einfach hängen bleibt. Direkt aus dem Spanischen übersetzt bedeutet es "Auftragskiller", aber in der realen Welt – und im Film – umfasst es etwas viel Komplexeres. Es ist der Schatten, der im Niemandsland zwischen Gesetz und Anarchie operiert. Zurzeit erleben wir ein enormes Wiederaufleben des Interesses an diesem Phänomen. Einerseits flimmert Sicario 2: Soldado wieder über die Bildschirme, andererseits werden wir daran erinnert, dass Auftragsmorde leider nicht nur in Hollywood stattfinden. Tatsächlich sind die Geschichten aus dem echten Leben näher, als die meisten von uns glauben.

Soldado erobert die Bildschirme – und Capos ist in Planung

Wenn Sie in letzter Zeit ferngesehen haben, ist Ihnen wahrscheinlich aufgefallen, dass Sicario 2: Soldado erneut ausgestrahlt wird. Dieser Film von 2018, unter der Regie von Stefano Sollima, nahm eine Abkehr vom moralischen Kompass des ersten Films (Abschied, Emily Blunts Kate Macer) und tauchte stattdessen mit Benicio Del Toros Alejandro und Josh Brolins eiskaltem Matt Graver tief in den Schmutz ein. Es ist eine rohe Angelegenheit, in der die Grenzen zwischen Agent und Auftragskiller längst verwischt sind. Und für uns, die wir von diesem Universum nicht genug bekommen können, gibt es gute Neuigkeiten: Laut Quellen, die der Produktion nahestehen, hat Produzent Basil Iwanyk bestätigt, dass Sicario 3 sich noch in der Entwicklungsphase befindet. Der Arbeitstitel soll angeblich Sicario: Capos (also "Chefs" oder "Bosse") lauten, und die Idee ist so gut, dass sie nur auf den richtigen Zeitpunkt gewartet haben, um das Drehbuch fertigzustellen. Del Toro wird als der rätselhafte Alejandro zurückkehren – eine Figur, von der man einfach nicht genug bekommt. Die Gerüchteküche brodelt, und es wird spekuliert, dass sowohl Brolin als auch Blunt bereit wären, den Faden wieder aufzunehmen, wenn sich alles fügt.


  • Sicario (2015): Denis Villeneuves Meisterwerk, das uns in den Albtraum der Agentin Kate Macer einführt.
  • Sicario: Day of the Soldado (2018): Der Krieg eskaliert, und Alejandro wird auf eine unmögliche Mission geschickt.
  • Sicario: Capos (2026/2027?): Der kommende dritte Film, der uns an die Front zurückbringen soll.

Mehr als nur Film: Als der Auftragskiller nach Dänemark kam

Es ist jedoch nicht nur auf der Leinwand, dass das Wort Sicario widerhallt. Wir müssen nicht weiter als bis in unsere eigene Hauptstadt reisen, um Geschichten zu finden, die von Taylor Sheridan geschrieben sein könnten. Kürzlich konnten wir über einen 34-jährigen Bandenchef lesen, der nun beschuldigt wird, im Jahr 2021 einen Auftragsmord auf Christiania in Auftrag gegeben zu haben. Ein unschuldiger 22-jähriger Mann wurde getötet, weil er auf dem falschen Stuhl saß. Es war nicht für ihn bestimmt, aber so gnadenlos ist die Realität. Laut Informationen, die im Zuge der Ermittlungen ans Licht kamen, heuerte das kriminelle Netzwerk Casablanca Söldner aus Schweden an, um die Drecksarbeit zu erledigen. Das ist knallharter Realismus, der den düstersten fiktiven Erzählungen in nichts nachsteht.

Am selben Tag wurde bekannt, dass ein 36-jähriger Norweger zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, weil er in Dänemark als Auftragskiller tätig war. Er wurde von unbekannten Hintermännern angeheuert, um einen Job auszuführen, der glücklicherweise schiefging. Das zeigt, dass das Phänomen American Sicario (auch der Titel eines neueren Films mit Danny Trejo, der die Geschichte des ersten in den USA geborenen Drogenbosses in Mexiko erzählt) nicht nur in der Neuen Welt zu Hause ist. Der Schatten des Auftragskillers fällt weit, auch auf dänische Straßenecken.

Was ein gutes Sicario-Universum so unheimlich macht, ist genau diese Vermischung. Wir sehen, wie sich die Fiktion mit neuen Filmen entfaltet, während wir gleichzeitig eine dänische Zeitung aufschlagen und von einer Anklage wegen Auftragsmord vor dem Kopenhagener Stadtgericht lesen können. Es ist, als ob die Grenze zwischen der Welt, die wir auf dem Bildschirm sehen, und der Welt, in der wir selbst leben, immer durchlässiger wird. Und genau deshalb faszinieren sie uns immer wieder – weil wir spüren, dass direkt unter der Oberfläche dieselbe Dunkelheit brodelt, in der Alejandro navigiert.

Wenn Sie also das nächste Mal Soldado über den Bildschirm flimmern sehen oder sich darauf freuen, dass Capos in die Kinos kommt, denken Sie daran: Auftragskiller gibt es nicht nur im Film. Sie sind Teil unserer Realität, und die Geschichten aus Mexiko und von Nørrebro zeigen, dass das Sicario-Phänomen aktueller ist denn je.