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Bayern-Show gegen Atalanta: 4:1-Kantersieg, 10:2 im Gesamtergebnis – Kane-Doppelpack und Jubiläumstreffer Nummer 50

Sport ✍️ 球場老鬼 🕒 2026-03-19 01:15 🔥 Aufrufe: 1

Ganz ehrlich, wer heute Morgen um 4.00 Uhr wach war und das Spiel gesehen hat, hat es wahrscheinlich eher so gesehen: "Schön, mal wieder ein Torfestival zu erwarten." Schließlich hatte Bayern im Hinspiel in Bergamo schon ein 6:1 aufgebrummt – welcher "Nerazzurri"-Fan wäre da noch so naiv zu glauben, seine Mannschaft könnte einen 6-Tore-Rückstand aufholen? Das Rückspiel in der Allianz Arena war daher weniger ein Champions-League-Achtelfinale als vielmehr eine Bayern-Show und die persönliche Jubiläumsnacht von Harry Kane.

Bayern München gegen Atalanta Vorspiel-Szenen

Kane-Doppelpack – 50-Tore-Meilenstein? Na also, geht doch

Vor dem Spiel wusste es die ganze Welt: Das eine große Thema war Harry Kane, dem nur noch zwei Treffer zum Erreichen der 50-Tore-Marke in der Champions League fehlten. Der englische Kapitän enttäuschte die Fans, die dafür extra aufgestanden waren, nicht. In der 25. Minute gab es Elfmeter, nachdem Atalanta-Verteidiger Giorgio Scalvini im Strafraum Kanes Schuss mit der Hand blockte – Schiedsrichter entschied nach VAR-Check klar auf Strafstoß. Den ersten Schuss von Kane parierte der Keeper noch, aber weil Marco Sportiello zu früh von der Linie kam, musste der Elfmeter wiederholt werden. Man kennt das ja: Nichts fürchtet ein Stürmer, der verschossen hat, mehr als eine zweite Chance. Doch Kane bewahrte die Ruhe und hämmerte den Ball beim zweiten Versuch unhaltbar ins Eck – 1:0 für Bayern.

In der 54. Minute folgte dann der nächste Kane-Moment. Josip Stanišić spielte einen perfekten Steckpass in den Strafraum, Kane nahm das Zuspiel rechts auf und zog aus spitzem Winkel einfach mal ab – keine große Ausholbewegung, keine lange Überlegung. Der Ball wurde noch leicht abgefälscht und schlug genau unterm Lattenkreuz ein. Ein Treffer an Kraft und Präzision nicht zu verteidigen – und gleichzeitig sein 50. Tor in der Königsklasse. Sehen wir uns die Statistik an: Er brauchte dafür 66 Spiele – exakt so viele wie Lionel Messi, und satte 25 Spiele weniger als Cristiano Ronaldo. Und das, wohlgemerkt, wenn man bedenkt, wie oft er mit Tottenham überhaupt in der Champions League gespielt hat. Eine echt krasse Effizienz.

Junge Wilden stechen – Torwart-Notfallplan dank "Notnagel" gerade so abgewendet

Bayern zeigte aber nicht nur dank Kane eine starke Leistung, auch die jungen Spieler lieferten ab. Nur zwei Minuten nach Kanes Treffer, in der 56. Minute, legte Luis Díaz quer auf den aufstrebenden 18-jährigen Lennart Karl, der im Strafraum rechts mit einem platzierten Schuss ins lange Eck traf. Und Díaz selbst schnürte dann auch noch einen Doppelpack, als er nach einem langen Ball allein aufs Tor zulief und den Keeper umkurvte – 4:0. Atalanta gelang durch Lazar Samardžić kurz vor Schluss zwar noch der Ehrentreffer, mehr als das 4:1 und ein Gesamtergebnis von 2:10 aus ihrer Sicht sprang aber nicht mehr heraus.

Die Bayern-Fans freuten sich zwar über das Ergebnis, aber ein Blick auf die Ersatzbank ließ sie doch kurz erschaudern. Denn weil Manuel Neuer, Sven Ulreich und sogar der zuletzt gesetzte Jonas Urbig alle verletzt, krank oder angeschlagen waren, stand Bayerns Torhüterposition heute Abend buchstäblich auf der Kippe – als Notnagel stand der 16-jährige Leonard Prescott bereit! Zum Glück für alle Beteiligten konnte Urbig dann doch irgendwie auflaufen. Denn einen 16-jährigen "Notfallplan" im Achtelfinale der Champions League zu bringen, hätte selbst für Bayern-Verhältnisse Geschichte geschrieben – wenn auch eine ziemlich kuriose.

Palladino: "Wir haben vielleicht gegen das beste Team Europas verloren"

Atalantas Trainer Raffaele Palladino zeigte sich nach dem Spiel mehr als fair und gab zu: "Wir haben unsere Taktik umgestellt, etwas tiefer gestanden – am Ergebnis hat es nichts geändert. Ich muss Bayern und Kompany gratulieren, denn wir haben vielleicht gegen das derzeit beste Team Europas verloren." Er fügte hinzu, dass Teams aus der italienischen Liga sich überlegen müssten, warum es gegen Gegner vom Kaliber Bayerns wirke, als würde man "eine völlig andere Sportart" spielen.

  • Tor-Gewalt: Bayern hat in dieser Champions-League-Saison in 9 Spielen 28 Tore erzielt – ein Schnitt von 3,1 pro Partie.
  • Heimfestung: In den 4 Heimspielen der laufenden Saison in der Königsklasse gelangen insgesamt 14 Tore – im Schnitt 3,5 pro Spiel und ein Plus von 3,5 Toren pro Partie.
  • Viertelfinal-Gegner: Nach dem Einzug ins Viertelfinale wartet mit Real Madrid der nächste dicke Brocken – ein echtes "Champions-League-Endspiel" bereits vor dem Finale.

Schaut man sich dieses Rückspiel an, hatte Atalanta gerade einmal etwas über 30 Prozent Ballbesitz und war fast nur in der eigenen Hälfte gefangen. Die Bergamasken haben in dieser CL-Saison auswärts in 5 Spielen nur 4 Tore erzielt – die schwächste Offensivleistung aller Achtelfinalisten im europäischen Vergleich. Wenn man dann gegen eine Bayern-Abwehr, die verletzungsbedingt stark ersatzgeschwächt und von jungen Spielern zusammengehalten wird, selbst solche Chancen nicht nutzt – wem will man dann die Schuld geben?

Kurz und knapp: Das 10:2 aus zwei Spielen spricht für sich. Das Viertelfinale gegen Real Madrid wird der echte Prüfstein. Dann wird sich zeigen, ob Harry Kane wirklich der "Big-Game-Player" ist, den alle in ihm sehen – oder ob er dann doch eher unsichtbar bleibt. Dann geht's um die Wurst.