Wetter in Mexiko-Stadt: Starke Regenfälle lösen gelbe Warnung aus – und eine kulturelle Empfehlung für diese Tage
Schon mal in den Himmel geschaut? Wenn du in Mexiko-Stadt bist, ist dir sicher auch aufgefallen, dass der Nachmittag ernst macht. Gerade wurde die gelbe Warnung wegen vorhergesagter starker Regenfälle für mehrere Bezirke aktiviert. Nicht ohne Grund, denn die Luft ist schwer und diese grauen Wolken, die wir schon seit dem Morgen sehen, haben es ja angekündigt. Ich war gerade in der Roma, und plötzlich ging ein Regenschauer nieder, als ob er alles mitreißen wollte. Aber so ist das hier, oder? Man weiß nie, wann man sich in ein Café oder in die Arkaden im Centro flüchten muss.
Um es dir mal vorzustellen: Das Thermometer zeigt maximal etwa 21 Grad, aber mit dem Regen sinkt das Gefühl schlagartig. Die Empfehlung ist immer dieselbe, aber man kann sie nicht oft genug sagen: Wenn es nicht nötig ist, lass das Auto lieber stehen; die Hauptverkehrsadern wie Periférico, Insurgentes und Viaducto sind grad ziemlich heikel. Wenn du zu Fuß unterwegs bist, unterschätz die Lage nicht, denn aus einer Pfütze kann in fünf Minuten ein kleiner Bach werden. Ehrlich gesagt, schau ich lieber aus meinem Fenster zu, mit einer Tasse Kaffee in der Hand und einem guten Buch.
Und wo wir gerade von Büchern sprechen: Bei diesem Wetter, das einen geradezu einlädt, es sich drinnen gemütlich zu machen, gibt es nichts Besseres, als sich mit einer packenden Lektüre zu verschanzen. Momentan ist viel unterwegs: Monstrilio: Novela / a Novel von Gerardo Sámano Córdova. Falls du es noch nicht kennst, es ist eine dieser Geschichten, die mit einem Verlust beginnen und einem unter die Haut gehen – genau wie diese Feuchtigkeit, die wir spüren. Perfekt für einen verregneten Nachmittag, an dem du etwas suchst, das dich aus dem Alltag holt. Kein Wunder, dass alle davon reden, denn die Erzählweise hat eine Kraft, die dich noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigt.
Und wenn Lesen nicht dein Ding ist, sondern Musik, dann lass mich dir sagen, dass es hier eine Perle gibt, die wie die Faust aufs Auge für diese Stimmung passt. Ich rede von Vamos a darnos tiempo (En vivo desde el Lunario, Ciudad de México, 2010). Dieser Bootleg, diese Live-Aufnahme, die unter uns Musikliebhabern die Runde macht, hat eine besondere Energie. Diese Version mit dem Echo des Lunario und der ungeschliffenen Stimme zu hören, versetzt dich zurück in jene Zeit und gibt dir genau das richtige Gefühl für eine Regennacht. Die Stadt klingt anders, wenn draußen ein Unwetter tobt und du dir drinnen den Luxus von Vamos a darnos tiempo gönnst.
Laut Vorhersage bleibt es dabei: teils bewölkt und Regenwahrscheinlichkeit für den Rest des Tages. Daher ist es gut, einen Plan B parat zu haben. Falls du zuhause geblieben bist, hab ich ein paar Ideen, wie du diesen verregneten Tag in der Hauptstadt optimal nutzen kannst:
- Richte dir eine Leseecke ein: Monstrilio ist eine sichere Bank, aber auch Primero estaba el mar von Tomás González geht gerade um – mit seiner Prosa und erzählerischen Kraft spürst du die Weite des Meeres selbst aus einer Wohnung in der Nápoles.
- Hol beim Independent-Film nach: Verpass nicht Safari accidental, ein Film, der im Alternativkino für Gesprächsstoff sorgt. Sein Rhythmus und diese Mischung aus Realität und Fiktion fesseln dich an den Bildschirm, während draußen der Donner grollt.
- Wenn du dich doch rauswagst, nimm einen richtigen Regenschirm mit (die Wegwerfdinger halten diesem Wind nicht stand) und schau in den offiziellen Kanälen nach, wann es aufklart.
Ehrlich, in dieser Stadt lernt man, mit diesen Wechseln zu leben. Morgens scheint die Sonne, und wenig später sucht man schon Schutz. Aber wir lernen auch, es zu genießen. Ob mit einem Roman wie Monstrilio, der einen mitnimmt, mit dem Live-Song, der einem einen Moment der Ruhe schenkt, oder einfach damit, dem Wasser zuzuschauen, wie es den Gehsteig hinunterläuft – Hauptsache, man macht dem Regen Platz. Also, wenn du dir schon Zeit nimmst, dann mach es entspannt und mit einem guten Plan. Pass auf bei den Pfützen, riskier nicht, über überflutete Straßen zu gehen, und vor allem: Genieß diese Auszeit, die uns die Stadt zwischen all dem Chaos schenkt.