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Amy Madigans Triumph: 40 Jahre, eine «Traumrolle» und dieser Blick von Ed Harris

Unterhaltung ✍️ Marcus Webb 🕒 2026-03-16 04:46 🔥 Aufrufe: 4

Amy Madigan hält ihren Oscar backstage in den Händen

Manche Siege fühlen sich an wie eine Krönung, andere wie ein kollektives Aufatmen aller, die schon einmal für den Underdog waren. Bei den 98. Academy Awards bescherte uns Amy Madigan Letzteres. Als Zoe Saldaña ihren Namen für die beste Nebendarstellerin verkündete, war das nicht nur ein Triumph für ihre furchteinflössende Darstellung von Tante Gladys im Horror-Hit Weapons; es war das Ende einer vierzigjährigen Wartezeit, die in Hollywood bereits zu einem stehenden Running Gag geworden war – und die sich nun, endlich, auf glorreiche Weise auszahlte.

Die 75-jährige Schauspielerin betrat die Bühne des Dolby Theatre sichtlich überwältigt und lachte zunächst ihr manisches Lachen, für das sie bekannt ist, bevor sie sich wieder fing. «Wie ihr sehen könnt, bin ich etwas überwältigt», gab sie zu und umklammerte die goldene Statue, als könnte sie jeden Moment verschwinden. Doch der Moment wandelte sich schnell von Schock zu purem, ungefiltertem Hollywood-Gold.

Die Rede, die alle Regeln brach

Anscheinend hatten die Oscar-Veranstalter versucht, die Gewinner zu bitten, es kurz zu machen. «Uns wurde irgendwie geraten, 'nennt nicht alle diese Namen, weil niemand weiss, wer diese Leute überhaupt sind'», erzählte Madigan dem Publikum mit einem schelmischen Funkeln in den Augen. Ihre Antwort? Sie tat es trotzdem. «Aber ihr lest sie nicht einfach so runter. Es sind Menschen, die euch etwas bedeuten, und ohne die ihr heute nicht hier sein könntet.»

Sie dankte Weapons-Autor und Regisseur Zach Cregger dafür, dass er ihr eine «Traumrolle» auf den Leib geschrieben habe – die Voodoo praktizierende, lebensenergieentziehende Tante Gladys, die zum viralen Hit wurde und unzählige Halloween-Kostüme inspirierte. Doch im Saal wurde es feucht in den Augen, als sie sich ihrer Familie zuwandte.

«Ich möchte meiner wunderschönen Tochter Lily danken, ihrem Mann Sean und natürlich all den Hunden», lachte sie. Dann wurde ihre Stimme sanfter. «Aber der Wichtigste ist mein lieber Ed, der all die Jahre an meiner Seite war – und das ist schon eine ganze Weile. Nichts von alledem hätte eine Bedeutung ohne ihn an meiner Seite.»

Die Kamera schwenkte sofort zu Ed Harris im Publikum. Der vierfache Oscar-Nominierte und ihr Ehemann seit über vierzig Jahren legte einfach die Hand aufs Herz und blickte sie mit einem Ausdruck an, den die sozialen Medien sofort als #RelationshipGoals bezeichneten. In diesem Sekundenbruchteil sah man Jahrzehnte der Partnerschaft, des Wartens in den Startlöchern, der gegenseitigen Unterstützung.

Ein Sieg für Horror-Fans (und Spätzünder)

Dies war nicht einfach ein sentimentaler Favoritensieg, weil es «endlich an der Zeit war». Madigan setzte sich gegen eine starke Konkurrenz durch, darunter die Golden-Globe-Gewinnerin Teyana Taylor (One Battle After Another), Wunmi Mosaku (Sinners) und Elle Fanning (Sentimental Value). Ihr Sieg ist ein historischer Moment für das Horror-Genre – es ist das erste Mal, dass eine Schauspielerin für eine Horrorrolle ausgezeichnet wurde, seit Ruth Gordon 1969 in Rosemary's Baby.

Es bedeutet auch einen Rekord für den längsten Abstand zwischen zwei Schauspiel-Nominierungen. Ihre erste und einzige andere Nominierung war 1985 für Twice in a Lifetime. Vierzig Jahre. Denken Sie mal drüber nach.

  • Erste Nominierung: 1985 (Twice in a Lifetime)
  • Zweite Nominierung & Sieg: 2026 (Weapons)
  • Abstand: 41 Jahre – ein neuer Akademie-Rekord

Die Hintergrundgeschichte

Für diejenigen unter uns, die mit ihr in Klassikern wie Field of Dreams (1989) aufgewachsen sind, ist es besonders schön, Madigan diesen Moment erleben zu sehen. In der Vergangenheit sprach sie offen über den Kampf älterer Schauspielerinnen in Hollywood und sagte vor Jahren zu Reportern: «Die Realität ist, dass man seinen Frieden damit machen muss.» Sie hat nie aufgehört zu arbeiten, aber die grossartigen Rollen? Die blieben aus.

Deshalb fühlte sich ihre Dankbarkeit gegenüber Cregger so verdient an. Sie erzählte Reportern backstage, dass sie, sobald sie das Drehbuch für Weapons gelesen hatte, wusste, dass sie «es packen und nicht mehr loslassen» würde. Und das tat sie. Der Film, der für unter 40 Millionen US-Dollar gedreht wurde, spielte weltweit über 270 Millionen Dollar ein und bewies, dass das Publikum hungrig ist nach Geschichten, in denen Frauen – selbst 75-jährige Schauspielerinnen, die Hexen spielen – die Furchterregendsten im Raum sein dürfen.

Während ihrer Rede machte sie sich sogar über die Absurdität der Vorbereitung auf den grossen Moment lustig. «Ich habe gestern Abend unter der Dusche überlegt, was ich sagen soll, während ich mir die Beine rasiert habe – ich trage eine Hose, das hätte ich mir sparen können», sagte sie trocken. Typisch.

Und wie geht es weiter? Madigan deutete an, dass eine Fortsetzung mit Tante Gladys in Planung sein könnte. «Er sagt: 'Ja, das wird passieren'», sagte sie über Creggers Pläne. «Aber wir wissen ja, wie lange so etwas dauern kann.» Nachdem sie vierzig Jahre auf diesen kleinen goldenen Mann gewartet hat, kann sie es sich leisten, geduldig zu sein.