Startseite > Sport > Artikel

Ada Hegerbergs Rückkehr: Darum bedeutete der Sieg gegen Österreich mehr als nur drei Punkte

Sport ✍️ Kjetil Bakken 🕒 2026-03-03 21:47 🔥 Aufrufe: 3

Ada Hegerberg im Einsatz für Norwegen während der WM-Qualifikation

Es war nicht das Tor, das den Leuten nach dem 1:0-Sieg gegen Österreich im Kopf herumging. Es war das Gefühl, dass sich etwas verändert hat. Klar, Ada Hegerberg war zurück. Aber es war mehr als das. Es war, als ob die ganze Mannheit anders atmete. Von einer Phase geprägt von Frustration und knappen Margen, hin zu einem Abend, an dem das Ullevaal tatsächlich wieder an eine Festung erinnerte. Ich berichte seit über zwanzig Jahren über den norwegischen Frauenfussball und ich erkenne einen Wendepunkt, wenn ich ihn sehe.

Von Frustration zu einem Traumstart

Spulen wir nur ein paar Wochen zurück. Es gab viel Gerede über mangelnden Spielfluss, über vergebene Chancen und über eine Nationalmannschaft, die Schwierigkeiten hatte, sich selbst zu finden. Dann kommt Ada Hegerberg ins Spiel. Nicht als alleinige Retterin, sondern als Katalysator. Gegen Österreich sahen wir eine perfekt eingespielte Mannschaft, die den Ball halten konnte, die Räume für einander schuf. Da war Thea Bjelde, die im Getriebe arbeitete, Guro Reiten, die die Fäden zog, und ein Mittelfeld, in dem Naalsund plötzlich als die spielentscheidende Spielerin hervortrat, auf die wir alle gewartet haben. Ihr Tor? Reiner Wille. Es war typisch norwegisch, aber mit einer erkennbaren technischen Sicherheit, die zuvor gefehlt hat.

Der Hegerberg-Effekt: Mehr als Tore

Für diejenigen, die nur auf die Statistik schauen: Ada hat nicht getroffen. Aber für uns, die das Spiel gesehen haben, war sie überall. Es ist kein Zufall, dass Naalsund plötzlich Zeit und Raum bekam. Wenn die gegnerischen Innenverteidigerinnen 110% ihrer Energie aufwenden müssen, um Ada Hegerberg zu decken, öffnen sich Räume. Genau das ist passiert. Sie lief sich für die Mannschaft auf, zog Gegnerinnen auf sich, zeigte eine Arbeitsmoral, die ansteckend wirkt. Es ist diese Art von Präsenz, die junge Spielerinnen wachsen lässt. Plötzlich trauen sie sich, den schwierigen Pass zu spielen, weil sie wissen, dass Ada da ist, um ihn zu erlaufen.

Die neue norwegische Welle

Was mich am meisten freut, ist nicht nur das Comeback eines Superstars. Es ist das Zusammenspiel der Generationen. Man hat die Routine von Ada Hegerberg und Mjelde, aber man hat auch junge Kräfte, die sprühen. Es ist ein Hunger, der an die Goldmannschaft der 90er-Jahre erinnert. Aber damit dies von Dauer ist, müssen wir über etwas anderes als nur Fussball sprechen. Wir müssen über den Wert einer Ikone sprechen.

  • Zuschauerzahlen: Das Ullevaal war fast ausverkauft. Das ist der Ada Hegerberg-Effekt. Sie zieht Leute an, die eine Legende sehen wollen.
  • Medienberichterstattung: Plötzlich ist Frauenfussball wieder auf den Titelseiten. Das schafft Auswirkungen für Sponsoren.
  • Markenbildung: Mit der Rückkehr von Ada Hegerberg hat der Norwegische Fussballverband ein goldenes Ass im Gespräch mit der Wirtschaft. Sie ist eine Spielerin, die neben dem Platz genauso stark ist wie auf dem Platz.
  • Nachwuchsförderung: Junge Mädchen schauen zu ihr auf. Sie sehen, dass es sich lohnt, auf Fussball zu setzen. Das ist der unsichtbare Wert, der sich in zehn Jahren auszahlt.

Steht ein kommerzieller Durchbruch bevor?

Ich beobachte den Markt schon lange und kann eines versprechen: Wenn Ada Hegerberg spielt und das Team gewinnt, dann öffnen sich die Geldbörsen. Wir haben bereits eine Zunahme des Interesses von Akteuren gesehen, die traditionell Abstand vom Frauenfussball gehalten haben. Plötzlich ist es nicht nur «nett, zu unterstützen», es ist strategisch klug. Der Sieg gegen Österreich, kombiniert mit der Präsenz einer globalen Ikone, macht die WM-Qualifikation plötzlich zu einem heissen Gut für TV-Sender und Sponsoren. Das ist kein Wohltätigkeitsfall mehr – das ist Big Business.

Die Zukunft: Mehr als nur ein Turnier

Ja, wir haben erst den ersten Schritt gemacht. Österreich war hart und wir taten uns schwer, grosse Chancen herauszuspielen. Aber wir haben gewonnen. Das gelang uns früher nicht immer. Jetzt geht es darum, weiter daran aufzubauen. Mit Ada Hegerberg an der Spitze haben wir die Chance, etwas Grösseres zu erreichen. Ich spreche nicht nur von der Qualifikation für die WM. Ich spreche davon, den norwegischen Frauenfussball in einen sich selbst tragenden kommerziellen Motor zu verwandeln. Dafür braucht es Siege, ja, aber es braucht auch, dass wir den Wert dessen verstehen, was wir auf dem Platz sehen. Es ist ein Wert, der weit über den Rasen des Ullevaal hinausgeht.

Das Spiel gegen Österreich war ein Traumstart. Aber die Arbeit hat gerade erst begonnen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass diese Welle lange, lange anhält. Denn mit Ada Hegerberg zurück, ist alles möglich.