Something Bad Is Going to Happen: Die Netflix-Thriller-Serie, die alle in Atem hält
Okay, kommen wir direkt zum Punkt. Ihr kennt die Memes. Ihr habt das Raunen in der Gruppe gespürt. Alle fragen sich dasselbe: Was ist das eigentlich für eine neue Serie? Wer diese Woche bei Netflix reingeschaut hat, dem ist sie ins Auge gesprungen – das Poster mit einem Paar, das aussieht, als würde es gleich von der Dunkelheit verschluckt – und dieser Titel: Something Very Bad Is Going to Happen. Das ist keine Frage. Das ist eine Ansage. Und nachdem ich die gesamte erste Staffel an einem sehr schlaflosen Wochenende durchgesuchtet habe, kann ich euch sagen: Die haben nicht übertrieben.
Die Duffer Brothers, die Masterminds hinter Stranger Things, haben einen kompletten 180-Grad-Schwenk hingelegt. Vergesst die nostalgischen Abenteuer im Upside Down. Das hier ist purer, unverfälschter Psychohorror, und er spielt mitten in der banalen, erschreckenden Realität einer Hochzeit. Die Handlung dreht sich um Eve (gespielt mit faszinierender Zerbrechlichkeit von einer Newcomerin, die bald jeder kennen wird), die nur wenige Tage vor ihrer Hochzeit mit dem scheinbar perfekten Will plötzlich erschreckend präzise Visionen erhält. Sie weiß, dass etwas Schlimmes passieren wird. Sie kann es sehen, schmecken, die eiskalte Furcht förmlich spüren. Das Problem? Niemand glaubt ihr. Nicht ihr Verlobter, nicht ihre Freunde, nicht die Therapeutin, zu der sie gezwungenermaßen geht. Sie nennen es Hochzeitsfieber. Sie weiß, es ist ein Countdown.
Was genial – und absolut furchteinflößend – ist, ist wie die Serie mit dem Genre spielt. Es ist nicht nur eine Geistergeschichte. Es ist eine Meisterklasse in Sachen Spannung. Die Duffer Brothers haben dieses Gefühl, das wir alle kennen, diesen Knoten im Magen, wenn man einfach weiß, dass etwas nicht stimmt, genommen und über acht Folgen in die Länge gezogen. Die Kameraarbeit ist klaustrophobisch. Das Sounddesign ist eine eigene Figur; ihr werdet wochenlang bei jedem knarrenden Dielenboden in euren eigenen vier Wänden zusammenzucken. Die Serie zapft eine urängstliche Furcht an: die Angst, nicht gehört zu werden, wenn man versucht, den Menschen zu retten, den man liebt.
Es ist interessant zu sehen, wie das in die derzeitige kulturelle Besessenheit von Geschichten über unheilvolle Liebe und Vorahnungen passt. Es ist, als hätten sie die emotionale Essenz von Büchern wie Love from A to Z und In 27 Days destilliert – dieses verzweifelte Rennen gegen ein vorbestimmtes Schicksal – und dann mit einer schweren Dosis puren, ungefilterten Horrors injiziert. Es gibt eine bestimmte Sequenz in der dritten Folge, die die stille, herzzerreißende Intimität von The Sight of You direkt widerspiegelt, in der der Protagonist weiß, dass die Zukunft seiner Beziehung eine Tragödie ist. Aber wo diese Geschichten auf Romantik setzen, setzt diese Serie auf die pure, schreiende Panik der Unausweichlichkeit.
Das Ende hat, wie zu erwarten war, das Internet gesprengt. Ich werde hier nichts verraten, denn die halbe Mache ist die viszerale Reaktion, die sie bei euch auslösen wird. Aber sagen wir mal so: Sie schafft etwas unglaublich Schwieriges. Sie löst das zentrale Rätsel, ob Eve einfach unter einem schrecklichen Nervenzusammenbruch leidet oder ob sie tatsächlich einen Blick auf eine schreckliche Zukunft erhaschen kann. Und die letzten zehn Minuten? Die werden euch körperlich erschüttern.
Wenn ihr darüber nachdenkt, reinzuschauen, solltet ihr euch auf Folgendes einstellen:
- Es ist nicht Stranger Things. Erwartet keine niedlichen Kinder und Synthesizer-Musik. Das hier ist ein Erwachsenen-Horror-Drama mit wirklich verstörenden Bildern.
- Es ist ein langsamer Aufbau. Die Beklemmung wird akribisch aufgebaut. Wenn ihr alle fünf Minuten einen Jumpscare braucht, könnte das eure Geduld auf die Probe stellen. Aber wenn ihr es liebt, auf die Folter gespannt zu werden, werdet ihr euch im Paradies wähnen.
- Macht euren Terminkalender frei. Ihr werdet die Serie am Stück schauen wollen. Die erzählerische Struktur mit ihrer tickenden Uhr macht es fast unmöglich, am Ende einer Folge aufzuhören.
Unabhängig davon, ob ihr auf die übernatürliche Prämisse einsteigt, ist die Serie eine phänomenale Erkundung von Trauma und Gaslighting, die oft passiert, wenn Menschen nicht in eine saubere, glückliche Erzählung passen. Sie stellt eine unbequeme Frage: Was ist, wenn der Mensch, den ihr am meisten liebt, glaubt, ihr verliert den Verstand, während ihr die Einzige seid, die die Klippe sehen kann, auf die ihr beide zusteuert?
Also, ist Something Very Bad Is Going to Happen den Hype wert? Absolut. Es ist die Art von Serie, die einen daran erinnert, warum wir Fernsehen lieben. Sie ist mutig, sie ist kompromisslos, und sie wird dieses Monat das Gesprächsthema bei jedem Grillfest und am Wasserspender sein. Vielleicht solltet ihr sie nur nicht alleine schauen. Und auf keinen Fall in der Nacht vor der eigenen Hochzeit.