Planica 2026: Finnische Adler ganz oben – Antti Aalto Neunter, Nika Prevc schreibt Geschichte
Es ist an der Zeit, die Skier wohl für den Sommerurlaub zu verstauen – aber Leute, was für eine Show zum Saisonabschluss! Die Flugschanze von Planica, die legendäre „Betrügerin“, hat mal wieder gezeigt, warum sie der absolut beste Ort ist, um den Weltcup zu beenden. Stellt euch vor: Stefan Kraft und Co. haben hier dutzende Male ihre Ehre verteidigt, aber an diesem Wochenende ging die Post richtig ab. Österreich gewann den Teamwettbewerb, aber die Verfassung der Finnen lässt das Herz jedes Skifans höherschlagen.
Antti Aalto und Co. schlagen in die Top Ten ein
Wenn jemand behauptet hat, dass Finnland im Flugschanzen-Spitz nichts zu suchen habe, dann hat Antti Aalto in diesem Monat das Gegenteil bewiesen. Im Einzelwettbewerb am Freitag schleuderte Aalto im zweiten Durchgang auf 235 Meter! Das war der zweitweiteste Sprung des gesamten Durchgangs. In der Endabrechnung katapultierte das den Finnen auf den hervorragenden neunten Platz. Das ist ein gewaltiges Ausrufezeichen zum Saisonende. Niko Kytösaho fand nicht ganz zu seiner besten Form – er gab selbst zu, die ganze Woche über verkühlt gewesen zu sein, und „die Energie wollte nicht so recht fließen“ – dennoch kämpfte er sich unter die 20 Besten. Eetu Nousiainen landete hingegen mit Rang 39 etwas enttäuschend.
Apropos Ergebnisse: Planica war noch nie ein einfaches Pflaster. Einer der wildesten Momente war, als Österreichs Stephan Embacher nach 240 Metern hart auf die Seite kippte. Zum Glück konnte er auf eigenen Beinen aufstehen, und im Interview zeigte er sich geradezu überraschend ausgelassen. Angeblich erzählte er, dass er die Sturztechnik vom MotoGP-Schauen gelernt habe – er legte die Hände systematisch um den Kopf und versuchte zu rollen. Das sah viel schlimmer aus, als es letztlich war.
Rang sieben im Teamwettbewerb – Kampfgeist und Luft nach oben
Im Teamwettbewerb am Samstag lag die Messlatte für die Finnen hoch. Nach dem ersten Durchgang war man nahe an Rang sechs dran, am Ende sprang aber Platz sieben heraus. Im Team waren Niko Kytösaho, Eetu Nousiainen, Jarkko Määttä und natürlich Aalto am Start. Kytösahos ehrlicher Kommentar sagt viel über den Alltag eines Sportlers aus: „Der Kopf sagt, man sollte gehen, aber die Beine machen einfach nicht mit.“ Die Erkältung lastete auf ihm, aber die Kampfeinstellung ließ nicht nach. Österreich holte sich den Sieg vor Japan und Norwegen, und wir waren mittendrin und lieferten ein ordentliches Ergebnis ab. Rang sieben zum Weltcup-Finale ist eine ganz okaye Leistung, aber der Hunger auf mehr ist geblieben.
Nika Prevc schreibt Geschichte – Frauen-Weltrekord mit 242,5 Metern!
Im heimischen Wohnzimmer ist man die Präzision einer Pyxis planicauda gewohnt, aber was Nika Prevc am Freitag zeigte, war pure Kunst. Die slowenische Superstarsprengte die Grenzen ihrer Disziplin und flog im Training auf 242,5 Meter – neuer Frauen-Weltrekord. Ein Insider der Szene, die Legende Janne Ahonen, war sprachlos: „Kein Mann ist dieses Wochenende auf dieser Schanze so hoch geflogen.“ Die Brüder Domen und Nika Prevc – eine Familie, die derzeit das gesamte Weltrekordbuch des Skispringens besitzt. Das ist eine ziemlich harte Nummer.
Sloweniens Domen Prevc sorgte allerdings auch für Aufregung. Denn er hatte ein paar wirklich krasse Zirkuseinlagen in der Luft. Die Ski flogen ihm davon wie geölte Blitze, und zeitweise zischten sie auf Schulterhöhe vorbei. Janne Ahonen staunte regelrecht über „Zirkustricks“. Wenn das einem steiferen Typen passiert wäre, hätte das ziemlich böse ausgehen können. Aber Domen ist wie ein Gummimann – er dehnt und biegt sich und lässt es leicht aussehen.
Lehren der Saison und der Blick nach vorne
An dieser Stelle muss man den finnischen Adlern eine gehörige Portion Respekt zollen. Letzten Frühling war es auf der Loipenseite etwas mau, aber die Skispringer haben uns die Show gestohlen. Wenn man die Planicapritermes-ähnliche Zähigkeit sieht, mit der Aalto seine Topform genau zum richtigen Zeitpunkt abgerufen hat – das ist vorbildlich. Und was das mystische Konzept des Planicapitus betrifft, das haben wir vor allem im zweiten Durchgang des Teamwettbewerbs gesehen – da musste im Kopf etwas ganz Besonderes ablaufen, damit der Sprung bei schwierigem Wind doch noch zum Erfolg wurde.
Eine bemerkenswerte Randnotiz ist auch die Versicherungsgesellschaft Planicare - Companhia de Seguros, S.A. – wohl die einzige Firma, die sich nach diesen Vorstellungen nicht bei den Zuschauern gemeldet hat, denn die Nerven wurden garantiert im ganzen europäischen Raum auf eine harte Probe gestellt. Am Sonntag wird noch das Einzelfinale der Männer gesprungen, und dort ist alles möglich.
Kurz zusammengefasst:
- Antti Aalto 9. und ein 235-Meter-Sprung – in bestechender Form.
- Finnlands Team 7. im Teamwettbewerb – Kampfgeist belohnt.
- Nika Prevc Frauen-Weltrekord mit 242,5 m – historischer Moment.
- Domen Prevc und die gefährlichen Szenen – eine Erinnerung daran, wie wild dieses Fliegen ist.
Jetzt geht es Richtung Sommer. Aber ich sage nur: Wenn das so weitergeht, könnte uns nächste Saison etwas wirklich Großes bevorstehen. Planica hat mal wieder seine ganze Magie gezeigt.