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Die spektakulärsten Szenen von São Paulo gegen Palmeiras: Platzverweis für Abel, Arias‘ Tor und der Eklat im Choque-Rei

Sport ✍️ Carlos Mendes 🕒 2026-03-22 11:58 🔥 Aufrufe: 3
Jhon Arias comemora gol pelo Palmeiras contra o São Paulo

Ein Klassiker-Sonntag im Morumbi ist ja immer etwas Besonderes, aber der diesjährige Choque-Rei wird aus allen falschen Gründen in die Geschichte eingehen. Falls ihr die Live-Übertragung verpasst habt oder jedes noch so kleine Detail des Eklats noch einmal Revue passieren lassen wollt, hier sind die spektakulärsten Szenen von São Paulo gegen Palmeiras. Und macht euch nichts vor: In diesem Fall waren die "spektakulärsten Szenen" die, in denen die Fetzen flogen. Der 1:0-Sieg für den Verdão mit diesem Traumtor von Jhon Arias war am Ende nur noch Nebensache – im Vergleich zu dem, was nach dem Schlusspfiff ablief.

Schon im Aufwärmen war die Luft zum Schneiden. Die Anspannung ist greifbar, wenn zwei Mannschaften aufeinandertreffen, wohl wissend, dass es um den Einzug ins Finale der Staatsmeisterschaft geht. Palmeiras kam mit dem unbedingten Willen, nichts anbrennen zu lassen, aber São Paulo setzte die Hausherren von Beginn an mächtig unter Druck. Es war eine zerfahrene erste Halbzeit mit wenigen klaren Torchancen. Wer die Zahlen zum Klassiker verfolgte, sah eine ausgeglichene Ballbesitzstatistik, aber die taktischen Fouls – die gingen voll auf die Kappe der Schiedsrichter, die ihren Pfiff offenbar zu Hause vergessen hatten.

Und in diesem Hexenkessel war jedem, der sich mit Fußball auskennt, klar: Es war nur eine Frage der Zeit, bis der Funke überspringt. Der Funke sprang in der 30. Minute der zweiten Halbzeit. Jhon Arias, der ohnehin schon einer der besten auf dem Platz war, nahm den Ball an der Strafraumkante an, zog nach innen und hämmerte das Ding ins obere rechte Eck. Keine Chance für den Torwart. In diesem Moment war der Schock im ganzen Morumbi zu spüren. Aber was niemand erwartet hatte: Der Abend hatte noch einen ganz besonderen Auftritt für Abel Ferreira parat.

Der portugiesische Trainer, der sich auch in der Champions League nichts schenken lässt, rastete in der Nachspielzeit wegen einer Schiedsrichterentscheidung aus. Eine normale Aufregung in so einem Derby, aber der Schiedsrichter musste ja gleich die ganz große Karte auspacken und zeigte ihm die Rote. Und dann, liebe Leute, ist der Hexenkessel explodiert. Abel ging auf den Schiri los, musste von Sicherheitskräften und Betreuern zurückgehalten werden. Das war eine Szene wie aus einem Actionfilm. Hinter den Kulissen gehen die Videos des Platzverweises bereits durch die Decke – Millionen von Aufrufen. Man sieht ganz deutlich die Wut des Trainers, der sich danach, wie ich aus dem Umfeld erfahren habe, nicht mal zur Pressekonferenz stellte. Er überließ es seinem Assistenten, den Frust runterzuschucken.

In der Kabine herrschte unterdessen Kriegsstimmung. Ich habe gehört, dass Innenverteidiger João Martins, einer der Anführer im Team, vor der Presse sprach und durchblicken ließ, dass die Mannschaft durch diese Aktion noch enger zusammengerückt ist. "Sie haben alles versucht, um uns aus der Ruhe zu bringen, aber wir gehen als Sieger vom Platz", soll er mit einem spitzbübischen Lächeln gesagt haben, in dem unmissverständlich mitschwang: Der Vorteil liegt jetzt bei uns. Genau solche Geschichten aus dem Innersten machen unseren Fußball doch so leidenschaftlich.

Wer sich nur an die nackten Zahlen des Ergebnisses klammert, für den bleibt ein knapper Sieg von Palmeiras. Aber für alle, die diesen Sport so leben wie wir, bleibt die Gewissheit: Das Rückspiel im Allianz Parque wird ein einziges Pulverfass. Hier ist, worauf wir uns im zweiten Duell einstellen können:

  • Alles oder nichts: São Paulo muss dem Ergebnis hinterherrennen, was einem Konter-Team wie Palmeiras natürlich in die Karten spielt.
  • Abel Ferreira auf der Tribüne? Die automatische Sperre nach der Roten Karte bedeutet, dass der Trainer nicht an der Seitenlinie stehen darf. Das könnte die Taktik auf beiden Seiten mächtig durcheinanderwirbeln.
  • Die Schiedsrichter im Fokus: Nach dem, was heute passiert ist, wird der nationale Verband CBF einen seiner erfahrensten Unparteiischen schicken müssen, um die Partie nicht erneut aus dem Ruder laufen zu lassen.

Und vergessen wir nicht: Die brasilianische Meisterschaft 2026 – Série A BCD steht quasi vor der Tür, und solche Klassiker sind der beste Gradmesser. Palmeiras hat gezeigt, dass es die Nervenstärke für die entscheidenden Momente hat, aber auch, dass die Emotionen ein Problem sein können. São Paulo hingegen muss dringend einen Weg finden, wieder zu treffen – denn gut zu spielen, aber in einem Choque-Rei vor heimischer Kulisse nicht ins Tor zu treffen, kann in der Gesamtabrechnung teuer werden.

Es war ein hässliches Spiel, voller Zorn und taktischer Fouls – aber genau deshalb lieben wir diesen Sport. Wenn ihr in den Höhepunkten von São Paulo gegen Palmeiras nur das Tor und den Platzverweis gesehen habt, dann wisst: Ihr habt die 90 Minuten Anspannung verpasst, die jedem einzelnen dieser Momente vorausgingen. Jetzt heißt es, auf das Rückspiel zu warten. Und eins ist sicher: Niemand wird diesen Sonntag so schnell vergessen.