Lucy Watson: Von „toxischen“ Fehden bis zur Schwiegermutter – warum sie unsere Bildschirme und Bücherregale erobert
Wenn man in letzter Zeit in der Nähe eines britischen Fernsehers oder einer Buchhandlung war, ist einem der Name Lucy Watson sicher mit einer kaum zu übersehenden Häufigkeit begegnet. In einem Moment sorgt sie für Aufruhr im Reality-TV-Studio, im nächsten gibt sie uns wertvolle Tipps für die Inneneinrichtung, und obendrein ist sie in einem klassischen BBC-Krimi zu hören. Es ist so etwas wie ein Karriere-Renaissance, und ganz ehrlich: Ich bin total dafür.
Der jüngste Aufreger kommt von Celebs Go Dating. Für alle, die dachten, der ehemalige Made in Chelsea-Star wäre zur kompletten Stubenhockerin geworden: weit gefehlt. Aus dem Set wird berichtet, dass Lucy nicht einfach nur kam, um die Liebe zu finden; sie kam, um ordentlich auszuteilen. Ein Insider aus der Produktion sprach von einer "hitzigen" Konfrontation mit einem anderen Cast-Mitglied, die man gesehen haben muss, um sie zu glauben. Es ist diese ungefilterte, klare Kante, die sie schon zu ihren SW3-Zeiten zum Fanliebling gemacht hat. Man kann das Mädchen aus Chelsea holen, aber nicht Chelsea aus dem Mädchen, wie der alte Spruch so schön sagt.
Aber halten wir kurz inne, denn hier geht es nicht nur um Reality-TV-Dramen. Die letzten Wochen waren für Lucy eine seltene Kunststück gelungen: Sie hat sich zum Multimedia-Liebling gemausert. Während die Kameras für Celebs Go Dating liefen, hat sie auch noch letzte Hand an ein neues literarisches Projekt gelegt. Ihr neuestes Buch, The Home Style Handbook, ist jetzt erhältlich und hat mit den kleinlichen Streitereien ihrer Jugend nichts mehr zu tun. Es ist ein tiefer Einblick in die Gestaltung eines Raumes, der wirklich widerspiegelt, wer man ist – und nicht nur, was auf Instagram gerade im Trend liegt. Für alle, die ihren Weg von der King's Road zu ihrem eigenen Zuhause verfolgt haben – den sie mit akribischer Sorgfalt dokumentiert hat – wirkt das wie eine logische Entwicklung. Sie hatte schon immer ein gutes Auge, und jetzt teilt sie ihren Bauplan.
Und wenn Sie das schon für einen unerwarteten Schritt halten, dann warten Sie ab, was sie sonst noch so getrieben hat. Da gibt es diese wirklich reizende Radiosache, die die Runde macht. Lucy hat ihre Stimme einer neuen BBC-Radio-4-Hörspielproduktion geliehen: Inspector Purbright: Five BBC Radio 4 Full-cast Crime Dramatisations from The Flaxborough Chronicles. Ja, Sie haben richtig gelesen. Die Frau, die für ihre Fernsehfehden bekannt ist, ist nun ganz tief in der Welt des klassischen englischen Krimis eingetaucht. Das spricht für ihre Bandbreite. In die Welt der listigen, satirischen Kriminalromane von Colin Watson einzutauchen, ist ein mutiger Schritt und zeigt, dass sie nicht vorhat, in ihrer Komfortzone zu bleiben.
Natürlich darf man bei Lucys Comeback den Elefanten im Raum nicht unerwähnt lassen: die alten Rivalitäten aus Made in Chelsea. Gerüchten zufolge sind die lange schwelenden Spannungen mit bestimmten ehemaligen Kollegen in den Klatschspalten wieder aufgeflammt. Für die meisten von uns ist das Schnee von gestern, aber es zeigt, dass ihre öffentliche Wahrnehmung immer noch gespalten ist. Auf der einen Seite haben wir die Frau, die auf falsche Freundschaften keine Lust hat und bereit ist, in einer Datingshow einen Streit anzufangen. Auf der anderen Seite haben wir die Autorin und Schauspielerin, die leise an einer Marke arbeitet, die authentisch wirkt und, ich wage es zu sagen, erwachsen.
Was bleibt also als Fazit? Lucy Watson bewegt sich derzeit mit überraschender Anmut zwischen zwei Welten. Man kann ihr Chaos bei Celebs Go Dating verfolgen, sich ihren Einrichtungsratgeber für inspirierende Wohnideen holen und dann bei Radio 4 für gehobene Krimi-Kost einschalten. Das ist ein einzigartiger Dreiklang.
Und warum dieser Spagat so gut funktioniert:
- Authentizität: Egal, ob sie sich streitet oder Ratschläge gibt, sie wirkt nie wie eine Schauspielerin. Es fühlt sich immer an wie: "Das ist einfach Lucy."
- Wandlungsfähigkeit: Der Weg von Reality-TV über Inneneinrichtung bis zum Radio-Drama zeigt eine Vielseitigkeit, die den meisten ihrer Zeitgenossinnen fehlt.
- Timing: Es gibt ein Bedürfnis nach Promi-Ratschlägen, die echt wirken und nicht nur gesponsert sind. The Home Style Handbook schließt diese Lücke perfekt.
Man kann sie lieben oder hassen, aber man kann nicht abstreiten, dass sie weiß, wie man relevant bleibt, ohne sich zu verbiegen. Vom Drama in der Agentur bis zur stillen Zufriedenheit eines stilvoll eingerichteten Bücherregals (und einer frechen Rolle in einem Radio-Krimi) – Lucy Watson beweist, dass es ein Leben nach Reality-TV gibt – und das sieht verdammt stilvoll aus.