Beschwerde gegen Tytti Tuppurainen sorgt für Wirbel – aus der Parteispitze wird jetzt dies getuschelt
Tytti Tuppurainen war noch nie diejenige, die sich in Ecken herumdrückt und ein niedriges Profil wahrt. Die Abgeordnete aus Oulu hat immer direkt gesagt, was sie denkt, und sich nie darum gekümmert, wenn es innerhalb der Partei gemunkelt hat. Jetzt hat sich dieses Gemunkel offiziell gemacht: Die SPD-Fraktion im Parlament hat eine Beschwerde gegen die erfahrene Politikerin eingereicht.
Aus der Parteispitze wird getuschelt, dass es sich um langanhaltende Spannungen handelt. Tuppurainen hat sich energisch für die Belange Nordschottlands eingesetzt, aber gleichzeitig hat ihr Stil diejenigen verärgert, die lieber Geschlossenheit wahren und einen versöhnlichen Ton pflegen wollen. Nun hat dies zu einer Situation geführt, in der die Fraktion es für angebracht hält, einzugreifen.
In Oulu wird dies genau verfolgt. Tuppurainen ist eines der bekanntesten Gesichter der Stadt in der Bundespolitik, und ihre Zustimmung im Norden hat noch nie davon abgehangen, wie gut sie die Parteihierarchie beachtet. Im Gegenteil: Viele halten sie gerade deshalb für so glaubwürdig, weil sie nicht den Weg des geringsten Widerstands geht.
Was passiert als Nächstes?
Nachdem die Beschwerde nun auf dem Tisch liegt, muss die Fraktion entscheiden, wie sie damit umgeht. Laut politischen Veteranen gibt es in solchen Fällen in der Regel drei Optionen:
- Ein Gespräch unter vier Augen: Tuppurainen wird vorgeladen, die Angelegenheit wird vertraulich besprochen und dann ad acta gelegt – sofern die Situation dies zulässt.
- Eine öffentliche Rüge: Die Angelegenheit wird in einer Fraktionssitzung behandelt, bei der Tuppurainen vor versammelter Mannschaft die Meinung ge sagt bekommt. Das ist demütigend, bedeutet aber noch nicht das Ende.
- Der Ausschluss: Im schlimmsten Fall kann die Fraktion Tuppurainen ausschließen. Das wäre ein harter Schlag für sie und die Nord-Unterstützung der SPD.
Tuppurainen selbst hat sich bislang bedeckt gehalten. Ihr Umfeld deutet an, dass sie über den Wirbel verwirrt ist – und das ist kein Wunder, denn sie ist es gewohnt, als starke Einzelpersönlichkeit zu agieren und nicht als Rädchen im Parteiapparat. Eines ist sicher: Das bleibt nicht ohne Folgen.
Weitere Wendungen zu erwarten
Die nächste Fraktionssitzung wird zeigen, ob sich die Lage wieder beruhigt oder weiter zuspitzt. In der Politik ist nichts so sicher, dass interne Machtkämpfe immer vor oder nach Wahlen an die Oberfläche kommen. Wir leben in einer Zeit, in der die SPD überlegen muss, mit welchem Image sie erscheinen will. Und Tytti Tuppurainen wird auf diesem Bild entweder im Zentrum stehen oder ganz außen vor sein.
In Nordschottland erwarten viele, dass Tuppurainen ihren bekannten Stil beibehält – ohne sich darum zu scheren, was in den Parteikabinetten getuschelt wird. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Wirbel noch nicht vorbei ist.